power und einfühlungsvermögen: händels oratorien im querschnitt

Nicht alle Händel-Einspielungen, die jetzt erschei­nen, ver­dan­ken ihre Ent­ste­hung dem Jubi­läum des Kom­po­nis­ten. Der Maul­bron­ner Kam­mer­chor und sein Lei­ter Jür­gen Bud­day etwa beschäf­ti­gen sich schon län­ger und sehr erfolg­reich mit den gro­ßen Ora­to­rien des Meis­ters. Und seit zehn Jah­ren wer­den ihre Auf­füh­run­gen von K&K mit­ge­schnit­ten. Aus die­sem reich­hal­ti­gen Mate­rial hat das Label nun, zur Feier des dop­pel­ten Jubi­lä­ums sozu­sa­gen, eine Aus­wahl unter dem Titel „The Power of Hän­del“ zusam­men­ge­stellt. Die etwas rei­ße­ri­sche Ver­mark­tung ver­zeiht man gerne – denn „out­stan­ding“ sind sie wirk­lich, diese aus­ge­wähl­ten Soli und Chöre. Und „Power of Hän­del“ heißt das ganze Unter­neh­men zu recht. Denn was immer wie­der sofort auf­fällt, ist die immense Kraft, die Bud­day und seine Mit­strei­ter in der Musik zum Leben erwe­cken. Das liegt bei­leibe nicht nur an den fast durch­weg zügig bis rasan­ten Tempi. Eine Freude ist es aber schon, zu hören, wie prä­zise der Maul­bron­ner Kam­mer­chor auch bei hohem Tempo bleibt, wie rasch die Sän­ger – immer­hin keine Pro­fis! — rea­gie­ren und wie wen­dig sie in Klang und Aus­druck bleiben.

Klar­heit, Prä­gnanz und poin­tierte Aus­drucks­stärke gehen eine aus­ge­spro­chen frucht­bare Alli­anz ein. Und dass hier federnd und sprit­zig gesun­gen wird – mit Freude und Esprit aller Betei­lig­ten – das hört man eben in fast jedem Moment. Und man hört es gerne, zumal auch die Auf­nahme atmo­sphä­risch gelun­gen ist.

The Power of Hän­del. Best of his glo­rious Ora­to­rios. Solis­ten, Maul­bron­ner Kam­mer­chor, Jür­gen Bud­day. KuK 44, 2008.

(geschrie­ben für die neue chor­zeit)