beatbox und mehr im chor

Spaß und Groove, Anspruch und lockere Musik müs­sen sich nicht zwans­läu­fig aus­schlie­ßen. Ein schö­nes Bei­spiel, wie man bei­des ver­ei­nen kann, bie­ten die bei der ehr­wür­di­gen Uni­ver­sal Edi­tion in Wien erschie­ne­nen vier­stim­mi­gen Sätze aus der Reihe „Rhytm Voices“.
Das erfor­dert aller­ding schon eine gewis­sen Offen­heit für Unge­wohn­tes und die Lust, sich nicht nur in ein frem­des Nota­ti­ons­sys­tem zu ver­sen­ken, son­dern auch die eigene Stimme ganz anders zu nut­zen: Gesun­gen wird hier erst­mal nicht. Statt­des­sen wird getrom­melt. Zumin­dest in der Luft: „Air­drum­mers of Tom­ba­lesi“ führt sehr schön und dicht die Klänge und Kom­bi­na­tio­nen des Schlag­zeu­ges vor – ganz ohne Trom­mel und Becken natür­lich. Dafür mit vol­lem Kör­per­ein­satz. Denn auch Arme und Beine braucht man bei die­ser Form der voka­len Per­cus­sion ganz selbst­ver­ständ­lich, die Cho­reo­gra­phie der Schlag­be­we­gun­gen gehört mit zur Par­ti­tur. Inter­es­sant sind auch die „Texte“: Die erin­nern in man­chen Momen­ten an die Laut­ge­dichte etwa von Kurt Schwit­ters.
„Beam me up!“ setzt natür­lich zumin­dest rudi­men­täre Kennt­nisse der Star-Trek-Technik vor­aus. Und benö­tigt viel Ener­gie – nicht nur, damit Mr. Spock end­lich zurück zum Mut­ter­schiff gebeamt wer­den darf. Auch dafür, dass der Hip-Hop-Rhythmus auch wirk­lich groovt. Aber Richard Filz, erfah­re­ner Leh­rer der Vocal Per­cus­sion – in Work­shops und Büchern, für Schul­klas­sen oder Solis­ten – weiß als Schlag­zeu­ger natür­lich, wie man das zuwege bringt. Man ist als Ensem­ble– oder Chor­lei­ter aller­dings gut bera­ten, sich vor­her gut mit den Tech­ni­ken und Mög­lich­kei­ten der Vocal Per­cus­sion ver­traut zu machen. Denn Filz gibt zwar auch ein paar Hin­weise zur Aus­füh­rung der rei­ben­den und schla­gen­den Klänge, aber das sind wirk­lich nur ganz knappe Ein­füh­run­gen. Dafür las­sen seine Kom­po­si­tio­nen (das klingt schon fast ein wenig hoch gegrif­fen – im Grunde sind es vor allem cho­risch notierte Groo­ves mit eini­gen Varia­tio­nen) aber auch noch viel Platz für die eigene Krea­ti­vi­tät und Phantasie.

(geschrie­ben für die neue chor­zeit.)

so kün­digt es der ver­lag, die uni­ver­sal edi­tion, an: „Rhythm Voices — für vier Stim­men oder Chor a cap­pella”. Vocal Percussion-Klänge gemixt mit Sprech­se­quen­zen, ver­schie­de­nen Geräu­schen und Cho­reo­gra­phien sind die wesent­li­chen Ele­mente der neuen Serie „Rhythm Voices“. Die amü­san­ten und rhyth­misch anspre­chen­den Stü­cke sind ein High­light bei jedem Chor­kon­zert!
„Air­drum­mers of Tom­ba­lesi” (Chor­par­ti­tur, 12 Sei­ten, Best. Nr: 34186)
„Beam me up!” (Chor­par­ti­tur, 12 Sei­ten, Best. Nr: 34187)
„Rush­hour in Rio” (Chor­par­ti­tur, 16 Sei­ten, Best. Nr: 34674)
„Mon­sun” (Chor­par­ti­tur, 8 Sei­ten, Best. Nr: 34675)
Uni­ver­sal Edi­tion 2009/2010