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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; gesellschaft</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur. Und das Laufen.</description>
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		<title>Verh&#228;ngnis</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 19:54:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Es waltet ein Verh&#228;ngnis &#252;ber diesem Land und ich wei&#223; genau, da&#223; es nicht nur der Kapitalismus ist. Da&#223; dieser bestialisch werden kann, hat keineswegs &#246;konomische Gr&#252;nde allein. […]Ich erkenne nur ein allgemeines Schlamassel, und beinahe w&#228;re mir am liebsten, es k&#246;nnte noch so fortgewurstelt werden.” (Siegfried Kracauer an Theodor W. Adorno, 28.8.1930)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Es waltet ein Verhängnis über diesem Land und ich weiß genau, daß es nicht nur der Kapitalismus ist. Daß dieser bestialisch werden kann, hat keineswegs ökonomische Gründe allein. […]Ich erkenne nur ein allgemeines Schlamassel, und beinahe wäre mir am liebsten, es könnte noch so fortgewurstelt werden.” (Siegfried Kracauer an Theodor W. Adorno, 28.8.1930)</p>

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		<title>Insubordination</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 20:59:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Seltsam. Rafael Behr, Professor f&#252;r „Polizeiwissenschaften” (im Plural!) in Hamburg, schreibt in der Zeit 44/2011 (S. 17, jetzt auch online — nat&#252;rlich sofort von den erwartbaren Kommentarreflexen &#252;berschwemmt …) einen eigentlich recht vern&#252;nftigen Text &#252;ber die angebliche Zunahme der Gewalt gegen Polizisten, weist zu Recht darauf hin, dass diese Zunahme sich durch nichts belegen l&#228;sst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seltsam. <a href="http://www.rafael-behr.de/" target="_blank">Rafael Behr</a>, <a href="http://hdp.hamburg.de/professoren/1952944/rafael-behr.html" target="_blank">Professor</a> für „Polizeiwissenschaften” (im Plural!) in Hamburg, schreibt in der Zeit 44/2011 (S. 17, <a href="http://www.zeit.de/2011/44/P-Polizei" title="behr bei der zeit" target="_blank">jetzt auch online</a> — natürlich sofort von den erwartbaren Kommentarreflexen überschwemmt …) einen eigentlich recht vernünftigen Text über die angebliche Zunahme der Gewalt gegen Polizisten, weist zu Recht darauf hin, dass diese Zunahme sich durch nichts belegen lässt und verweist — etwas diffus — auf gesellschaftlichen Wandel, dem sich die Polizei (und ihre Ausbildung) anzupassen habe. Aber etwas ist mir mittendrin aufgestoßen: Da spricht Behr auf einmal von „Insubordination”:</p>
<blockquote><p>Es ist also nicht die Gewalt, die den Polizisten Schwierigkeiten bereitet, sondern die aggressive Kommunikation der Bevölkerung, mit der es Polizei zu tun hat. Ich nenne es Insubordination, ein Ungehorsam, der um sich greift und auf den Polizisten nicht gut vorbereitet sind.</p></blockquote>
<p>Und genau das offenbart ein Teil des Problems: Insubordination kann es in diesem Zusammenhang gar nicht gegen. Insubordination, also so etwas wie „Befehlsverweigerung”, gibt es nur zwischen Untergeordneten und Vorgesetzten, im strengeren Sinne eigentlich nur in militärischen Kontexte. Im Duden heißt es z.B.: „mangelnde Unterordnung; Ungehorsam gegenüber [militärischen] Vorgesetzten”. Und das kann ich bei der Kommunikation zwischen Polizei und Zivilisten nicht einfach so unterstellen — das ist ja gerade der Punkt: Auch im Kontakt mit Polizisten verfüge ich als Bürger über Freiheiten. Schön brav gehorchen muss ich vielleicht (nicht einmal das unbedingt!) im Militär, nicht aber in einer modernen Gesellschaft. Und auch wenn er selbst den Rekurs auf die Zeiten, in der der Schutzmann (Frauen