An Material lässt es Markus Schöllhorn nicht mangeln. Der Partitur seiner Rockmesse mit dem schönen Titel „Spuren der Hoffnung“, die er für den Deutschen Katholikentag 1998 in Mainz geschrieben hat, ist eine ganze Liste an vorliegenden Ausgaben und Stimmen beigefügt. Und dann ermuntert der Komponist auch noch zum Experimentieren.
Dabei bietet die Messvertonung, deren deutsche Texte von Martina Beckmann und Sibylle Brandl und anderen stammen, schon von alleine viel Abwechslung. Schöllhorn spielt mit den verschiedensten Kompositionsmustern aus dem Sacro-Pop und seinen Verwandten, etwa mit dem homophonen, fast klassischen vierstimmigen Satz des Vater Unser, dem Reggae des Sanctus (inklusive sehr athmosphärischem Intro) oder dem ausgesprochen lebendig-vibrierenden Credo, das vor Zuversicht geradezu strahlt. Und doch immer bleibt auch noch genügend Raum für Adaptionen und Improvisationen. Noch nicht einmal eine Band ist für die Rockmesse unbedingt notwendig – empfehlenswert wäre sie allerdings schon. Aber alternativ gibt es auch eine Orgelstimme, eine Blechbläsersatz oder eine Ausgabe für kammermusikalisches Ensemble.
Für die Sänger ist das insgesamt gar nicht so sehr schwer – man muss sich nur ein bisschen trauen und darf nicht zu schüchtern sein. Und mit ordentlich Schwung an die Sache heran gehen. Die Messe trägt ihren Titel übrigens sehr zu recht: Hoffnung, Aufbruchstimmung, Kraft und Zuversicht sind hier überall nicht nur in Spuren zu finden – sie prägen Text und Musik, Melodie und Arrangement durch und durch.
Markus Schöllhorn: Spuren der Hoffnung. Eine Rockmesse. Carus 97.300 (Partitur), 97.300÷05 (Chorpartitur)
(geschrieben für die neue chorzeit)