jochen baldes subnoder: the moholo songs

eine cd aus der reihe jazzthing-next gene­ra­tion, die sech­zehnte, um genau zu sein. und wie­der ein­mal typisch für die reihe, ihr pro­fil, und den grund, wes­halb ich sie nicht abon­niert habe. das ist, das muss man umbe­dingt zuge­ben, immer alles aus­ge­spro­chen pro­fes­sio­nell gemachte musik: gekonnt kom­po­niert, arran­giert, gespielt und auf­ge­nom­men. von die­ser seite gibt es also nichts zu meckern. aber das ent­schei­dende ist eben immer noch, was da eigent­lich so pro­fes­sio­nell ver­an­stal­tet wird. und das ist, ehr­lich gesagt, aus­ge­spro­chen lang­wei­lig. im ein­zel­fall genauso wie im gesam­ten. denn immer wie­der gibt es klas­si­schen modern-jazz, aus­ge­spro­chen zeit­los, harm­los, nett anzu­hö­ren — aber nicht mehr. was daran jung ist — keine ahnung. warum sol­che musik und ihre her­stel­ler eine zukunft haben soll — keine ahnung. sie haben ja noch nicht ein­mal eine gegen­wart. denn im eigent­li­chen sinne ist zeit­los für jazz viel­leicht noch mehr als für jede kunst ein schimpf­wort, eine abgrund­tiefe ver­dam­mung. denn, und das ist eben — neben der gäh­nen­den lan­ge­weile, die mich beim hören immer wie­der über­fällt -, mein haupt­pro­blem mit jochen bal­des’ ensem­ble und deren musik: das hat mit mir und mit der heu­ti­gen zeit (in ihrer gesamt­heit) irgend­wie gar nix zu tun. dass er seine cd auch nach dem free-jazz-schlagzeuger louis moholo benannt hat, leuch­tet mir eben­falls über­haupt nicht ein. denn free ist hier eigent­lich nichts. das beste an die­ser cd ist zwei­fel­los ihre klang­ge­stalt — klang­lich haben die jungs (warum über­rascht es mich über­haupt nicht, das wie­der­ein­mal keine frau invol­viert ist? [ich glaube, eine chau­vi­nis­ti­schere und mehr männ­lich domi­nierte kunst als den jazz gibt es gar nicht mehr …]) eini­ges zu bie­ten, da fin­den sich schöne kon­stel­la­tio­nen. und um nicht zu abwei­send und bes­ser­wis­se­risch zu schei­nen: schlecht ist das alles nicht. nur nicht beson­ders span­nend. und lei­der sagen sie halt über­haupt nichts aus und sind damit mehr oder weni­ger wert­los, blo­ßes übungs­ge­du­del, vor­ar­bei­ten oder was auch immer. wem’s gefällt, der kann mein exem­plar bei dis­klooker kau­fen …

jochen bal­des sub­noder: the moholo songs. dou­ble moon records 2006 (= jazzt­hing, next gene­ra­tion, vol. 16)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>