Das ist eine gute Nachricht. Vor allem für einen Jirgl-„Fan” wie mich: Jirgl bekommt in diesem Jahr den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen (am 23. Oktober, traditionsgemäß im Staatstheater Darmstadt). Und damit auch das immerhin recht ansehnliche Preisgeld von 40.000 Euro. Aus der Pressemitteilung der Akademie:
[… Jirgl,] der in einem Romanwerk von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet hat.
Mit großer erzählerischer Sensibilität und Leidenschaft – geschützt durch den Firnis eines avantgardistischen Schreibgestus – erzählt Jirgl von den Aufbrüchen und Katastrophen, den Kriegen und Vertreibungen, den Zeiten der Teilung und der schwierigen Vereinigung.
Dabei lässt er die historischen Umbrüche aus unterschiedlichsten Perspektiven alltäglichen Erlebens gegenwärtig werden und macht – so zuletzt in den großen Romanen „Die Unvollendeten“ und „Die Stille“ – die Stimmen der Vergessenen und Verschütteten wieder hörbar.
Besonders riskant ist die Entscheidung der Akademie wohl nicht, seit dem Alfred-Döblin-Preis von 1993, der Jirgls „Karriere” (wenn man das so nennen kann) in Gang setzte, hat Jirgl, der nicht nur ein ausgezeichneter Stilist, sondern auch ein großer Gestalter der Form des Romans ist, immerhin einige mehr oder weniger wichtige Literaturpreise bekommen — u.a. im letzten Jahr den Feuchtwanger-Preis für historische Romane. Die „Zeit” hat sich das von der dpa auch schreiben lassen: klick, FAZ und Spiegel ebenso mit minimal ausführlicheren Texten. Und noch eine Kritik der Begründung am Stilstand.