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rainald goetz ist endlich aus der sommerpause zurück

es wird ja auch schon lang­sam herbst …

aber schön, dass es mit klage jetzt end­lich wie­der wei­ter geht. und auch wenn ich mir am anfang noch nicht sicher war — so lang­sam gewöhne ich mich daran. und lese es immer lie­ber. zum bei­spiel den gest­ri­gen ein­trag. denn sätze oder bes­ser gesagt absätze wie die­ser fal­len bei mir immer wie­der auf frucht­ba­ren boden (und übri­gens, seine mei­nung zum voll­text teile ich auch im wesent­li­chen. wäre er nicht so bil­lig, würde ich ihn nicht lesen bzw. durch­blät­tern.) — weils so schön ist, muss ich es aus­gie­big zitieren:

Nicht ohne hin­zu­zu­fü­gen, dass ich mir nur wegen Andreas Mei­ers Kolumne Neu­lich die Zeit­schrift VOLL­TEXT kaufe, wenn ich sie irgendwo sehe, und beim Durch­blät­tern bin ich jedes­mal erstaunt, was für ein crazy Kos­mos die sich dort dar­stel­lende Welt der Lite­ra­tur ist. Es ist keine böse Cra­zy­ness, keine ver­werf­li­che, son­dern eine ganz nor­male, die Cra­zy­ness der Abge­schlos­sen­heit. Aber so wie Jour­na­lis­mus im nega­ti­ven Fall zu sehr aus Jour­na­lis­mus gemacht wird, meist aus aus­län­di­schem, wird zu viel Lite­ra­tur nur aus ande­ren Roma­nen, Erzäh­lun­gen und Gerede dar­über gemacht. Das ist schlecht für die Resultate.

Plötz­lich glau­ben die Leute der Lite­ra­tur wirk­lich daran, man könnte ein­fach noch­ein­mal wie damals die Geschich­ten von vorne nach hin­ten, eines nach den ande­ren so durch– und vor­er­zäh­len. Aber die Spra­che hat in den ver­gan­ge­nen hun­dert­fünf­zig Jah­ren andere Ner­vo­si­tä­ten auf­ge­baut, andere Spe­zia­lis­men ent­wi­ckelt und einst­mals selbst­ver­ständ­lich Gewuss­tes wirk­lich VER­GES­SEN, es ist ver­schwun­den wie in der Male­rei das Kön­nen, rea­lis­tisch gegen­ständ­lich abbil­den­den Malens. So hat der Autor, der sich um das tra­di­tio­nelle Erzäh­len bemüht, gar keine leben­dige eigene Spra­che zur Ver­fü­gung. Nicht weil er sie sel­ber nicht hat, son­dern weil es sie wirk­lich gar nicht gibt. Es gibt keine nicht­muf­fige, nicht­zuck­rige, nicht­ba­nale Spra­che für einen heu­ti­gen Roman nach Art der gro­ßen Romane von früher.

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