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Taglied 24.1.2012

… und mal wie­der etwas ganz ande­res. Heute mal wie­der Att­wen­ger, mit „Warm”, zuerst 1996 auf der Trikont-Compilations „Nicht zuhause Mama — Per­len deutsch­spra­chi­ger Pop­mu­sik #2″, dann — als „Es wird scho wie­der woarm werdn” auch auf Att­wen­gers „Song”:

Taglied 23.1.2012

Her­bert Henck spielt Stock­hau­sen, hier das kurze Kla­vier­stück VIII:

/via atonality.net

Jazz oder so

Das beste kam mal wie­der zum Schluss. Das ist schon eine kleine Tra­di­tion bei den Main­zer Jazz­ta­gen, dass die beein­dru­ckends­ten Auf­tritte erst wirk­lich spät am Abend begin­nen. Die Ver­an­stal­ter, die Betrei­ber der Main­zer Klangraum-Studios, haben ja inzwi­schen schon Erfah­rung. Zum fünf­ten Mal rich­te­ten sie jetzt die Main­zer Jazz­tage aus. Das Jazz im Titel darf man dabei getrost sehr, sehr weit fas­sen und gerne in Rich­tung Pop­mu­sik ausdehnen.

Auch bei der Eröff­nung der Jubi­lä­ums­auf­lage, wie immer in den gut beset­zen Räu­men der Show­bühne, waren die Pro­gramm­ma­cher groß­zü­gig: Was Til­mann Höhn da auf sei­nen Gitar­ren – er hat gleich vier davon in den Hän­den — fri­ckelte, kann man nach allen bekann­ten Kri­te­rien nun wirk­lich nicht mehr Jazz nen­nen. Gut war es trotz­dem, und das Publi­kum lauschte auch den fein­sin­ni­gen Spie­le­reien, denen er bekannte und beliebte Pop­songs unter­zog, sehr aufmerksam.

Auch mit der voka­len Unter­stüt­zung von Marius Mertz änderte sich daran wenig: „Songs we know“ haben sie ihr Pro­gramm genannt – und würde man nicht so andäch­tig lau­schen, könnte man tat­säch­lich immer mit­sin­gen oder wenigs­tens mit­sum­men, wenn das Duo U2, James Tay­lor oder Mark Knopf­ler interpretiert.

Über­haupt die Spie­le­reien: Das ist viel­leicht das, was die Acts auch bei den fünf­ten Jazz­ta­gen am ehes­ten ver­bin­det: Die Lust, sich in den Details zu ver­lie­ren, hoff­nungs­los an jedem Klang­mo­ment her­um­zu­spie­len und zu bas­teln. Schon die Eröff­nung durch das Quar­tett „The Hip“, des­sen Name sich wirk­lich auf das Kör­per­teil und nicht auf irgend eine Hipp­ness bezieht, führte das vor. Im Kern spie­len die vier jun­gen Musik um Saxo­pho­nist Daniel Gug­gen­heim soli­den Modern Jazz mit behut­sam noch­mals moder­ni­sierte Stan­dards. Und das lebt eben vor allem von den Details: Den qurir­li­gen Fen­der Rho­des (Ulf Klei­ner), dem knal­len­den Schlag­zeug (Tobias Back­haus), den eif­ri­gen Saxo­phon­kas­ka­den und dem beru­hi­gend wum­mern­den Bass (Hanns Höhn). Gekonnt und prä­zise – aber etwas spar­sam mit dem Neuen.

Das kann man Klima Kalima nicht unbe­dingt vor­wer­fen. Und des­halb waren sie auch ganz zu Recht am Schluss des Frei­tags zu hören, eigent­lich auch schon als Sams­tag­mor­gen­mu­sik: Die­ses Trio, benannt in Anleh­nung an sei­nen Lea­der und Gitar­ris­ten Kalle Kalima, fetzt unbarm­he­zig und ohne Vor­war­nung los. Ihre typi­sche Ber­li­ner Mischung aus genau kom­po­nier­ten und inspi­riert impro­vi­sierte Gebil­den greift gerne weit aus. Die spür­bare Kom­ple­xi­tät ist dabei immer gewollt. Trotz­dem bleibt die Musik von Klima Kalima aber ganz stark bid­lich – durch die Titel wird das noch unter­stri­chen: „Mexico City Drive School“ heißt das, oder „Satur­day Night – Sun­day Morning“: Eine wilde, rau­schende Party, der ver­schla­fe­nes und schlaf­trun­ke­nes Vaga­bun­die­ren folgt, prü­geln Oli­ver Steidle am Schlag­zeug und Oli­ver Potratz (Kon­tra­bass) da aus sich her­aus – nicht nur eine „Sonne aus Musik“, son­dern eigent­lich eine ganze Gala­xie, ein end­lo­ser Rei­gen an Bil­dern, Ideen, Bre­chun­gen und laby­rin­thi­schen Erkundungstouren.

(geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung.)

Taglied 22.1.2012

back to the roots ;-) … und die raf, die treibt mich natür­lich auch noch um. deshalb:

Taglied 21.1.2012

weil ich gerade die auch ganz schöne Platte „Cym/Bowl” von Gün­ter Mül­ler höre, gibt es heute etwas mit sei­ner Betei­li­gung, genauer gesagt, im Duo mit Taku Sugimoto:

Taglied 19.1.2012

Zum 99. Geburts­tag kommt heute Boris Bla­cher zu Gehör, mit sei­ner recht frü­hen (1937) „Con­cer­t­an­ten Musik” für Orces­ter, gespielt von den Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­kern unter Wil­helm Furtwängler.

Hier gibt es übri­gens gerade eine ältere Auf­nahme mit sei­nen Kla­vier­wer­ken: A Clo­set of Curio­si­ties.