sting war ja mal ein halbwegs solider pop-musiker. die betonung liegt auf war … so nach und nach, mit zunehmender beschleunigung, hat er sich nämlich nicht nur verändert, sondern rabiat verschlechtert — was seine musik angeht. schon brand new day war zumindest teilweise zumindest grenzwertig. aber immerhin war hier auch in den misslungenen teilen wenigstens noch der versuch zu hören und zu spüren, etwas sinnvolles, etwas belangvolles auf die beine zu stellen. spätestens mit sacred love war das dann aber vorbei — nur live-aufnahmen hielten den verfall noch etwas auf: all this time ist durchaus eine ziemlich gute sache, von certifiable brauchen wir gar nicht zu reden. aber das sind beide male vorwiegend die alten sachen, die richtig gut geworden sind.
ganz schlimm wurde es — für mich — dann mit dem dowland-album songs from the labyrinth: einfach nur noch peinlich. und genau in diese kategorie fällt jetzt auch if on a winters night - kitsch as kitsch can ist das, sonst nichts. aber noch nicht einmal gut gemacht — einfach nur billig und plakativ bis zum gehtnichtmehr. überall schreit das durchschaubare marktkalkül: kauf mich, ich bin ein tolles weihnachtsgeschenk, tolle stimmungsmusik. aber da ist kein funken musikalität auf dem gesamten album. gut zu hören etwa bei the hounds of winter, einer meiner lieblingssongs von brand new day. dort zwar auch nicht gerade ein großes kunstwerk, aber ein ordentlicher, stimmungsvoller popsong, nett arrangiert. hier ist das nur noch schmalz. total bedeutungsloses gestammel und gebrummel. denn singen konnte sting ja noch nie besonders gut. nie ist es aber so aufgefallen wie hier — alles liegt schön tief, damit es nicht total peinlich wird. und dann diese permanente bedeutungsleere — das ist über die gesamte spieldauer gesehen kaum zu ertragen. was er etwa schuberts leiermann (in hurdy-gurdy man) angetan hat, das müsste eigentlich strafbar sein. das fängt schon mit der ungenauen englischen übersetzung an. und ist dann so gelangweilt, so beiläufig runtergefiedelt — da ist nix von der eigentlichen existentiellen leere, der dauernden suche, der verlorenheit des menschen auf der welt zu spüren (dass es hier zu hören ist, liegt wahrscheinlich eh’ nur daran, dass winter im liedtext vorkommt). schade eigentlich, dass es so weit kommen musste …