spielen natürlich keine Rolle hier) noch quasi unangefochten über Autorität verfügte, zurückweist, unterschlägt er — wie fast alle in solchen Diskussionen — einen Punkt, den ich nicht ganz unwichtig finde: Das Auftreten heutiger Polizisten ist mit dem eines „Schutzmannes” — für mich (!) eine Institution, die es seit 50–60 Jahren nicht mehr gibt — nicht zu vergleichen. Man muss sich nur mal die Ausrüstung eines normalen Streifenpolizisten anschauen: Der ist so ausgestattet, als ob er jeden Moment mit sehr viel Gewalt rechnet. Sicherlich aus guten Gründen. Oft genug schlägt sich das aber auch in der Haltung und in der initialen Kommunkation von Polizisten nieder — un provoziert natürlich ganz selbstverständlich eine entsprechende Abwehrhaltung und angepasste Kommunikation im Gegenüber. Wenn man sich dann noch vor Augen hält, wie oft und nonchalant sich Polizisten im Alltag über die von ihnen gehüteten Gesetze hinwegsetzen (und sich natürlich immer im Recht wähnen), wundert es mich fast, dass sie nicht mehr Gewalt erfahren …</p>

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		<title>Verein ohne Mitglieder?</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 22:11:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Irgendwie ist das alles wieder ganz traurig und pervers: Da hat jemand die Idee, die Netzgesellschaft (was auch immer das ist) als Lobby zu organisieren und gr&#252;ndet mit wahnsinnigem Tamtam einen Verein. Einen Vorstand hat man auch schon — Mitglieder m&#246;chte man aber m&#246;glichst keine. Die k&#246;nnten ja auch eine Meinung haben (das man das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwie ist das alles wieder ganz traurig und pervers: Da hat <a href="http://netzpolitik.org" target="_blank">jemand</a> die <a href="http://digitalegesellschaft.de/idee/" target="_blank">Idee</a>, die Netzgesellschaft (was auch immer das ist) als Lobby zu organisieren und gründet mit wahnsinnigem Tamtam einen Verein. Einen Vorstand hat man auch schon — Mitglieder möchte man aber möglichst <a href="http://digitalegesellschaft.de/mitmachen/" target="_blank">keine</a>. Die könnten ja auch eine Meinung haben (das man das in einem Verein nicht zu hoch hängen sollt mit der vollen Beteiligung aller Mitglieder dürfte jeder wissen, der bei so etwas schon mal mitgemacht hat …) — deswegen bittet man nur um Unterstützer und Helfer, nicht aber um Mitglieder. Was soll dieser Mist? Wie will eine Lobbyorganisation Gehör finden, wenn Sie niemanden vertritt, niemandem zeigen kann, dass sie eine mehr oder minder bedeutende Gruppierung im Volk ist? Einen Verein Mitgliedern zu öffnen heißt ja noch lange nicht zwangsläufig, über alles basisdemokratisch abzustimmen. Auch der hat ja einen geschäftsführenden Vorstand. Aber den kann man als Mitglied wenigstens (ab-)wählen und nicht nur „unterstützen”. Kein Wunder, dass man sich bei solchen Unternehmungen ganz vornehm „<a title="digitale gesellschaft" href="http://digitalegesellschaft.de" target="_blank">Digitale Gesellschaft</a>” nennt und das „Verein” nicht so gerne herausstellt. Das Vorbild Greepeace hat das meines Wissens etwas anders gehandhabt — die waren/sind zwar auch oft mehr als ein Verein (über ihre etwas aufdringlich-gewalttätige Kommunikationsstrategie — will man das in der Netzpolitik wirklich nachahmen?), aber sie waren eben doch — auch — ein normaler Verein mti allem Drum und Dran. Hier wird das — so sieht es im Moment, der zugegebenermaßen noch sehr früh ist — (wieder) nur ein elitäre Kreis, der sich mit Namen und (Pseudo-)Organisation den Anspruch gibt, für viele zu sprechen — diese Viele aber auf keinen Fall hören mag oder ihnen gar Möglichkeiten der Mitbestimmung der Richtung „ihrer” Vertretung einzuräumen. Und weil ich mich zumindest am Rande doch zu den Vielen zähle, rege ich mich hier gerade etwas sehr auf …</p>
