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	<title>„Nächstens mehr.“ &#187; festival</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur. Und das Laufen.</description>
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		<title>jazz oder was? die dritten jazztage des mainzer klangraums</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 20:40:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[zumindest der erste tag, beim zweiten abend konnte ich leider nicht dabei sein. aber die erste h&#228;lfte war schon ziemlich an- &#038; aufregend &#8211; genau wie es das lineup verhie&#223;: triband, frau contra bass, daniel stelter band etc. hier meine betrachtungen f&#252;r die mainzer rhein-zeitung: Zwei Duos und zwei Quartette: Schon der Auftakt der dritten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>zumindest der erste tag, beim zweiten abend konnte ich leider nicht dabei sein. aber die erste h&auml;lfte war schon ziemlich an- &#038; aufregend &#8211; genau wie es das lineup verhie&szlig;: triband, frau contra bass, daniel stelter band etc.</p>
<p>hier meine betrachtungen f&uuml;r die <a href="http://www.rhein-zeitung.de" target='blank' class="liexternal">mainzer rhein-zeitung</a>:<br />
Zwei Duos und zwei Quartette: Schon der Auftakt der dritten Klangraum-Jazztage Mainz bot ein reichhaltiges Programm: Mit Blue Snow, FrauContraBass, Triband und der Daniel-Stelter-Band war das Programm nicht nur gut vollgepackt, sondern auch sehr unterschiedlich best&uuml;ckt. Und einige Bekannte waren ja auch dabei, zusammen mit den neuen Gesichtern beim ausverkauften ersten Tag in der Showb&uuml;hne. Die Veranstalter vom Klangraum-Studio freut der wachsende Zuspruch, die am am Eingang vergeblich noch um Einlass bittenden vermutlich weniger. Ddenn sie verpassten wirklich einiges. Nach dem leisen, feinsinnig-versponnen Auftakt von Blue Snow, dem schweizerischen Percussionisten-Duo, das mit Marimbaphon, Vibraphon und auch auf dem umfunktionierten Ikea-Tisch Rhythmen aller m&ouml;glichen Herk&uuml;nfte ganz ohne schweizer Gem&uuml;tlichkeit mischte, war es aber mit der Ruhe und Gelassenheit ganz schnell vorbei.<br />
FrauContraBass, das andere Duo, erfreuten schon im letzten Jahr bei den Jazztagen. Auch jetzt hatten S&auml;ngerin Katharina Debus und Bassist Hanns H&ouml;hn wieder viel launige Musik dabei. Mit Stevie Wonder, Jamiroquai und vielen anderen widmen die beiden sich der Liebe – der k&ouml;rperlichen und der platonischen, der erf&uuml;llten und der versagten. Trotz der Reduktion des musikalischen Materials erzeugen sie gro&szlig;artige Effekte: H&ouml;hn schrammelt, zupft, klopft und reibt an allen Ecken und Enden seines Kontrabasses, Debus l&auml;sst ihre kr&auml;ftige, volle Stimme r&ouml;hren, scatten und schmeicheln.<br />
Auch die Daniel-Stelter-Band, die zum Schluss, gegen Mitternacht, als das Publikum schon anfing zu schw&auml;cheln, der Showb&uuml;hne einheizte, war im letzten Jahr schon zu Gast. Und immer noch scheinen die vier M&auml;nner &uuml;ber unersch&ouml;pfliche Energiereservoirs zu verf&uuml;gen. Die Rhythmusgruppe ist zwar personalidentisch mit der von Triband. Aber mit Ulf Kleiner an den Fender-Rhodes und Daniel Stelters sowie seiner E-Gitarre wird das ganz anders: Die druckvollen, knackig dr&ouml;hnenden Grooves werden mit dem Mut und der Kraft zu ganz schlichten, bet&ouml;renden Melodien gro&szlig;er Pr&auml;gnanz konfrontiert und erg&auml;nzt. Egal, ob als Hommage an einen HipHopper oder in der traurigen Geschichte eines untergehenden Papierb&ouml;tchens: Alles &uuml;berfl&uuml;ssige wird gnadenlos entsorgt, auf der Suche nach dem Optimum ihrer Musik ist das Quartett schon ziemlich nah am Ziel.<br />
