Ins Netz gegangen (31.8.)

Ins Netz gegan­gen am 29.8.:

  • Strand: Wie Gold am Meer | ZEIT ONLINE -
    Es ist nicht nur das Meer, das den Sand vom Strand weg­holt, es ist auch der Mensch.

    span­nen­der text über den sand — am strand und im beton etc. und was der in den letz­ten jah­ren alles für pro­bleme berei­tet (weil der mensch herumpfuscht …)

  • Spen­den­ak­tion ǀ Ice Bucket Chal­lenge? Fuck off! — der Frei­tag — RT @derfreitag: Spen­den­ak­tion: #Ice­Bu­cket­Chal­lenge? Fuck off! »
  • Kolumne Luft und Liebe: Wahn und Schmod­der — taz.de — »Brea­king News: Die Welt ist kom­pli­ziert. Und im Inter­net gibt es gleich­zei­tig Femi­nis­tin­nen und krasse Por­nos« >
  • 50 — Na 1, 356 — Kor­re­spon­den­zen mit Her­bert Mar­cuse (p. V 118, 1 – 383) — Seite — Max Hork­hei­mer — Digi­tale Samm­lun­gen — RT @benni_b: Doof wenn man berühmt wird und dann im Nach­lass des Kum­pels der eigene Sexis­mus zu Tage tritt: #mar­cuse #horkheimer
  • Sim­ply Explai­ned — Geek&Poke — Sim­ply Explai­ned — Geek&Poke;
  • Deut­sche Poli­tik vor den Welt­krie­gen — FAZ — hein­rich august wink­ler über den kriegs­be­ginn 1914, die frage der schuld bzw. haupt­schuld und warum sei­ner mei­nung nach deutsch­land nicht ganz auf einer ebene mit den ande­ren euro­päi­schen staa­ten anzu­sie­deln ist:
    Schwe­rer noch wiegt die Aus­klam­me­rung der innen­po­li­ti­schen Vor­ge­schichte des deut­schen Weges in den Ers­ten Welt­krieg bei Clark und Münk­ler. Der Mili­ta­ris­mus war ein gesamt­eu­ro­päi­sches Phä­no­men, aber nir­gendwo waren die Gesell­schaft und das poli­ti­sche Den­ken so mili­ta­ri­siert wie im Deut­schen Reich. „Kriegs­par­teien“ gab es über­all, aber nir­gendwo ver­füg­ten sie über einen so brei­ten gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Rück­halt wie in Deutsch­land. Er reichte vom ost­el­bi­schen Rit­ter­guts­be­sitz über die Schwer­in­dus­trie und Teile des gebil­de­ten Bür­ger­tums bis zu den Ver­bän­den des gewerb­li­chen Mit­tel­stan­des und der kauf­män­ni­schen Ange­stell­ten. Deutsch­land war eine kon­sti­tu­tio­nelle, keine par­la­men­ta­ri­sche Mon­ar­chie. Der Reichs­kanz­ler war dem Kai­ser, nicht dem Reichs­tag ver­ant­wort­lich. Die mili­tä­ri­sche Kom­man­do­ge­walt des Königs von Preu­ßen, der zugleich Deut­scher Kai­ser war, bedurfte nicht der minis­te­ri­el­len Gegen­zeich­nung — ein Relikt des Absolutismus.

     — und zur kon­ti­nui­tät von 1914 und 1939 (was alles zusam­men bei den faz-lesern nicht auf große gegen­liebe stößt …)

  • In Rede­si­gned Room, Hos­pi­tal Pati­ents May Feel Bet­ter Alre­ady — NYTimes.com — die new york times über die rolle von archi­tek­ten im gesund­heits­we­sen, hier am bei­spiel eines neu­baus des »Uni­ver­sity Medi­cal Cen­ter of Prin­ce­ton«:
    But the real eye-opener was this: Pati­ents also asked for 30 per­cent less pain medication.

  • Es geht ums Lesen — taz.de — johan­nes thum­fart in der der taz über das befrei­ende poten­zial von ebooks (und warum es schein­hei­lig ist, dem gedruck­ten buch so sehr nach­zu­wei­nen):
    Kern der ableh­nen­den Hal­tung gegen­über dem E-Book ist, dass es eben nur den eigent­li­chen Zweck von Büchern erfüllt, näm­lich das Gele­sen­wer­den. Dage­gen ist das gedruckte Buch in unse­ren Brei­ten­gra­den vor allem ein Dummy für den Gaben­tisch, das man geschenkt bekommt, im Bücher­schrank abstellt, als Acces­soire neben den Latte mac­chiato legt, aber auch — etwas sel­te­ner — an Freunde ver­leiht und wei­ter­ver­kauft. Für all diese Neben­as­pekte der Buch­kul­tur taugt das E-Book nicht.