<p>Der schicke Name hat auch noch den Vorzug, so schön schillernd vieldeutig zu sein: Gibt es eine digitale Gesellschaft? Ist das ein Ziel? Ist das eine Gesellschaft wie die <a title="Tischgesellschaft" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Tischgesellschaft" target="_blank">Deutsche Tischgesellschaft</a> Achim von Arnims oder meint das <a title="Gesellschaft" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_%28Soziologie%29" target="_blank">Gesellschaft</a> hier den soziologischen Begriff? Fragen über Fragen — ein paar Antworten hätte man sich da doch schon gewünscht — denn eigentlich <a href="http://www.konstantinklein.com/2011/04/geschlossenegesellschaft-de.html" target="_blank">will ich das ja gut finden</a>, was die Recken um Markust Beckedahl da anzapfen. Aber so geht das irgendwie nicht so richtig. Und Leute, die so sehr in alltägliche Kommunikation eingebunden sind wie die Gründer dieser Gesellschaft sollten doch solche grundlegenden Kommunikationen im Griff haben. Wie kann man sie sonst ernst nehmen? Und natürlich stellt sich auch gleich wieder die Frage: Ist das gut, hier über <a href="http://twitter.com/#!/herrlarbig/status/58970410728951808" target="_blank">die</a> <a href="http://twitter.com/#!/herrlarbig/status/58980706948349953" target="_blank">Mängel</a> <a href="http://twitter.com/#!/herrlarbig/status/58974416616435713" target="_blank">der</a> <a href="http://twitter.com/#!/herrlarbig/status/58970214313893888" target="_blank">Organisation</a> zu meckern? Oder sollte man das ob des hehren Ziels lieber lassen um der <a href="http://carta.info/39812/herzlichen-gluckwunsch-digitale-gesellschaft/" target="_blank">Politik nicht in die Hände zu spielen</a>?</p>

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		<title>Digitales Erinnern und Vergessen</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 16:19:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit gro&#223;en Worten spart Viktor Mayer-Sch&#246;nberger nicht: Eine „Tugend des Vergessens” beschw&#246;rt er. Und will sie auch in „digitalen Zeiten” umsetzen. Aber eigentlich ist dieses — ziemlich positiv besprochene — Buch eine Mogelpackung. Denn Idee, Thema und Argument Mayer-Sch&#246;nbergers lie&#223;e sich auf einigen wenigen Seiten ausreichnd genau darstellen — genauer wird er hier auch nicht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit großen Worten spart Viktor Mayer-Schönberger nicht: Eine „Tugend des Vergessens” beschwört er. Und will sie auch in „digitalen Zeiten” umsetzen. Aber eigentlich ist dieses — ziemlich positiv besprochene — Buch eine Mogelpackung. Denn Idee, Thema und Argument Mayer-Schönbergers ließe sich auf einigen wenigen Seiten ausreichnd genau darstellen — genauer wird er hier auch nicht. Er bläst das nur unheimlich und fast unerträglich auf.</p>
<p>Worum es geht ist schnell gesagt: Mayer-Schönberger hätte gerne, dass digitale Daten ein Verfallsdatum mit auf den Weg bekommen, an dem sie (automatisch) gelöscht, nicht mehr zugänglich werden. Sein Argument geht ungefähr so: Die über Zeit und Raum nahezu unbeschränkte (das nahezu fehlt bei ihm schon meistens) Verfügbarkeit von Informationen ist schädlich. Schädlich für Individuen und auch für Gesellschaften. Deswegen eben das automatische Löschen digitaler Daten (also z.B. Fotos, Zeitschriftenartikel, Suchdaten, Profile, Einkäufe etc.), um so das „analoge”, vor-digitale „Erinnern” zu simulieren. Das ist so weit eine ganz sympathische und auch überhaupt nicht verkehrte Idee, auch wenn alternative Strategien im Umgang mit der Ubiquität digitaler Daten (etwa die Anpassung des Verhaltens an diesen Umstand) bei ihm arg forsch beiseite gewischt werden.</p>