Damit kn&uuml;pfen sie nicht nur personell an Triband an. Auch die machen nicht gerne viele unn&ouml;tige Worte und T&ouml;ne. Aber sie sind exaltierter, experimentierfreudiger. Ihre Mischung aus Pop, Jazz, Funk und einem reichlichen Schuss Soul ist dabei aber auch wunderbar ausgefeilt. Und live noch besser als im Studio: Noch pr&auml;ziser in den Stimmungen, noch genauer und auch noch konzentrierter, noch – was man kaum glauben mag – ein bisschen mehr entschlackt und zugleich gnadenlos fokussiert. Diese Strenge, gepaart mit der unb&auml;ndigen Freude – die Musiker scheinen oft noch mehr Spa&szlig; zu haben als das auch schon begeisterte Publikum – das ist so zwingend, so unbarmherzig richtig – und so wunderbar gut.<br />
Und es ist eine herrliche Erg&auml;nzung f&uuml;r die Jazztage und passt genau in deren Profil. Nach dem ersten Abend war ja noch nicht Schluss: Am Samstag ging es genauso bunt und umfangreich weiter – diesmal mit der Phoenix-Foundation und Lars Reichow, mit dem akustischen Jazz von Spaniol 4, dem elektronisch abgeschmeckten Kl&auml;ngen von „2 fishes in the big big sea“ und den hauseigenen Vibes.</p>
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		<title>„YouTube hat das Beatboxen revolutioniert“</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 18:25:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Raue Industriekl&#228;nge mischen sich hier mit feinsten Harmonien &#8211; der Vocal Jazz Summit in der Mainzer Ph&#246;nixhalle bringt reine T&#246;ne in eine eher ungem&#252;tliche Gegend. Aber die S&#228;nger und Fans sind ja nicht gekommen, die Aussicht zu bestaunen. Sondern zu arbeiten, zu lernen und vor allem ganz viel Vocal Jazz zu h&#246;ren. In allen Facetten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Raue Industriekl&auml;nge mischen sich hier mit feinsten Harmonien &#8211; der <a href="http://vocal-jazz-summit.de/" title="vocal jazz summit" target="_blank" class="liexternal">Vocal Jazz Summit</a> in der Mainzer <a href="http://www.phoenix-halle.de/" target="_blank" class="liexternal">Ph&ouml;nixhalle</a> bringt reine T&ouml;ne in eine eher ungem&uuml;tliche Gegend. Aber die S&auml;nger und Fans sind ja nicht gekommen, die Aussicht zu bestaunen. Sondern zu arbeiten, zu lernen und vor allem ganz viel Vocal Jazz zu h&ouml;ren. In allen Facetten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mittendrin in dem Gewusel schlendert Tobias Hug gelassen vom Studioraum zur Kaffeetheke, vom Foyer auf die gro&szlig;e B&uuml;hne. Der auf den ersten Blick unscheinbare, zur&uuml;ckhaltende Bass der <a href="http://www.swinglesingers.com" title="the swingle singers" target="_blank" class="liexternal">Swingle Singers</a> ist eine der zentralen Figuren des Summits, der nach der Premiere 2005 zum zweiten Mal in Mainz stattfindet.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Hug, immer eine schicke Kappe auf dem kahlen Kopf, hat seine Arbeit n&auml;mlich schon vor dem eigentlichen Beginn angefangen. Drei Tage hat er mit drei Kollegen und 28 Lernwilligen die Masterclass „Beatbox and Beyond“ in der Mainzer Hochschule f&uuml;r Musik auf die Beine gestellt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Es war ungeheuer intensiv. Und es hat wahnsinnig viel Spa&szlig; gemacht. Wir hatten eine ganz starke Eigendynamik, die Gruppe hat sich ganz schnell zusammengefunden. Und was uns besonderen Spa&szlig; gemacht hat: Wir haben noch nicht zusammen gearbeitet, das war auch f&uuml;r uns ein neues Konzept.