    Anstatt also dem gedruck­ten Buch nach­zu­wei­nen oder gar zu ver­su­chen, es durch Orna­mente im bis­lang herr­lich redu­zier­ten E-Book zu imi­tie­ren, muss E-Book-Kultur davon han­deln, den Pro­zess der Demo­kra­ti­sie­rung, Säku­la­ri­sie­rung und Ratio­na­li­sie­rung der Schrift, der schon mit der Erfin­dung des Alpha­bets begann, zu beschleu­ni­gen. In dem Sinne fin­det sich die Speer­spitze der Buch­kul­tur heute in den tri­via­len Ecken fernab der Bücher­mes­sen und ähn­li­cher Ver­an­stal­tun­gen: In der »Fan Fic­tion« zum Bei­spiel, wo mas­sen­weise Schmud­del­li­te­ra­tur for the people by the people gemacht wird, die auch noch in der U-Bahn voll­kom­men unsicht­bar gele­sen wird und in kei­nem Regal als Tro­phäe aus­ge­stellt wer­den muss.

    Buch­ge­stal­ter, Ver­lage, Kri­ti­ker, Buch­de­ckel und Dru­cker­schwärze ste­hen die­ser neuen, auf das Wesent­li­che redu­zier­ten Ästhe­tik der sich lite­ra­risch eman­zi­pie­ren­den Masse nur im Wege.

  • Warum ich die Peti­tion gegen Ama­zon nicht unter­schreibe — Süddeutsche.de — ich finde, ste­fan weid­ner hat durch­aus recht, auch wenn er sich in details irrt (wann/womit bitte ist es bes­ser, auf dem tablet als auf dem ebook-reader zu lesen? und natür­lich ist es nicht egal, wo ich meine ebooks kaufe, weil ama­zon sie ein­sperrt. aber das sind neben­säch­lich­kei­ten, die hier nichts zur sache tun)
    Aggres­si­vi­tät und einen unsen­ti­men­ta­len Blick nach vorn. Ama­zon hat das, der deut­sche Buch­markt nicht, nichts ande­res belegt der Pro­test gegen Ama­zon. Ich ver­stehe die Gründe für den Pro­test und die Angst, aber das ändert nichts an der Ver­knö­che­rung und Refor­mun­wil­lig­keit des Buch­mark­tes. An sich ist er, ich sagte es, per­fekt. Aber das Sys­tem hat den Kon­takt zur Außen­welt ver­lo­ren. Und da diese, wie Außen­welt oft, unbe­kannt und böse ist, will man sich nur umso mehr von ihr abkap­seln. So sind schon viele Spe­zies ausgestorben.

Bücher

Zum heu­ti­gen »Welt­tag des Buches« darf und muss Georg Chris­toph Lich­ten­berg, der große Leser und Schrei­ber, zu Wort kom­men lassen:

Wie man alte Bücher stu­diert, in der Absicht Wahr­heit zu suchen, so kann man wohl zuwei­len eine Aus­beute erhal­ten, die andern ent­gan­gen ist, allein man ris­kiert auch zuwei­len, die beste Zeit sei­nes Lebens zu ver­ku­xen. [H 56]

oder

Es ist sehr gut, die von andern hun­dert­mal gele­se­nen Bücher immer noch ein­mal zu lesen, denn obgleich das Objekt einer­lei bleibt, so ist doch das Sub­jekt ver­schie­den. [H 54]

— Georg Chris­toph Lich­ten­berg, Sudel­bü­cher

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Ins Netz gegan­gen am 8.4.:

  • [toread] Ver­kehr — Auf­ge­sat­telt und … aus­ge­bremst — Schö­nes Fea­ture von Caro­lin Nokel bei Deutsch­land­ra­dio Kul­tur über Fah­r­ad­fah­ren und Ver­kehr in der Stadt

    Rad­fah­ren ist gesund, ver­ur­sacht keine Abgase und kei­nen Lärm. Doch Auto­fah­rer domi­nie­ren den Ver­kehr, die Auto­lobby die Ver­kehrs– und Steu­er­po­li­tik. Fahr­rad­freund­lich­keit zieht in den meis­ten Kom­mu­nen und Groß­städ­ten nur im Schne­cken­tempo ein.