<p>Geärgert an dem Buch hat mich aber zum einen, dass er ewig weit ausholt, eine gesamt Geschichte der Schrift als Medium der Erinnerung noch einbaut (die auch furchtbar ungenau und teilweise nicht auf dem aktuellen Stand der Forschung ist, so weit ich das überblicken kann). Und dann natürlich sein Hauptproblem: Die fehlende Genauigkeit im Umgang mit den Begriffen. Gedächtnis — Erinnerung — Archiv ist hier ein einziger Mischmasch, in dem nichts unterschieden wird. So spricht Mayer-Schönberger z.B. unentwegt davon, dass wir digitale Daten erinnern (und durchs Löschen eben vergessen).  Genau das ist aber falsch: Sicher, wir archivieren die. Aber sie sind dann noch lange nicht zwangläufig ein Teil unserer Erinnerung. Sie können es wieder werden, müssen es aber nicht. Diesen Unterschied zwischen (Individuums-)internen und externen Informationen macht er einfach nicht (bzw. nicht ausreichend genau). Daher kommt dann auch die Verwirrung von Gedächtnis und Erinnerung und Informationen, die digital verfügbar sind. Macht man diese Unterscheidung, nimmt man ihm einen Großteil seiner großsprecherischen kulturellen Geste: „Während wir früher mit der Zeit das meiste vergaßen, haben wir heute die Möglichkeit, uns an das meiste zu erinnern.” (199) — genau das bezweifle ich eben.<sup class='footnote'><a href='#fn-4579-1' id='fnref-4579-1'>1</a></sup> Das Problem, das muss man ihm zugestehen, bleibt aber dennoch: Digitale Daten sind einfacher, länger, ortsungebundener verfügbar, das Archiv und die Findemittel werden immer umfangreichr, schneller und bequemer.</p>
<p>Mir jedenfalls scheint ein Plädoyer für eine Art des „digitalen Erinnerns”, die sich der Speichermöglichkeiten der Computer und Netzwerke bedient, aber auch deren Problematik bewusst macht (sowohl beim Speichern eben als auch beim erinnernden/rekonstruierenden Abrufen) eine interessantere, angemessenere Reaktion als das bloße Simulieren der Ungenügsamkeiten bisheriger Aufzeichnungsmethoden im digitalen Raum. Ich bin mir nämlich überhaupt nicht so sicher wie Mayer-Schönberger, dass die „analoge”/vor-digitale Form des Gedächtnisses/Erinnerns eine evolutionäre Leisung ist, die allein dem Menschen gemäß ist. Aber das wird sich noch zeigen …</p>
<p>Viktor Mayer-Schönberger: Delete. Die Tugend des Vergessens in digitalen Zeiten. Berlin: Berlin University Press 2010. 264 Seiten. ISBN <a href="http://worldcat.org/isbn/9783940432902" target="_blank">978–3-940432–90-2</a>.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4579-1'>Mal ganz abgesehen davon, dass das alles für nur einen Bruchteil der Menschheit gilt — mit ausreichendem Zugang zu den entsprechenden Ressourcen … <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4579-1'>↩</a></span></li>
</ol>
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		<title>Universit&#228;t</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Nov 2010 19:59:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Verschuldet haben den Ansehensverlust der Hochchulen nicht nur die b&#246;sen Politiker und leere &#246;ffentliche Kassen, sondern vor allem ihre Bewohner selbst. Es gibt wenige Institutionen, die intern so sandkasten-psychologische, so kindlich-narzi&#223;tisch, so &#252;berb&#252;rokratisch, so argumentationsimmun, so hilflos-machtzentriert, so endogm, so inzestu&#246;s, so phobisch, kurzum: so irrational organisiert sind wie (deutsche) Universit&#228;ten, die doch der Hort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Verschuldet haben den Ansehensverlust der Hochchulen nicht nur die bösen Politiker und leere öffentliche Kassen, sondern vor allem ihre Bewohner selbst. Es gibt wenige Institutionen, die intern so sandkasten-psychologische, so kindlich-narzißtisch, so überbürokratisch, so argumentationsimmun, so hilflos-machtzentriert, so endogm, so inzestuös, so phobisch, kurzum: so irrational organisiert sind wie (deutsche) Universitäten, die doch der Hort der Ratio sein wollen.