“ Wir, das sind die vier Dozenten: Neben Hug sein Bass-Kollege bei den Swingle Singers, Kevin Fox, dazu der belgische Beatboxer und Vize-Weltmeister <a href="http://www.myspace.com/the_original_roxorloops" target="_blank" class="liexternal">RoxorLoops</a> und der Franzose Jérôme Colloud, ein Akrobat nicht nur der Stimme.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Erstmals haben wir hier mit Dozenten aus verschiedene Richtungen gearbeitet“, erz&auml;hlt Hug: „Hip-Hop, Vocal-Jazz, Theater: die verschiedensten  Improvisationstechniken waren hier vertreten. Und nat&uuml;rlich spielte das Beatboxen eine besondere Rolle, aber wir haben auch viel mit anderen Improvisationsmodellen gearbeitet, mit circle songs oder Techniken aus der Theaterimprovisation. Unser Ziel war immer, abwechslungsreich zu bleiben und doch zu etwas Gemeinsamen zu kommen.“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="background: transparent none repeat scroll 0% 0%; -moz-background-clip: border; -moz-background-origin: padding; -moz-background-inline-policy: continuous;">Die Masterclass lebte auch von ihrer bunten Zusammensetzung &#8211; von Hip-Hop-Kids bis zu gestandenen Chorleitern und Musiklehrern war so ziemlich alles vertreten. Und alle waren nicht nur musikalisch neugierig und offen: „Wir haben ungeheuer viel zur&uuml;ckbekommen von den Teilnehmern, die haben sich gut miteinander verstanden. Und die Experimentierfreude hat uns immer wieder &uuml;berrascht. Vor allem aber die gro&szlig;en Entwicklungen in diesen drei Tagen, wie wirklich alle sehr bald ihre Hemmungen fallen gelassen haben – das war wirklich toll. Denn am Anfang ist man nat&uuml;rlich scheu, es klingt ja auch etwas albern zun&auml;chst, wenn man es noch nie gemacht hat – aber in der Masterclass haben alle diese Scheu abgelegt.“ Das Abschlusskonzert, zugleich offizieller Beginn des eigentlichen Summits, war zwar fast eine reine Insider-Sache, konnte den Enthusiasmus Tobias Hugs aber gut belegen: Die Dozenten traten kaum mehr in Erscheinung, die Gruppe steuerte sich selbst durch verschiedene Improvisationen, in Gruppen und solistisch, im Circle Song und dem Hip-Hop-Break.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Aber wie kommt man als Schulmusikstudent in Trossingen &uuml;berhaupt zu den Swingle Singers? Und zum Beatboxen?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Ich habe in einer a-cappella-Gruppe gesungen, die sich aus dem <a href="www.jazzchorfreiburg.de" target="_blank" class="liinternal">Jazzchor Freiburg</a> entwickelt hat. Da war ich Bass und habe angefangen, gleichzeitig Beats zum Bass dazu zu machen. Dann hat mich das so interessiert und fasziniert, das ich nach allem gesucht habe, was ich irgendwie finden konnte und habe einen Beatbox-Workshop in &Ouml;sterreich mitgemacht. Gleichzeitig war dort auch ein Swingle-Singers-Workshop. Da habe ich die Swingle Singers kennen gelernt und gemeint, wenn ihr mal einen Bass braucht, meldet euch. Damals studierte ich noch Schulmusik in Trossingen. Sechs Monate sp&auml;ter hatte ich – am Tag meiner Zwischenpr&uuml;fung –  das erste Vorsingen in London …“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Seit 2001 ist er jetzt Bass bei dem wohl dienst&auml;ltesten Vocal-Jazz-Ensemble der Welt. Und inzwischen auch k&uuml;nstlerischer Leiter des Ensembles.