Deutscher Alltag oder: Fragezeichenniemands

Es wird ja lang­sam zur Gewohn­heit hier: Die Emp­feh­lung von Kurt Kis­ters Kolumne „Deut­scher All­tag” in der Wochen­en­de­bei­lage der Süd­deut­schen. Aber da ste­hen eben auch immer so tolle Sätze drin. Zum Bei­spiel die­ses Mal:

Gerade die Fra­ge­zei­chen­nie­mands aber haben eine aus­ge­prägte Ten­denz, Kra­wall zu schla­gen. […] Koch ist ein Bei­spiel dafür, dass man es vom Fra­ge­zeichnnie­mand durch kon­se­quen­tes Kra­wal­lie­ren wenn schon nicht zum Aus­ru­fe­zei­chen­je­mand, so doch zum Aus­re­zei­chen­aus­ru­fe­zei­chen schaf­fen kann. „Koch stellt Mer­kel Ulti­ma­tum” geht als Schlag­zeile genauso wie etwa „Ahma­dined­schad will Atom­waf­fen”. Auch „Koch will Atom­waf­fen” oder „Ahma­dined­schad stellt Mer­kel Ulti­ma­tum” ist mgölich, ver­ständ­lich und glaubwürdig.

Die Ver­bin­dung von Kra­wal­lie­ren und „Aus­re­zei­chen­aus­ru­fe­zei­chen” als Kenn­zei­chen des Poli­tik­stils des hes­si­schen Lügen­prä­si­den­ten ist schon sehr tref­fend, finde ich. Und erfri­schend sprach­schöp­fe­risch. Vor allem aber nicht sau­er­töp­fisch. Das wird man ja schon von alleine, wenn man sich die Äuße­run­gen Kochs in mehr als homöo­pa­thi­schen Dosen zufüh­ren muss.