</p></blockquote>
<p>(Jochen Hörisch, Theorie-Apotheke, 15)</p>

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		<title>Frauen und M&#228;nner</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 07:39:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Freiheit oder Anpassung, eigene Identit&#228;t oder Selbstaufgabe in der gesellschaftlichen Unfreiheit — das sind so ungef&#228;hr die Pole, zwischen denen Marlene Streeruwitz die kleinen und nicht so kleinen Geschichten ihrer Figuren in „Das wird mir alles nicht passieren…” ansiedelt. Immer wieder stehen die Frauen (und M&#228;nner) dieses Buches vor der selben Entscheidung: Autonome Person bleiben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freiheit oder Anpassung, eigene Identität oder Selbstaufgabe in der gesellschaftlichen Unfreiheit — das sind so ungefähr die Pole, zwischen denen <a title="Streeruwitz" href="http://www.marlenestreeruwitz.at/" target="_blank">Marlene Streeruwitz</a> die kleinen und nicht so kleinen Geschichten ihrer Figuren in „Das wird mir alles nicht passieren…” ansiedelt. Immer wieder stehen die Frauen (und Männer) dieses Buches vor der selben Entscheidung: Autonome Person bleiben oder werden oder dem gesellschaftlichen, d.h. vor allem dem männlichen Druck zur Anpassung — auch um den Preis des Verlusts des eigenen Selbst, der eignen Vorstellungen und Ideale — stattgeben. Insofern also ein typisches Streeruwitz-Buch. In anderer Hinsicht ist es das eher weniger. Vor allem stilistisch gerade in den ersten Kapiteln nicht, das ist kaum als Prosa aus der Feder Streeruwitzens zu erkennen. Je weiter das kleine Büchlein fortschreitet, desto deutlicher tritt er aber (wieder) in Erscheinung, vor allem in den letzten drei Abschnitten ist die Verkürzung der Sätze, die rhythmische Unterbrechung des Flusses, die Verknappung und Pointierung wieder stark ausgeprägt und ganz typisch.</p>
<p>Die Geschichten bleiben alle offen, haben kein Ende: Die Leben der Figuren werden nicht „gemeistert”, es gibt nicht einmal (immer) einen Silberstreif am Horizont. Hier geht zunächst darum, zu erfassen, was ist und wie es ist. Was das Problem ist, sozusagen. Und das auch als solches wahrzunehmen, zu erkennen und anzuerkennen. Lösungen lassen sich da nicht so einfach (er-)schreiben, die muss das Leben erst noch selbst finden. Die Offenheit des Buches wird dann auch fortgeführt auf dem dazugehörigen Blog der Autorin: <a title="wie bleibe ich feministin.org" href="http://wie.bleibe.ich.feministin.org/" target="_blank">wie.bleibe.ich.feministin.org</a>. Dort wird der literarische Text weitergeschrieben und durch theoretisches ergänzt.</p>
<p>Mit der Fügung „hoffnungslose Geschichten gegen die Hoffnungslosigkeit” hat Rolf Löchel das in seine <a title="rezension auf literaturkritik.de" href="http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=14904" target="_blank">Rezension</a> für <a title="Literaturkritik" href="http://literaturkritik.de/public/welcome.php" target="_blank">literaturkritik.de</a> sehr treffend charakterisiert. Denn Streeruwitz zeigt keine Lösungen, sie gibt keine Ratschläge (auch wenn der Untertitel das suggerieren mag), sie stellt nur dar, wie die Gesellshaft ist (bzw. wie sie sie sieht), wie groß die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern immer noch ist. Das betrifft weniger „faktische” Unterschiede wie verschieden hohe Löhne oder ähnliches, sondern vor allem die Erwartungshaltungen, die Vorstellungen, wie sich Menschen bestimmter Geschlechter zu verhalten haben, was ihre Rolle sein soll. Und was das mit und in den Menschen, eben vor allem den Frauen, anrichtet. Das ist, vor allem wenn man die elf erzählten Lebenswege gesammelt betrachtet, nicht nur ernüchternd, sondern eigentlich fast deprimierend. Aber vielleicht ist es ja notwendig, diese ernüchternde Depression immer wieder zu erfahren, damit sich mal irgend wann etwas ändert. Und erfahren lässt sich das dank Streeruwitz, ihrer Genauigkeit und Schärfe, ihre präzisen Lebendigkeit und vitalen Formvollendung, sehr gut, fast sogar schon „schön” in diesen 151 Seiten.</p>
<p>Marlene Streeruwitz: Das wird mir alles nicht passieren… Wie bleibe ich FeministIn. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 2010. 151 Seiten. ISBN <a title="worldcat" href="http://www.worldcat.org/oclc/670470495" target="_blank">978–3-596–17734-9</a>.</p>