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&Uuml;berhaupt hat er schon viel gemacht – Anthropologie studiert, Gesch&auml;ftsmann mit eigenem Unternehmen zum Import von Computerteilen gewesen, als Koch gearbeitet – und dann doch der Entschluss: „Ich muss es mit der Musik probieren. Wenn es nicht klappt – okay. Aber bisher l&auml;uft es ganz gut. Es kann also gut sein, dass das deutsche Beamtentum mich f&uuml;r immer verloren hat.“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Inzwischen ist er trotzdem eine Art Lehrer geworden. Denn immer &ouml;fter l&auml;sst er andere, junge S&auml;nger und Ensembles an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben – da geht es l&auml;ngst nicht nur um das Beatboxen, sondern auch um klassische Ensembletechniken oder verschiedene Methoden des Obertongesangs. Auch das ist typisch f&uuml;r Tobias Hug: „Ich habe halt schon immer, von Kindesbeinen an, ganz viel mit der Stimme einfach experimentiert und rumgespielt.“ Grenzen gibt es da kaum noch.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„YouTube hat das Beatboxen wirklich revolutioniert: Zum Einen kennt jetzt fast jeder Beatboxen. Dann hat es das Beatboxen auch in den Mainstream geschafft – Bj&ouml;rk, Justin Timberlake, DSDS – &uuml;berall findet man sie jetzt.“ Er selbst hat noch ohne das hilfreiche Internet-Videoportal gelernt – mit einer amerikanischen VHS-Kassette und vielen direkten Kontakten zu Beatboxern. Aber Tobias Hug ist doch immer noch in erster Linie Bass, kein reiner Stimmakrobat: „Das Interessante beim Beatboxen ist dann eigentlich, es nicht nur als so ein Gimmick zu benutzen, als etwas Witziges, als Partytrick, sondern wirklich Musik damit zu machen, das Beatboxen also auch musikalisch weiterzuentwickeln. Oder es vern&uuml;nftig in ein Ensemble einzubauen. Das sind zwei v&ouml;llig verschiedene Disziplinen, das Solo-Beatboxing im Hip-Hop-Style mit seinen Battles und Shows und die Vocal Percussion in einem a-cappella-Ensemble. Und da habe ich einfach viel Erfahrung, wie man Vokal-Schlagzeuger ist in einer Band.“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Schlie&szlig;lich ist er ja inzwischen seit acht Jahren die eine H&auml;lfte des tiefen Viertels der Swingle Singers. Was unterscheidet die Arbeit in einer solchen Gruppe also vom Solisten?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Die Technik ist schon dieselbe, aber viel st&auml;rker zur&uuml;ckgenommen: Man macht einen Groove, vielleicht noch ein paar Variationen, w&auml;hrend der Solo-Beatboxer viel st&auml;rker mit elektronischen Soundimitationen aus allen Bereichen der Musik arbeiten wird. Vokalschlagzeuger benutzt dann oft wirklich nur die vier, f&uuml;nf Kl&auml;nge des Schlagzeugs – mehr nicht.“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und die sind in ihren Grundz&uuml;gen schnell gelernt: In mehreren Workshops gaben die Masterclass-Dozenten beim Vocal Jazz Summit noch einmal eine ganz kurze Einf&uuml;hrung in das Beatboxing f&uuml;r alle: Den Aufbau der Grooves aus den einzelnen Instrument des Schlagzeugs, das bewusste Kombinieren von Bass Drum, Snare, Hi-Hat und Toms nicht nur so, dass es groovt, sonder auch so, dass gen&uuml;gend Luft zum Durchhalten bleibt. Und dann muss man nur noch &uuml;ben – die Grundlagen sind nicht schwer.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Aber nat&uuml;rlich bot auch der Vocal Jazz Summit mehr als reine Vocal Percussion. Sehr viel mehr sogar. Neben den gro&szlig;en Konzerten mit Top Acts aus der ganzen Welt &#8211; den Swingle Singers, The Real Group, Manhattan Transfer &#8211; eine Menge (noch) nicht so ber&uuml;hmter Ensembles, Nachwuchsgruppen aus ganz Europa – nicht unbedingt viel schlechter, wenn &uuml;berhaupt. F&uuml;r jede Menge Abwechslung im Stil und Repertoire, f&uuml;r Gruppen von solistischen Ensembles bis zur vokalen Big Band war so gesorgt. Eine Menge Anregungen also, diese internationale Leistungsschau des Vocal Jazz, eine Menge Stoff f&uuml;r die Ohren – danach braucht man erst einmal Pause.