die fas missversteht rainald goetz

und zwar ziem­lich aus­führ­lich. das beste und bezeich­nendste kommt kurz vor schluss:

Jeder ist anders, aber ich für mei­nen Teil ver­mag in Joschka Fischer, der uns nicht nur in Tau­sen­den von Inter­views, son­dern auch mit best­ver­kauf­ten Memoi­ren­bän­den über jede Win­dung sei­nes Lebens, sei­ner Poli­tik und sei­ner Lei­bes­fülle infor­miert hat, kei­nen opa­ken Dun­kel­mann der Macht zu sehen. Ich weiß schon jetzt viel zu viel über ihn.

genau das zeigt ja, dass nils mink­mar gar nichts kapiert hat. zumin­dest nichts von dem, worum es goetz geht. das wäre ja kein pro­blem, würde er es ihm nicht vor­wer­fen … schon der anfang ist ja wie­der ein­mal typisch faz/fas:

Es wird ein gro­ßes Fest gewe­sen sein, ges­tern Nacht in der Ora­ni­en­bur­ger Straße 189, schließ­lich waren expli­zit „alle” sogar „herz­lich” ein­ge­la­den, um das Ende von Rai­nald Goetz’ Inter­net­tage­buch „Klage” auf Vanityfair.de zu fei­ern; ja, und dann kom­men zumin­dest viele.

trie­fend vor neid, vor ver­ach­tung der masse und/oder menge, vor über­heb­li­cher selbst­si­cher­heit und gewiss­heit, sich in den eli­tä­ren redak­ti­ons­stu­ben nie mit so einem pro­le­ten­haf­ten dreck näher beschäf­ti­gen zu müs­sen. dass er über­haupt der tirade wert ist, so scheint es, liegt nur in sei­nem ver­gan­ge­nen erfolg begrün­det: „Rai­nald Goetz, ein seit Jahr­zehn­ten legen­dä­rer deut­scher Schrift­stel­ler von vie­rund­fünf­zig Jah­ren”, den die fas halt auch nicht igno­rie­ren möchte. aber ein text, der ande­ren ver­ach­tung vor­wirft, sollte selbst viel­leicht wenigs­tens eine spur ach­tung für den gegen­über haben. doch das will sich mink­mar anschei­nend nicht leisten.

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