Reinhard Jirgl bekommt den Georg-Büchner-Preis 2010

Das ist eine gute Nach­richt. Vor allem für einen Jirgl-„Fan” wie mich: Jirgl bekommt in die­sem Jahr den Georg-Büchner-Preis der Deut­schen Aka­de­mie für Spra­che und Dich­tung ver­lie­hen (am 23. Okto­ber, tra­di­ti­ons­ge­mäß im Staats­thea­ter Darm­stadt). Und damit auch das immer­hin recht ansehn­li­che Preis­geld von 40.000 Euro. Aus der Pres­se­mit­tei­lung der Akademie:

[… Jirgl,] der in einem Roman­werk von epi­scher Fülle und sinn­li­cher Anschau­lich­keit ein ein­dring­li­ches, oft ver­stö­rend sug­ges­ti­ves Pan­orama der deut­schen Geschichte im 20. Jahr­hun­dert ent­fal­tet hat.
Mit gro­ßer erzäh­le­ri­scher Sen­si­bi­li­tät und Lei­den­schaft – geschützt durch den Fir­nis eines avant­gar­dis­ti­schen Schreib­ge­stus – erzählt Jirgl von den Auf­brü­chen und Kata­stro­phen, den Krie­gen und Ver­trei­bun­gen, den Zei­ten der Tei­lung und der schwie­ri­gen Ver­ei­ni­gung.
Dabei lässt er die his­to­ri­schen Umbrü­che aus unter­schied­lichs­ten Per­spek­ti­ven all­täg­li­chen Erle­bens gegen­wär­tig wer­den und macht – so zuletzt in den gro­ßen Roma­nen „Die Unvoll­en­de­ten“ und „Die Stille“ – die Stim­men der Ver­ges­se­nen und Ver­schüt­te­ten wie­der hörbar.

Beson­ders ris­kant ist die Ent­schei­dung der Aka­de­mie wohl nicht, seit dem Alfred-Döblin-Preis von 1993, der Jirgls „Kar­riere” (wenn man das so nen­nen kann) in Gang setzte, hat Jirgl, der nicht nur ein aus­ge­zeich­ne­ter Sti­list, son­dern auch ein gro­ßer Gestal­ter der Form des Romans ist, immer­hin einige mehr oder weni­ger wich­tige Lite­ra­tur­preise bekom­men — u.a. im letz­ten Jahr den Feuchtwanger-Preis für his­to­ri­sche Romane. Die „Zeit” hat sich das von der dpa auch schrei­ben las­sen: klick, FAZ und Spie­gel ebenso mit mini­mal aus­führ­li­che­ren Tex­ten. Und noch eine Kri­tik der Begrün­dung am Stil­stand.

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