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		<title>Transparenz f&#252;r alle</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 14:49:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[eine sch&#246;ne Visualisierung der Zusammenh&#228;nge von Transparenz in Politik, Gesellschaft und Staat auf dem Weg zu einer offenen, transparenten Regierungsform: Die Sunlight-Foundation besschreibt das so: This “Cycle of Transparency” demonstrates, in one image, the specific actions and the variety of actors that need to work together to create the open, transparent government we seek. We [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>eine schöne Visualisierung der Zusammenhänge von Transparenz in Politik, Gesellschaft und Staat auf dem Weg zu einer offenen, transparenten Regierungsform:</p>

<a href="http://matthias-mader.de/wp-content/gallery/diverses/transparenzkreislauf.jpg" title="" class="shutterset_singlepic415" >
	<img class="ngg-singlepic ngg-center" src="http://matthias-mader.de/wp-content/gallery/cache/415__500x_transparenzkreislauf.jpg" alt="transparenzkreislauf" title="transparenzkreislauf" />
</a>

<p>Die <a href="http://www.sunlightfoundation.com/" target="_blank">Sunlight-Foundation</a> besschreibt das so:</p>
<blockquote><p>This “Cycle of Transparency” demonstrates, in one image, the specific actions and the variety of actors that need to work together to create the open, transparent government we seek. We hope this graphic can be a useful tool in thinking about how to make city, state, federal, and even international governments more transparent.</p></blockquote>
<p>(aus dem <a href="http://blog.sunlightfoundation.com/2010/03/10/introducing-the-cycle-of-transparency/" target="_blank">Englischen</a> von <a href="http://www.open3.at/uber-open3/der-transparenz-kreislauf" target="_blank">Open3</a>, via <a title="Transparenz-Kreislauf" href="http://www.netzpolitik.org/2010/der-transparenz-kreislauf/" target="_blank">netzpolitik.org</a>)</p>

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		<title>religi&#246;se konservative sind d&#252;mmer als atheistische linke</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 12:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[zumindest haben sie offenbar einen niedrigeren intelligenz-quotienten. im durchschnitt nat&#252;rlich. zu dem schluss kommt man, wenn man ergebnisse einer amerikanischen und einer englischen studie kombiniert. beide fanden leichte varianzen im iq, die mit der politischen einstellung signifikant korrelieren: die gruppe der sehr konservativen hat demnach einen iq-durchschnitt von 95, die der sehr progressiven einen von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>zumindest haben sie offenbar einen niedrigeren intelligenz-quotienten. im durchschnitt natürlich. zu dem schluss kommt man, wenn man ergebnisse einer amerikanischen und einer englischen studie kombiniert. beide fanden leichte varianzen im iq, die mit der politischen einstellung signifikant korrelieren: die gruppe der sehr konservativen hat demnach einen iq-durchschnitt von 95, die der sehr progressiven einen von 106. ähnlich, wenn auch etwas geringer in der differenz, bei der differenzierung zwischen sehr religiös (97) und überhaupt nicht religiös (103). in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/B5z38b/3238429/Hirn-und-Haltung.html">süddeutschen von heute</a> hat christopher schraer das nett erzählt und mit kommentaren und erklärungsversuchen der psychologen garniert, z.B. von Detlef Rost:</p>
<blockquote><p>Um progressiv zu sein, brauchen Menschen kognitive Leistungsfähigkeit. Wer immer im Bekannten bleibt, muss nicht viel überlegen.</p></blockquote>
<p>(via <a href="http://www.sueddeutsch.de">papier-zeitung</a>)<br />
nachtrag: noch mehr dazu hat florian rötzer bei <a href="http://www.heise.de/tp/">telepolis</a> geschrieben: „<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32160/1.html">Intelligente Menschen sind eher Atheisten und gehen nachts später schlafen</a>” (via <a href="http://twitter.com/viertelnachvier">@viertelnachvier</a>)</p>