  • Lokal? Egal! | Jak­Blog — Chris­tian Jaku­betz über­legt, was die momen­ta­nen Ver­än­de­run­gen auf dem Lokal­jour­na­lis­mus­markt für Gründe und Aus­wir­kun­gen haben könn­ten:

    Tat­säch­lich gibt es keine Medi­en­gat­tung, bei der Anspruch, Wahr­neh­mung und Wirk­lich­keit so weit aus­ein­an­der klaf­fen wie im Loka­len. Nie­mand käme theo­re­tisch auf die Idee, Lokal­jour­na­lis­mus für über­flüs­sig erklä­ren zu wol­len. […]
    Und was, wenn sich irgend­wann her­aus­stellt, dass eine junge Gene­ra­tion, die in einer global-digitalen Welt auf­ge­wach­sen i…

  • (500) http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/zeitgenossen/swr2-zeitgenossen-steffen-popp-huchel-preistraeger-2014/-/id=660664/did=12929790/nid=660664/3r4u20/index.html — »Wenn man etwas errei­chen will im Gedicht, nützt es nicht, es aus­zu­spre­chen.« (Stef­fen Popp)
  • Kri­mi­no­lo­gin über den „Islam-Rabatt“: „Ehren­morde wer­den här­ter bestraft“ — taz.deKön­nen mus­li­mi­sche Täter vor deut­schen Gerich­ten mit Nach­sicht rech­nen? Eine Kri­mo­no­lo­gin im Interview
  • Rese­arch Frag­ments: Visua­li­zing the seven­teenth cen­tury — Die deut­sche Buch­pro­duk­tion im 17. Jahr­hun­dert (wie sie sich in den momen­tan vor­han­de­nen VD17-Daten spie­gelt): Mit schö­ner Delle im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg
  • [toread] My Night in Soli­tary — NYTimes.com -
    If an inmate acts up, we slam a steel door on him. Ad Seg allows a pri­son to run more effi­ci­ently for a period of time, but by pla­c­ing a dif­fi­cult offen­der in iso­la­tion you have not sol­ved the pro­blem — only delayed or more likely exa­cer­ba­ted it, not only for the pri­son, but ulti­mately for the public. Our job in cor­rec­tions is to pro­tect the com­mu­nity, not to release people who are worse than they were when they came in.

  • Über­le­gun­gen zur gesell­schaft­li­chen Rele­vanz vasal­li­ti­scher Bezie­hun­gen in der Karo­lin­ger­zeit | Mit­tel­al­ter — 
  • 22. Fla­che Geschichte | Geschichte wird gemacht -
    Was sol­cher­art pro­du­ziert wird, ist eine fla­che Geschichte, die keine Win­kel und Kan­ten hat, kei­nen Wider­stand bie­tet, son­dern pro­blem­los unse­ren Erwar­tun­gen unter­wor­fen wird. Geschichte wird zwei­di­men­sio­nal. Das ist in etwa so, als wür­den wir die Viel­falt einer Land­schaft mit der Land­karte ver­wech­seln, die wir von ihr ange­fer­tigt haben. Fla­che Geschichte ist die bequeme Mög­lich­keit, sich von all den Kom­pli­ziert­hei­ten und Kom­ple­xi­tä­ten zu ver­ab­schie­den, die eine inten­sive (und damit …
  • Ham­bur­ger Hedo­nis­ten ent­tar­nen sich: „Ein rei­nes Schau­spiel“ — taz.de — Der »Pri­vat­do­zent des Hedo­nis­ti­schen Inti­tuts für ange­wandte Popu­lis­mus­for­schung« in Ham­burg über Popu­lis­mus und die Leich­tig­keit, Medien zu mani­pu­lie­ren:

    Natür­lich ist es kein Grund zu tri­um­phie­ren, zu sehen, wie weit sich der Jour­na­lis­mus von ursprüng­li­chen Idea­len ent­fernt hat. Aber genau das woll­ten wir ja auch errei­chen, mit einer hane­bü­che­nen Geschichte und abstru­sen Falsch­be­haup­tun­gen in die Medien zu kom­men. Es ist natür­lich auch ein Spiel, das Spaß macht, wenn man sich mit e…

  • Bay­reu­ther Mani­fest zu Recht und Moral — Die Bey­reu­ther Juris­ten (?) schrei­ben ein Mani­fest zum Zusam­men­hang von Recht und Moral und den not­wen­di­gen und gewünsch­ten Ver­hal­tens­wei­sen eini­ger gesell­schaft­li­cher Akteure

    Wenn man aber weder ver­recht­li­chen noch mora­li­sie­ren will, muss man die Ori­en­tie­rung der Moral am Recht und die mora­li­sche Ver­bind­lich­keit des Rechts stär­ken. Recht und Moral betref­fen unter­schied­li­che Gel­tungs­sphä­ren, die nicht fusio­niert wer­den dür­fen, näm­lich die demo­kra­ti­sche und die auto­nome Gesetzgebung. …

Ins Netz gegangen (2.4.)