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die gab’s aber nicht. Denn selbst zwischen Nachmittags- und Abendkonzert, zwischen morgendlichem Workshop und mitt&auml;glichem Coaching ist da ja auch noch das zentrale Zelt vor der Ph&ouml;nixhalle, wo sich alle Welt wieder trifft, um beim Kaffee weiter zu machen, das Geh&ouml;rte zu diskutieren und Kontakte zu kn&uuml;pfen. Und dann waren da ja auch noch die Workshops &#8211; eher theoretisches zum Proben, Arrangieren und Dirigieren von Vocal Jazz-S&auml;tzen mit Stephen Zegree oder Bertrand Gr&ouml;ger (der seine Loop-Songs auch in den abendlichen Konzerten mit dem Publikum zelebrierte) und anderen oder etwa eine Einf&uuml;hrung in die Arrangements Gene Puerlings von Jesper Holm. Die Teilnehmer waren daf&uuml;r teilweise weit angereist – aus ganz Deutschland sowieso, aus den Niederlanden, Belgien, der Schweiz. Und auch aus dem Iran: Das Teheran Vocal Ensemble, gerade in Europa auf verschiedenen Festivals unterwegs, nutzte die Chance, sich in einem der angebotenen Coachings durch die Real Group und die Swingle Singers noch einen Feinschliff beim gro&szlig;en Vorbild aus England abzuholen. Mehdi Abtahi war ganz begeistert: „Die haben diese Art der Musik bei uns &uuml;berhaupt erst bekannt gemacht. Und jetzt konnten wir von ihnen lernen – das war sehr hilfreich und hat uns gro&szlig;en Spa&szlig; gemacht.“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das Niveau war nicht nur in den Konzerten hoch – auch in den Coachings offenbarten so einige Amateurgruppen professionelles K&ouml;nnen. Tobias Hug beobachtet das auch von London aus: „Ich sehe, dass sich in den letzten f&uuml;nf, sechs Jahren hier viel getan hat, dass viele Gruppen nicht nur den Schritt in die Professionalit&auml;t geschafft haben, sondern richtige Stars sind.“ Und dass die Entwicklung auch in die Breite geht: „Die Leute wollen eben singen – und a-cappella ist unschlagbar, vor allem im Live-Kontext: Die Stimme ist das Unmittelbarste &uuml;berhaupt um mit dem Publikum in Kontakt treten. Die Menschen wollen singen, aber nicht mehr im Kirchenchor – da entwickeln sich eben Jazz-, Pop- und Gospelch&ouml;re. Vielleicht h&auml;ngt das auch mit dem Beatboxen zusammen. Aber a-cappella war schon immer cool. Nur haben&#8217;s die Leute noch nicht gewusst. Und jetzt merken sie es.“ Und damit verabschiedet sich Tobias Hug. Er hat noch viel vor – ein weiterer Workshop wartet, dann der Soundcheck und das gro&szlig;e Konzert der Swingle Singers.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">(geschrieben f&uuml;r die <a href="http://www.dcvg.de/neuechorzeit/chorzeit.html" target='blank' class="liexternal">Neue Chorzeit</a>)</p>
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		<title>oh, merry england!</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 21:41:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der arme Steven Devine. Der Cembalist muss am Schluss einen ziemlich steifen Hals gehabt haben. Denn mehr als in seine Noten blickte er beim Konzert in der Augustinerkirche zu seinen Ensemblekollegen von London Baroque. Und daf&#252;r musste er st&#228;ndig schr&#228;gt &#252;ber seine rechte Schulter schauen. Die Verrenkungen haben sich aber gelohnt. Zumindest f&#252;r das Publikum, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der arme Steven Devine. Der Cembalist muss am Schluss  einen ziemlich steifen Hals gehabt haben. Denn mehr als in seine Noten blickte er beim Konzert in der Augustinerkirche zu seinen Ensemblekollegen von London Baroque. Und daf&uuml;r musste er st&auml;ndig schr&auml;gt &uuml;ber seine rechte Schulter schauen. Die Verrenkungen haben sich aber gelohnt. Zumindest f&uuml;r das Publikum, das so Erstklassiges zu h&ouml;ren bekam.</p>