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		<title>Juli Zeh, Corpus Delicti</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 15:11:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>… habe ich gelesen auf der Reise von Venedig zurück nach Mainz.</p>
<p>Ein Thesenroman. Reinsten Wassers. Und durchaus oberster Güteklasse. Aber eben mit all den typischen Problemen — Man merkt die Absicht und ist verstimmt (oder so ähnlich). Nun hielt sich die Verstimmung bei mir extrem in Grenzen, weil ich dem Ziel Zehs, dem freien statt dem sicheren Menschen voll zustimme und stark sympathisiere. Das ändert aber wenig daran, dass der Roman — der sich im Untertitel als „Ein Prozess” ausgibt (Gerichtsverhandlung und Entwicklung — natürlich ist beides gemeint … [und diese absolut durchschaubare Doppeldeutigkeit ist typisch für das Buch {leider, meines Erachtens, den semantische Leerstellen sind interpr), künstlerich eher mittelmäßig ist. Ok, die Informationsvergabe ist ganz gut gelungen, sie entwickelt sich halbwegs ungezwungen (am Anfang freilich mit hohem Tempo — und bewusst auf Klarheit der message ausgerichtet).</p>
<p>Worum geht’s? Um einen Staat der Zukunft, in dem Normalität als Gesundheit definiert wird (bzw andersrum) und Krankheit demzufolge abgeschafft ist — gesellschaftlich und privat. Das bedarf natürlich einiger Vorkehrungen … Jedenfalls gerät die Hauptfigur, eine Biologin, mit diesen staatlichen Vorkehrungen, genannt die „Methode”, in Konflikt. Und entwickelt sich zur Widerständlerin auf sehr eigenen Weise, zu einer Art Revolutionärin ohne Revolution. Jedenfalls zu einem Problem für die „Methode”, dass mit allen Mitteln gelöst und schließlich beseitigt werden muss — nicht ohne einige Verwicklungen natürlich. Durch die Montage verschiedener Ebenen, u.a. auch die eines Putzfrauen-Trios, wird das ganz harmonisch in seiner Vielstimmigkeit und Perspektivität. Aber nichtsdestotrotz bleibt die Botschaft klar: Ohne Freiheit ist der Mensch kein Mensch mehr, ist das Leben keine Leben mehr, sondern nur noch Existenz. Die mag zwar sorgen-, schmerz– &amp; krankheitsfrei sein, aber eben ohne Leben. Die Parallelen zu aktuellen Diskussionen sind wohl mehr als zufällig ;-). Und auch mehr als deutlich … Das, es klang oben ja schon an, mindert meine Begeisterung für dieses Buch etwas: Dass die Phantasie zu wenig ausgereizt wird, die Vorstellungkraft zu blass scheint — auch um den Preis der etwa unvollkommenen Vermittlung der zentralen Textbotschaft wäre das doch etwas spannender gewesen. Für mich zumindest. Aber man kann ja nicht immer alles haben.</p>
<p>Juli Zeh: Corpus Delicit. Ein Prozess. Frankfurt am Main: Schöffling 2009.</p>

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		<title>harter gegenwind f&#252;r die wikipedia</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 12:13:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[der wikipedia weht gerade in den letzten tagen ein harter wind ins gesicht — nicht so ganz verst&#228;ndlich, meiner meinung nach, weil die inklusionisten, die gerade v.a. das wort f&#252;hren, eine enzyklop&#228;die mit einer datenbank und wissen mit information verwechseln (und deshalb so unsinnig pauschal gegen relevanzkriterien argumentieren). jetzt in der telepolis gefunden: Das Interview [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>der wikipedia weht gerade in den letzten tagen ein harter wind ins gesicht — nicht so ganz verständlich, meiner meinung nach, weil die inklusionisten, die gerade v.a. das wort führen, eine enzyklopädie mit einer datenbank und wissen mit information verwechseln (und deshalb so unsinnig pauschal gegen relevanzkriterien argumentieren). jetzt in der telepolis gefunden: Das <a title="telepolis" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31378/1.html" target="_blank">Interview mit dem umstrittenen Medientheoretiker Prof. Eugen Driverman</a> zur ihm drohenden Entziehung der Lehrbefugnis, der fefe-Krise von 2009 und der Kanzlerwahl Westerwelles von 2016 von Markus Kompa. da stehen viele nette sachen drin. zum beispiel: „Diese Sperren waren jedoch damals noch nicht durchsetzbar, da die seinerzeit an der Regierung beteiligte FDP alle anderen Wahlversprechen gebrochen hatte und zur Gesichtswahrung wenigstens das Internetsperrgesetz von 2009 vorläufig blockierte.”</p>

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