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Schlagworte: gesellschaft

Verhängnis

Es wal­tet ein Ver­häng­nis über die­sem Land und ich weiß genau, daß es nicht nur der Kapi­ta­lis­mus ist. Daß die­ser bes­tia­lisch wer­den kann, hat kei­nes­wegs ökono­mi­sche Gründe allein. […]Ich erkenne nur ein all­ge­mei­nes Schla­mas­sel, und bei­nahe wäre mir am liebs­ten, es könnte noch so fort­ge­wurs­telt wer­den.” (Sieg­fried Kra­cauer an Theo­dor W. Adorno, 28.8.1930)

Insubordination

Selt­sam. Rafael Behr, Pro­fes­sor für „Poli­zei­wis­sen­schaf­ten” (im Plu­ral!) in Ham­burg, schreibt in der Zeit 44/2011 (S. 17, jetzt auch online — natür­lich sofort von den erwart­ba­ren Kom­men­tar­re­fle­xen über­schwemmt …) einen eigent­lich recht ver­nünf­ti­gen Text über die angeb­li­che Zunahme der Gewalt gegen Poli­zis­ten, weist zu Recht dar­auf hin, dass diese Zunahme sich durch nichts bele­gen lässt […]

Verein ohne Mitglieder?

Irgend­wie ist das alles wie­der ganz trau­rig und per­vers: Da hat jemand die Idee, die Netz­ge­sell­schaft (was auch immer das ist) als Lobby zu orga­ni­sie­ren und grün­det mit wahn­sin­ni­gem Tam­tam einen Ver­ein. Einen Vor­stand hat man auch schon — Mit­glie­der möchte man aber mög­lichst keine. Die könn­ten ja auch eine Mei­nung haben (das man das […]

Digitales Erinnern und Vergessen

Mit gro­ßen Wor­ten spart Vik­tor Mayer-Schönberger nicht: Eine „Tugend des Ver­ges­sens” beschwört er. Und will sie auch in „digi­ta­len Zei­ten” umset­zen. Aber eigent­lich ist die­ses — ziem­lich posi­tiv bespro­chene — Buch eine Mogel­pa­ckung. Denn Idee, Thema und Argu­ment Mayer-Schönbergers ließe sich auf eini­gen weni­gen Sei­ten aus­reichnd genau dar­stel­len — genauer wird er hier auch nicht. […]

Universität

Ver­schul­det haben den Anse­hens­ver­lust der Hoch­chu­len nicht nur die bösen Poli­ti­ker und leere öffent­li­che Kas­sen, son­dern vor allem ihre Bewoh­ner selbst. Es gibt wenige Insti­tu­tio­nen, die intern so sandkasten-psychologische, so kindlich-narzißtisch, so über­bü­ro­kra­tisch, so argu­men­ta­ti­ons­im­mun, so hilflos-machtzentriert, so endogm, so inzes­tuös, so pho­bisch, kurzum: so irra­tio­nal orga­ni­siert sind wie (deut­sche) Uni­ver­si­tä­ten, die doch der Hort […]

Frauen und Männer

Frei­heit oder Anpas­sung, eigene Iden­ti­tät oder Selbst­auf­gabe in der gesell­schaft­li­chen Unfrei­heit — das sind so unge­fähr die Pole, zwi­schen denen Mar­lene Stre­e­ru­witz die klei­nen und nicht so klei­nen Geschich­ten ihrer Figu­ren in „Das wird mir alles nicht pas­sie­ren…” ansie­delt. Immer wie­der ste­hen die Frauen (und Män­ner) die­ses Buches vor der sel­ben Ent­schei­dung: Auto­nome Per­son bleiben […]