Einträge, abgelegt unter “musik”
Golgatha in Weisenau
Man muss Bruno Leipold nicht kennen. Und man kann es eigentlich auch gar nicht: Auf den Konzertprogrammen taucht sein Name nicht mehr auf, selbst einschlägige Nachschlagewerke wissen wenig über ihn zu berichten. Das war einmal anders, zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Kantor, Violinist und Komponist zumindest regionale Berühmtheit in Thüringen erlangt. Die Weisenauer […]
Leiden für die ganze Welt: Die Matthäuspassion im Mainzer Dom
Manche Musik ist bes ser als jeder Film. Bachs Matthäuspassion ist so ein Fall: Obwohl es nichts zu sehen gibt außer einer großen Menge klösterlich schwarz gekleideter Musiker erzählt sie unheimlich viel. Eigentlich steckt sogar alles darin: Niedertracht, Opferbereitschaft, Heldentum, Schmerz, Trauer, Verzweiflung und Erlösung, aber auch Dankbarkeit, Versenkung, Liebe und Hoffnung – kaum eine […]
Der Weltuntergang findet nicht statt — Ligetis „Macabre” in Mainz
György Ligetis „Le Grand Macabre” habe ich bis gestern noch nie live gesehen, sondern bisher nur als Musik bzw. Text gekannt. Und die Mainzer Inszenierung (auch für Mainz übrigens das erste Mal, das auf die Bühne des Staatstheaters zu bringen) ist nicht dazu angetan, das wesentlich zu ändern. Zumindest im Moment nicht. Denn das, was […]
Symphonie des Grauens: Klingender Stummfilm
Eine Symphonie des Grauens ohne Ton? Heute wäre das undenkbar. Vor 90 Jahren war es das noch lange nicht. Im Gegenteil: Das „Nosferatu“ von Friedrich Wilhelm Murnau, der erste Dracula-Film überhaupt, als Stummfilm entstand, war alles andere als ein bewusst gewähltes Stilmittel. Stephan Graf von Bothmer hat das neu vertont. Das „Nosferatur“ nicht der der […]
Spinning: Simon Nabatov spielt Herbie Nichols
Wer immer (noch) Zweifel hat, dass Jazz eine Kunst ist, der höre sich mal Simon Nabatovs neueste Solo-CD an. Da spielt der russischstämmige Pianist — einer der größten Kenner und Könner im zeitgenössischen Jazz (und nicht nur unter den Pianisten, auch wenn er über eine ausgesprochen formidable Technik verfügt), auch wenn er vielleicht nicht der […]
Liebe, Götter und Musik: Händels „Semele”
Komplizierter geht es kaum noch. Da ist Semele, die Tochter des Königs von Theben. Sie soll eigentlich Athamus heiraten, hat insgeheim aber ein Verhältnis mit dem Gott Jupiter. Dafür ist ihre Schwester Ino in den Bräutigam verliebt. Auch Juno, Apollo und einige andere Figuren aus Götter– und Menschenwelt mischen noch mit, bis Semele am Ende […]