Ins Netz gegan­gen am 2.4.:

  • Zum Tod von Jac­ques Le Goff — Nils Mink­mar wür­digt den gro­ßen Mediä­vis­ten Jac­ques Le Goff in sei­nem Nach­ruf:
    Kein Thema war zu ent­le­gen, keine Fra­ge­stel­lung zu banal, als dass er nicht dar­auf ein­ge­stie­gen wäre. Sein Fun­dus an Anek­do­ten, Lese­früch­ten und Zita­ten aus den Quel­len war so beschaf­fen, dass immer etwas passte, nie erlebte man ihn sprach– oder lust­los. Doch er nutzte diese beson­dere Posi­tion eines weit­hin bekann­ten Gelehr­ten und >public intel­lec­tual< nicht, um sich eine aka­de­mi­sche Macht­ba­sis zu erreicht…
  • buecher-magazin.de | Repor­tage: Poe­ti­sche Spu­ren­su­che — Auf dem Weg zur Gegen­warts­ly­rik — Eli­sa­beth Dietz hat sich nach dem Befin­den der Gegen­warts­ly­rik erkun­digt — bei ihren Mache­rin­nen und bei den Ver­trei­bern:
    Was macht eigent­lich die Lyrik? Man sieht sie nur noch sel­ten in der Öffentlichkeit, und wenn, dann redet sie wirr.

  • Lie­bens­werte Löwen für die Rhön « BILD­blog — Gran­dios: Die DPA fällt auf einen sehr durch­sich­ti­gen April­scherz des Hes­si­schen Umwelt­mi­nis­te­ri­ums rein
  • Stif­tung Lyrik Kabi­nett — »Die Gedicht­bü­cher des Jah­res 2013″, eine kluge Liste der Deut­schen Aka­de­mie für Spra­che & Dich­tung mit dem Mün­che­ner Lyrik Kabi­nett (und einige kenne ich sogar schon …)
  • ‘Women con­duc­tors? It’s not get­ting any bet­ter, only worse’ — »This is a purely bio­lo­gi­cal ques­tion.« Ein alter Sack (und Diri­gen­ten­leh­rer — als sol­cher auch sehr erfolg­reich und ein­fluss­reich) sagt, Frauen könn­ten nicht dirigieren
  • Mario Barth: Recher­che? Nie gehört! Wozu auch? — Ste­fan Nig­ge­meier in der FAZ über die (neuen ?) Untie­fen des deut­schen Fern­se­hens:

    Eine aggres­sive Dumm­heit, ein bru­ta­les Nicht-wissen-Wollen prägt diese Sen­dung. Für Mario Barth und seine Hand­lan­ger ist alles eins: Ob tat­säch­li­che kri­mi­nelle Ver­un­treu­un­gen, ärger­li­che Fehl­pla­nun­gen oder unab­seh­bare Aus­ga­ben, deren Sinn einem Laien nicht unmit­tel­bar ein­leuch­ten — wenn man es mit dem Des­in­ter­esse des Mario Barth betrach­tet, sieht alles gleich aus. Jedes Bei­spiel ein Beleg für das, was…

  • Die deut­sche Sehn­sucht, unschul­dig zu sein — taz.de — Gerd Kru­meich, Spe­zia­list für den Ers­ten Welt­krieg, resü­miert die Debat­ten um die (deut­sche) Krieg­schuld und beson­ders die begeis­terte Rezep­tion der The­sen Chris­to­pher Clarks in Deutsch­land — und kommt zu einem dif­fe­ren­zier­te­ren Schluss:
    Alle Mächte waren vor 1914 an der Zuspit­zung und Ver­feind­li­chung des Alli­anz­sys­tems betei­ligt. Genauso wie am Wett­rüs­ten. Da hat Deutsch­land keine beson­dere Ver­ant­wor­tung. Aber die Explo­sion des Juli 1914 gab es, weil das Deut­sche Reich auf den Zünde…
  • Tho­mas Piketty im Inter­view: Rück­kehr des Kapi­tals — Süddeutsche.de — Der Öko­nom Tho­mas Piketty warnt vor einer zuneh­mend unglei­chen Ver­tei­lung des Ver­mö­gens — weil inzwi­schen der nor­male Zustand ein­ge­tre­ten ist, dass das Wirt­schafts­wachs­tum nicht bei fünf oder mehr Pro­zent liegt, geht die Schere zwi­schen Arbei­ten­den und Ver­mö­gen­den immer wei­ter auf:

    Der Wohl­stand ist nicht rich­tig ver­teilt. Des­we­gen bin ich für eine pro­gres­sive Ver­mö­gen­steuer, die steigt, je rei­cher jemand ist.

Ins Netz gegangen (16.10.)

Ins Netz gegan­gen am 16.10.:

  • Jetzt doch: Kostenlos-Kultur im Netz – die deut­sche Huf­fing­ton Post « Micha­lis Pan­telou­ris — Micha­lis Pan­telou­ris zum »Pro­blem« Huff­ting Post:
    Das ist alles gut. Aber kein Jour­na­lis­mus, son­dern poli­ti­sche PR. […] Das kann nicht die Zukunft des Jour­na­lis­mus sein, weil es eben kein Jour­na­lis­mus ist.

    inter­es­sant finde ich ja auch die Leute, die — wie Loh­meyer — mei­nen, das sei so toll, weil hier tech­nisch etwas neues aus­pro­biert würde. für micht sieht die huff­ting­ton post eher wie schlechte web­sites der 90er aus als neu und/oder tech­nisch inno­va­tiv. und mei­nungs­sei­ten gibt es doch auch schon einige — z.b. carta, euro­pean etc. pp.

  • Well­ness für Deutsch – Sprach­log — »Well­ness kann mit ziem­li­cher Sicher­heit von der Liste der Pseu­do­an­gli­zis­men gestri­chen wer­den.« >
  • Zwi­schen den Wel­ten | … ach, nichts. — Chris­tian Wöhrl bringt es auf den Punkt:
    Social Rea­ding wäre also das nächste große Ding. Au weia, die Wort­schöp­fung selbst macht doch schon klar, dass diese Idee direk­ten Wegs aus der Hölle kommt: Ent­we­der lese ich, oder ich bin ein sozia­les Wesen, aber doch nicht bei­des gleich­zei­tig! Ein Buch, das zugleich Schnitt­stel­len in die sozia­len Netz­werke hat, um dort Reak­tio­nen ande­rer Leser abzu­fra­gen oder mein eige­nes Lek­tü­re­er­le­ben dort­hin ein­zu­spei­sen, muss wohl Min­der­wer­tig­keits­kom­plexe haben: Bücher näm­lich, die es nicht schaf­fen, mich in ihrer eige­nen Welt gefan­gen zu hal­ten bis zur letz­ten Seite, sind ein­fach nicht gut genug geschrie­ben. Drü­ber dis­ku­tie­ren kann ich hin­ter­her immer noch, aber dazu brau­che ich doch keine Heat Maps auf jeder Seite …

    das ist genau der Punkt, warum ich da immer (noch) sehr skep­tisch bin, bei den gan­zen Ideen, ein »neues« Lesen zu ermög­li­chen. Und mir scheint, dass da oft ein sehr uti­li­ta­ris­ti­sches Lesen gedacht wird, kein künst­le­ri­sches oder kunst-erfahrendes lite­ra­ri­sches Lesen …

  • Der Luft­ver­kehr ist die welt­größte und sinn­lo­seste ABM-Maßnahme | Tele­po­lis — Alex­an­der Dill ran­tet in der »Tele­po­lis« sehr schön über die Unsin­nig­keit des Flug­ver­kehrs und seine (sub­ven­tio­nier­ten) Kos­ten:
    Aber wer sol­cher­ma­ßen reist, bringt die nötige Opfer­be­reit­schaft mit, dient er doch einem höhe­ren Zweck, näm­lich der För­de­rung euro­päi­scher Hoch­tech­no­lo­gie, der Glo­ba­li­sie­rung und dem Wachs­tum. Zwar ist bis heute nicht geklärt, wie 168 Men­schen in weni­ger als 30 Minu­ten in ein Flug­zeug ein­stei­gen sol­len, wie und wo sie pin­keln kön­nen, aber die Trieb­werke und das Radar funk­tio­nie­ren der­art gut, dass das Flug­zeug als sichers­tes aller Ver­kehrs­mit­tel gilt.