<p>Die permanente visuelle Kommunikation des Quartetts, die nicht nur vom Cembalo ausging, sondern den Gambisten Charles Medlam genauso einbezog wie die beiden Geigerinnen Ingrid Seifert und Hannah Medlam, diese st&auml;ndige gegenseitige Kontrolle und Vergewisserung der Gemeinsamkeiten f&uuml;hrt zu einem starken, wunderbar konzentrierten Klangbild. Die Erfahrung aus &uuml;ber drei&szlig;ig Jahren gemeinsamen Musizierens hilft da nat&uuml;rlich auch noch. Jedenfalls gab es einiges zu sehen: Nicht nur aufmerksame, hellwache und kommunikative Musiker, deren Blicke sich &ouml;fter kreuzten als ihre Melodien, sondern auch ganz viel Bewegung: Da tanzten die B&ouml;gen munter &uuml;ber die Saiten und die Finger wirbelten die Griffbretter hoch und runter – Langeweile hatte keine Chance in der Augustinerkirche.</p>
<p>Nur der Bach-Notenband auf dem Pult vor Devine blieb stummes, unbewegliches Requisit – ganz der englischen Musik hatten die Londoner sich gewidmet. Nat&uuml;rlich, w&uuml;rde man sagen, w&uuml;sste man nicht, dass die Londoner auch ganz ausgezeichnet deutsche und italienische Barockmusik spielen k&ouml;nnen. Aber davon gab es dieses Mal nur in der Zugabe eine klitzekleine Kostprobe.</p>
<p>Englische Musik des 17. Jahrhundert also – das ist vieles, was kaum noch jemand wirklich kennt: Kammermusik von Komponisten wie John Jenkins, Christopher Simpson, William Lawes oder Matthew Locke ist heute nicht mehr sehr verbreitet. Zu ihrer Zeit waren das in und um London aber alles ausgewiesene, gesch&auml;tzte Meister. Die Formen reichen von empfindsamen Tanzs&auml;tzen – gro&szlig;artig etwa das Cembalosolo „A sad Pavan for these distracted times“, in der Thomas Tomkins die Wirren nach der Hinrichtung des K&ouml;nigs Charles in eine f&uuml;r das 17. Jahrhundert extrem emotionale Musik fasst – bis zur typischen englischen Gattung der Grounds. Von diesen freien Variationen &uuml;ber ein wiederholtes Bassthema hatte das Ensemble einige dabei, etwa Christopher Simpsons “Ground Divisions“, die dem Gambisten Charles Medlam viel M&ouml;glichkeiten gab, nicht nur seine Fingerfertigkeit, sondern auch seinen Einfallsreichtum vorzuf&uuml;hren.</p>
<p>Die abschlie&szlig;ende H&auml;ndel-Sonate – in England gilt George Frederic Handel ja genauso selbstverst&auml;ndlich als Engl&auml;nder wie hier als Deutscher – allerdings war dann nicht mehr ganz so typisch englisch. Aber London Baroque ist kosmpolitisch genug, auch das zu meistern: Mit ihrer typischen Einf&uuml;hlungskraft und der wunderbar wachsamen, reaktionsfreudigen Gemeinsamkeit ihres energischen Spiels machten sie sich H&auml;ndel genauso zu eigen wie den Rest des Programms.</p>
<p>(gechrieben f&uuml;r die <a href="http://www.rhein-zeitung.de" target='blank' class="liexternal">mainzer rhein-zeitung</a>)</p>
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		<title>haydn, nichts als haydn: die er&#246;ffnung des mainzer musiksommers</title>
		<link>http://matthias-mader.de/musik/haydn-nichts-als-haydn-die-eroeffnung-des-mainzer-musiksommers/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 13:11:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Festlicher geht es kaum. Passender aber auch nicht: Denn die feierliche Er&#246;ffnung des Mainzer Musiksommers – der dieses Jahr schon seinen zehnten Geburtstag feiern kann – verbindet sich im ersten Konzert mit einer intensiven W&#252;rdigung eines der diesj&#228;hrigen Jubilare der Musikgeschichte. Domkapellmeister Mathias Breitschaft dirigierte zum Auftakt der diesj&#228;hrigen, gemeinsam von SWR und der Stadt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Festlicher geht es kaum. Passender aber auch nicht: Denn die feierliche Er&ouml;ffnung des Mainzer Musiksommers – der dieses Jahr schon seinen zehnten Geburtstag feiern kann – verbindet sich im ersten Konzert mit einer intensiven W&uuml;rdigung eines der diesj&auml;hrigen Jubilare der Musikgeschichte. Domkapellmeister Mathias Breitschaft dirigierte zum Auftakt der diesj&auml;hrigen, gemeinsam von SWR und der Stadt Mainz veranstalteten Konzertreihe, n&auml;mlich ein reines Haydn-Programm. Und obwohl er in „seinem“ Raum, dem Dom, naturgem&auml;&szlig; vorwiegend Kirchenmusik heranzog, ein gleicherma&szlig;en repr&auml;sentatives und abwechslungsreiches. Denn neben dem Zentrum, der Gro&szlig;en Orgel-Solo-Messe und dem „Te Deum Laudamus“ noch zwei Orgelkonzerte aus dem reichen Fundus, den Haydn auch da hinterlassen hat.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Der Limburger Organist Markus Eichenlaub meisterte dabei auch die virtuosen Passagen fast nonchalant, immer mit coolem understatement und l&auml;ssiger Eleganz, die ihre Wirkung vor allem aus der leicht dahin fliegend, locker und entspannt wirkenden technischen Pr&auml;zision sch&ouml;pfte. Das Kurpf&auml;lzische Kammerorchester lie&szlig; Breitschaft etwas erdiger und st&auml;rker grundiert begleiten. So bot er dem Solisten viel Raum, der sich – aus der Partitur spielend – aber lieber zur&uuml;ckhielt und geschmeidig in den Gesamtklang eingliederte.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Doch im Zentrum des Er&ouml;ffnungskonzertes stand mit der gro&szlig;en und gro&szlig;artigen Messe eine fr&ouml;hlich-&uuml;berschw&auml;ngliche Vertonung des Ordinariums. Und Breitschaft lie&szlig; keinen Zweifel an seiner Bereitschaft, der Messe nicht nur Power ohne Ende mitzugeben, sondern auch stark kontrastierende zarte und innige Momente. Und dann wieder war die Messvertonung spritzig-pulsierend bis zur Grenze des Wahnwitzes. Aber es ging alles gut – der Domkammerchor war bestens pr&auml;pariert und verw&ouml;hnte mit jugendlich-frischem und schlanken Klang. Und die versierten Solisten, neben der gewohnt souver&auml;nen Janice Creswell und der klaren Diana Schmid sowie dem zur&uuml;ckhaltenden Bass Clemens Breitschaft vor allem der charismatische und engagierte Tenor Daniel Jenz, lie&szlig;en auch keine W&uuml;nsche offen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&Auml;hnlich forsch ging der Domkappellmeister auch das C-Dur-Te deum an. Das wurde dann so rasant und energieprotzend, dass es fast einen Tick angeberisch wirkte. Aber nur fast: Denn Breitschaft blieb immer gerade noch so kontrolliert und zielgerichtet, dass das Te deum zu einer unwiderstehlichen Verf&uuml;hrung, einer sanften, unmerklichen &Uuml;berredung hin zu Glauben und Kirche, wurde. Dass so wundersch&ouml;ne Musik entstand, war fast nur ein Nebenprodukt. Aber wenn das so gut gelingt, dann l&auml;sst man ihm die Absicht zur Verf&uuml;hrung – die schlie&szlig;lich durchaus im Sinne Haydns ist – gerne durchgehen. Und hofft, dass die restlichen Konzerte des Musiksommers genauso viele Verhei&szlig;ungen preisgeben werden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">(geschrieben f&uuml;r die <a href="http://www.rhein-zeitung.de" target='blank' class="liexternal">mainzer rhein-zeitung</a>.)</p>
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		<title>jazz im klangraum: jazztage mainz, tag 1</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 12:26:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim ersten Mal h&auml;tte es noch Gl&uuml;ck sein k&ouml;nnen, beim zweiten Mal kann der Erfolg der Jazztage Mainz kein Zufall mehr sein. Acht Bands in zwei Tagen ist eine Menge Musik, aber im „Klangraum“, wie die Organisatoren sich nennen, ist Platz f&uuml;r vieles. Musikalische Grenzen sind hier l&auml;ngst aufgehoben. So war es auch beileibe kein reines Jazz-Festival, der Pop nahm auch geh&ouml;rigen Raum ein.<br />
Den Anfang machte das sehr relaxte „Diethelm Duo“. Mit der Besetzung Fender Rhodes und Saxophon spielten sie angenehm entspannte Kompositionen mit un&uuml;berh&ouml;rbaren Wurzeln im West-Coast-Cool-Jazz. Ihre fein gewobenen, durchaus mal psychedelisch angehauchten klar strukturierten Songs gleichen dabei Ausfl&uuml;ge in vertr&auml;umte Gegenden.<br />
Das Quartett um den Gitarristen Daniel Stelter, dass die B&uuml;hne danach eroberte, f&uuml;hrte in ganz andere Regionen. Denn sie heizten unbarmherzig ein, als w&uuml;rden sie schon ewig zusammen spielen. Dabei waren die Jazztage ihr erster Live-Auftritt &uuml;berhaupt, bisher spielten sie nur im Studio zusammen. Unerbittlich groovten sie mit allen Mitteln und entpuppten sich dabei als echte Klang-Extremisten. Vom ersten Ton jedes neuen St&uuml;ckes an verfolgten sie die Eskalation ihres knackigen Sounds mit enormer Konsequenz. Die Rasanz, mit der diese Mischung aus Jazz, Fusion und hartem Rock von einem Extrem ins andere kippt, war beeindruckend. Genauso wie die Sicherheit, mit der die vier jungen Musiker das mit vollem K&ouml;rpereinsatz vom wippenden Fu&szlig; bis zur exaltierten Mimik umsetzten.<br />
FrauContraBass verhie&szlig; dann erst einmal wieder kammermusikalische Entspannung. Aber von wegen: Auch das Duo von S&auml;ngerin Katharina Debus und Bassist Hanns H&ouml;hn lie&szlig; kaum Luft zum Ausruhen. Daf&uuml;r hatten ja auch die reichlich dimensionierten Umbaupausen gen&uuml;gend Gelegenheit gegeben. Auf die Idee muss man freilich erst einmal kommen, mit Bass und Gesang ausgesuchte Perlen der Popgeschichte neu zu interpretieren. Stevie Wonder hat diese artistische Duo genauso auf dem Programm wie Michael Jackson oder Britney Spears. Und weil Debus eine sehr wandlungsf&auml;hige S&auml;ngerin auch ohne Text ist und H&ouml;hn seinen Kontrabass auch mal zum Schlagzeug verwandelt, funktionierte das wunderbar.<br />
Funktionieren trifft auch die Vorgehensweise von „Trance Groove“ sehr genau. Die sieben Musiker um den Schlagzeuger Stefan Krachten grooven mit schamlosem Ekkletizismus und gnadenloser guten Laune seit &uuml;ber f&uuml;nfzehn Jahren durch Jazz, Rock und Funk. Und sie klingen immer noch frisch und unverbraucht, voller Ideen und vor allem Spontaneit&auml;t und echter Kraft – auch in der Showb&uuml;hne Mainz. Ein wirklich mitrei&szlig;ender und fetziger Abschluss des Abends – f&uuml;r die Jazztage Mainz allerdings gerade einmal die Halbzeit, denn auch der Samstag war ja wieder voller Musik.</p>
<p>(geschrieben f&uuml;r die <a href="http://www.rhein-zeitung.de" target='blank' class="liexternal">mainzer rhein-zeitung</a>)</p>
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