jazz (oder so ähnlich) zum einschlafen

ja, ja, das gibt’s immer noch: musik, die am bes­ten dazu genutzt wird, ein­zu­schla­fen. tord gus­tav­sens trio ist so etwas…: schön sen­ti­men­tal, garan­tiert nicht stö­rend, nie­man­den ver­stö­rend, immer schön brav geradeaus…

drei män­ner mitt­le­ren alters schlen­dern auf die bühne, machen hun­dert minu­ten musik und gehen wie­der. unspek­ta­ku­lä­rer geht es kaum.
genau das ist aber auch das ziel des tord gus­tav­sen trios: sich nicht ablen­ken las­sen und den zuhö­rern pure und reine musik schen­ken. eine musik, die in bes­ter roman­ti­scher manier auch auf dem gebiet des kam­mer­mu­si­ka­li­schen trio-jazz immer noch und wie­der auf der suche nach inni­gen momen­ten ist. und sie fin­den fast erschre­ckend viele davon. denn bei ihnen scheint das gar nich so sehr auf­wän­dig zu sein: sie machen ein­fach ihre musik. und sie ver­sen­ken sich ganz darin. tord gus­tav­sen etwa will anschei­nend immer wie­der in sei­nen flü­gel hin­ein­krie­chen, der kör­per krümmt sich um die tas­ta­tur bis die nase fast an die fin­ger stößt. das ergeb­nis gibt ihnen aber immer wie­der recht. ohne sich in irgend­ei­ner weise um die zumu­tun­gen der moderne zu küm­mern, träu­men und phan­ta­sie­ren sie vor sich hin. frei­lich geschieht das nie völ­lig los­ge­löst, eine gewisse ord­nung bleibt immer gewahrt: die aus­ge­wo­ge­nen melo­dien blei­ben schön im vor­der­grund, kein plötz­li­cher aus­bruch stört die kom­pak­ten for­men des arran­ge­ments, keine wider­bors­tige ecke, noch nicht ein­mal eine scharfe kante kann in die­ser insel der glück­se­lig­keit auf­merk­sam­keit for­dern. ihre musik wird dadurch zwar nicht unbe­dingt span­nen­der, durch das ewige ver­wei­len in engen har­mo­ni­schen räu­men und gleich­blei­ben­den mus­tern aber auf eine sehr ins­pie­rende und anre­gende weise ent­las­tend: der ver­stand und das den­ken haben jetzt ruhe­pause, nun darf die seele ganz in ruhe, ohne ablen­kung, bau­meln. und die drei nor­we­ger wer­den sie ruck­zuck in ein har­mo­ni­sches gleich­ge­wicht ver­set­zen.

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