Ins Netz gegangen (21.9.)

Ins Netz gegan­gen am 21.9.:

  • Wahl­kampf der Gespens­ter: Die große poli­ti­sche Leis­tungs­ver­wei­ge­rung — FAZ — Der schlaue Nils Mink­mar sagt alles, was es zum jetzt end­lich zu Ende gehen­den Wahl­kampf zu sagen gibt:
    Es war irre. Der Sub­text all die­ser Debat­ten waren uralte Paro­len: Frei­heit statt Sozia­lis­mus. Haus­frauen gegen Raben­müt­ter, freie Fahrt für freie Bür­ger und vor allem: keine Expe­ri­mente. Die­ser Wahl­kampf ist eine ein­zige poli­ti­sche Geis­ter­bahn.
    […]
    Ris­kie­ren wir hier im Lande noch etwas – in der Kunst, der Lite­ra­tur, dem Film, unse­ren Bau­ten, unse­ren Städ­ten –, oder bean­tra­gen wir, das ganze Land zum Welt­kul­tur­erbe zu erklären?

  • Brau­chen wir noch Buch­lä­den? — taz.de — Susanne Mess­mer hat sich für die taz im deut­schen Buch­han­del umge­schaut — und gefragt:
    Und, mal ganz bru­tal gefragt: Gibt es den klei­nen Buch­la­den um die Ecke bald viel­leicht ein­fach des­halb nicht mehr, weil ihn kei­ner mehr braucht?

    ihre Ant­wort — wenn man den Text als eine sol­che lesen mag — ist dann aber wie­der das übli­che: Sie stellt zwei außer­or­dent­li­che Buch­hand­lun­gen (Roter Stern in Mar­burg, Oce­lot in Ber­lin) vor, die es gerade (noch) so schaf­fen, als Unter­neh­men zu beste­hen. Die Frage beant­wor­tet das natür­lich nicht, weil das beide eben gerade keine Buch­lä­den um die Ecke sind — dort herrscht ja längst das große Grauen, das sich von den Ver­kaufs­flä­chen der Ket­ten (die auch hier auf­tau­chen) gar nicht mehr so sehr unter­schei­det. Schon in Uni­ver­si­täts­städ­ten wie Mainz. Von wirk­li­chen Klein­städ­ten gar nicht zu reden …

  • xkcd: Mess — Mess (via Publis­hed arti­cles)
  • Plö­chin­ger — Wie wir nach vorne den­ken soll­ten – acht The­sen zur Zukunft — Ste­fan Plö­chin­ger hat für das Jahr­buch 2013 des BDZV 8 The­sen zum Jour­na­lis­mus der Zukunft ver­fasst, die eigent­lich 8 The­sen zum Jour­na­lis­mus der Gegen­wart sind. Da steht wohl viel Wah­res drin, z.B.:
    Nach Qua­li­tät zu stre­ben, ist essen­ti­ell für die Zukunft, aber Qua­li­tät kommt nicht von selbst oder per Akkla­ma­tion. Sie muss den Lesern täg­lich neu bewie­sen und erar­bei­tet wer­den. Wir alle wis­sen, wie desas­trös es ist, wenn wir mal einen Namen falsch schrei­ben: Der Betrof­fene, aber auch Leser mer­ken sich das jah­re­lang. Wie ver­hee­rend ist es erst, wenn wir Inter­net­sei­ten deut­lich schlech­ter machen, als sie sein könnten.

    Oder diese Beob­ach­tung:

    So ist das jetzt wohl immer: Jour­na­lis­mus als Dau­er­bau­stelle. Es ist die ange­mes­sene Hal­tung in einem Medi­en­sys­tem, das sich per­ma­nent ändert.

    Das ist natür­lich viel ein­fa­cher gesagt als getan und aus­ge­hal­ten — aber es stimmt trotzdem …

  • “Bild zur Wahl” « BILD­blog — RT @BILDblog: Über­mor­gen sol­len alle Haus­halte die »Bild zur Wahl« bekom­men. Wie sie aus­sieht und wie man sich dage­gen weh­ren kann:
  • #4 Emckes Expe­di­tio­nen: Ich wähle | ZEIT ONLINE — gran­dios, unbe­ding lesens­wert! RT @EmckeExpedition: #Emcke(s letzte )Expe­di­tion: ein Plä­do­yer für das Wäh­len: #btw13

Netzfunde vom 6.1. bis zum 11.1.

Meine Netz­funde für die Zeit vom 6.1. zum 15.1.: