skifoarn 2010: obergurgl & sölden

nach dem kur­zen abste­cher nach vene­dig stand ende januar wie­der das all­jähr­li­che ski­ver­gnü­gen in mei­nem kalen­der. dies­mal hatte ich mir ober­gurgl aus­ge­guckt: ein offen­bar recht net­tes ski­ge­biet mitt­le­rer größe mit wenig betrieb. die unter­kunft­su­che hatte sich etwas müh­sam gestal­tet, in dem dorf — immer­hin schon auf 1900 m höhe — gibt es offen­bar nur hotels. das sieht auch wirk­lich so aus, wenn man da hin­ein­kommt, stellte ich dann fest. ich fand dann aber doch noch ein zim­mer, direkt an der ski­bus­hal­te­stelle. das ist ja für mich als bahn­fah­rer nicht ganz unwichtig ;-)

die anreise: ins ötztal ist es schon ein gutes stück fahrt von mainz aus. es gibt aber eine wun­der­bare ver­bin­dung: ein ic von müns­ter nach inns­bruck, der sams­tags ein­mal fährt und auch in mainz halt macht. also habe ich mich hier am rhein in den zug gesetzt — erst um kurz nach 11 ging es los — und mei­nen platz bis ötztal bahn­hof (wirk­lich kaum mehr als ein bahn­hof am ein­gang des ötzta­les) nicht mehr her­ge­ge­ben. betrieb war ziem­lich viel, doch so einige ski­fah­rer, aber auch ohne reser­vie­rung hatte ich glück. die späte abfahrt in mainz führte dann nur dazu, dass ich erst recht spät und im dun­keln ankam. denn vom bahn­hof muss man noch ein­mal mehr als eine stunde, ca. 80 minu­ten sogar, mit dem bus rech­nen, bis man in ober­gurgl ist. schließ­lich kommt danach ja auch nix mehr. so bekam ich also über­haupt nicht mit, wo ich eigent­lich gelan­det war. die unter­kunft lag aber nicht nur sehr prak­tisch an der bus­hal­te­stelle, son­dern auch nur ca. 500 m von der tal­sta­tion der hoch­gur­gl­bahn ent­fernt und direkt an loipe und win­ter­wan­der­weg. dem sport stand also nichts mehr im weg.

und damit ging es am sonn­tag gleich los: mit dem ers­ten lift zur gon­del­bahn und hin­ein ins ver­gnü­gen. das war es, vom ers­ten moment an. auch wenn ich schon etwas merkte, dass der letzte ski­tag doch einige zeit zurück­lag. zunächst fing ich mal mit dem nahe­lie­gen­den pis­ten an, dem wurm­kogl und dem scher­mer. zu letz­te­rem führt übri­gens eine neue, luxu­riöse 8-personen-gondelbahn hin­auf: offen­bar ist es dort oft so kalt, dass die berg­bahn­ge­sell­schaft hier ihre pro­fite mit so einer über­di­men­sio­nier­ten anlage los­wer­den musste … zum glück war sie nie voll (ist sie wohl auch bei voll aus­ge­buch­ten hotels nie) — über­haupt war für einen sonn­tag ange­nehm wenig betrieb. war­te­zei­ten gab es nie — also auch keine pau­sen. ich bin, wie auch jeden wei­te­ren tag also von kurz nach neun bis vier uhr durch­ge­fah­ren. zum aus­ru­hen gibt es ja lifte. nun ja. in hoch­gurgl gibt es näm­lich tat­säch­lich auch noch schlepp­lifte — fast ein ana­chro­nis­mus. und zumin­dest einer davon ist alles andere als geruh­sam. doch dazu spä­ter mehr. am sonn­tag machte ich mich also erst ein­mal auf, mit dem gebiet ver­traut zu wer­den, alles abzu­klap­pern. oder fast alles. zumin­dest in hoch­gurgl. also war auch der etwas län­gere schlep­per am kir­chen­kar mit der ganz net­ten roten abfahrt und schö­nen klei­nen vari­an­ten dran. abseits der piste machte sich aber sehr bemerk­bar, dass es schon lange nicht mehr ver­nünf­tig geschneit hatte: das war alles eher hart und sehr, sehr zer­fah­ren. aber trotz­dem schön, dort.
auch die große kar­bahn mit der lei­der nicht mehr allzu üppig mit schnee bedeck­ten schwar­zen abfahrt direkt am lift hin­un­ter kam an die reihe. diese abfahrt zog mich irgend­wie immer wie­der an. zum einen eine der weni­gen nicht so super­brei­ten abfahr­ten. zum ande­ren durch drei que­rende wege, die ziem­lich hef­tige stu­fen in den schö­nen steil­hang schnei­den, nicht ganz ein­fach flie­ßend zu befah­ren.
auch die höchste stelle, der wurm­kogl II mit sei­ner klei­nen aus­sichts­re­stau­ra­tion (im mar­ke­tings­lang des ötztals (eine ziem­lich schlimme sache) „top moun­tain star” genannt, war auf dem pro­gramm. dort oben gibt es eine nette, kna­ckige schwarze abfahrt mit zwar sehr har­tem, aber schön stei­lem ein­stieg. und natür­lich einen tol­len aus­blick von die­ser höhe aus. und neben­bei führt von dort oben auch eine gemüt­li­che blaue abfahrt hin­un­ter, die an meh­re­ren stel­len schöne vari­an­ten ermög­licht, die jetzt aber durch die vie­len vor­gän­ger schon sehr zer­fah­ren, meist schon zur ordent­li­chen buckel­piste gewor­den war.
die tal­ab­fahrt von hoch­gurgl war zwar nicht beson­ders span­nend (sehr typi­sche tal­ab­fahrt mit aus­ge­bau­ten wegen etc.), dafür aber typisch eisig im unte­ren teil. und erstaun­lich leer für kurz vor vier an einem sonn­tag nach­mit­tag. dem ski­fah­ren folgte dann — natür­lich — noch das lau­fen, auf den gewalz­ten win­ter­wan­der­wegn bzw. der ska­ting­loipe sehr schön möglich.

am mon­tag ging es eben­falls wider um kurz nach neun los. dies­mal aller­dings mit dem bus in die ande­rer rich­tung, zur fest­kogl­bahn am orts­ein­gang von ober­gurgl. da noch nix (wirk­lich, nix!) los war, stürzte ich mich gleich mal wie­der in die tal­ab­fahrt. am fest­kogl gibt es zwei davon: eine nor­male rote und eine sehr schöne, auch land­schaft­lich reiz­volle und gar nicht so schwere schwarze vari­ante. spä­ter ging es dann mit den auch sehr schö­nen, abwechs­lungs­rei­chen pis­ten an der roßkar­bahn (mit net­ter, ein­fa­cher varia­ti­ons­mög­lich­keit direkt unterm lift) und vor allem der plat­tach­bahn wei­ter. bei­des übri­gens ses­sel­lifte mit mit­tel­sta­tio­nen. gegen mit­tag wech­selte ich dann noch zur hohen mut. die rote abfahrt von der berg­sta­tion der neuen gon­del­bahn fand ich aber nicht so span­nend: da merkt man doch zu sehr, dass sie sehr künst­lich in den berg hin­ein gebaut wurde. unten ging es dann naht­los an der stein­mann­bahn wei­ter, wo es immer­hin einige buck­lige vari­an­ten durch die ver­streut ste­hen­den bäume aus­zu­pro­bie­ren gab. an der hohen mut oben habe ich aber, es kaum glau­bend, tat­säch­lich her­bert heckers, dem autor des ein­zi­gen deut­schen buches über den mono­ski, den ich schon von einem der monoski.org-tref­fen kannte, getrof­fen. er und seine frau hat­ten mich schon am sonn­tag gese­hen und sofort am fahr­stil erkannt und wir lie­fen uns noch öfters über den weg … bei einer der letz­ten abfahr­ten von der hohen mut nahm ich dann noch die äußere pis­ten­va­ri­ante — keine beson­ders gute idee. im schöns­ten tempo sah ich dann eine boden­welle zu spät, flog ein stück und ver­sem­melte die lan­dung etwas. über roßkar­bahn und die schöne schwarze tal­ab­fahrt ging es zurück zur fest­kog­bahn und wei­ter zum lau­fen — das wurde aber nur sehr wenig, weil ich mich nach zwei anstren­gen­den ski­ta­gen recht schlapp fühlte.

der diens­tag prä­sen­tierte sich nach zwei sehr son­ni­gen tagen mit eher schwie­ri­gem ski­wet­ter: fast lücken­lo­sen wol­ken. und kurz vor 3000 m ist das ziem­lich schnell nebel ;-). zumal es bald ganz zuzog und leicht zu schneien anfing — lei­der nicht sehr ergie­big. zunächst trieb ich mich wie­der in hoch­gurgl rum: der schlepp­lift am vor­de­ren wurm­kogl wollte mich noch ken­nen­ler­nen. dort gab es, bei die­sem wet­ter nicht sehr ideal, nur eine voll­kom­men unmar­kierte piste (über­haupt ist die pis­ten­mar­kie­rung und –beschil­de­rung in ober­gurgl extrem spar­ta­nisch), die teil­weise kaum zu fin­den war: dafür aber eine sehr schöne, im unte­ren drit­tel unprä­pa­rierte enge & steile schwarze piste. nur lei­der war der schlep­per auch enst­pre­chend: steil, ohne lift­spur (ein­mal auch quer durch die buckel­piste) — beim drit­ten mal hat’s mich raus­ge­hauen. das for­derte natür­lich spä­tere revan­che. zunächst beließ ich es aber dabei, denn der schwere, schnelle, steile schlep­per und die abfahrt waren doch eine anstren­gende kom­bi­na­tion mit dem mono. bis mit­tag war ich dann wie­der an der gro­ßen kar­bahn und am kir­chen­kar unter­wegs, bevor ich noch mal den die­ses mal sehr schö­nen obe­ren teil des wurm­kogls und des scher­m­ers (mit aus­flü­gen neben die piste) unter den ski nahm. nach­dem es gegen mit­tag etwas hel­ler gewor­den war, ver­schle­cherte sich die sicht mit dem ver­schwin­den der sonne hin­ter den ber­gen gegen 15 uhr wie­der deut­lich, so dass ich etwas frü­her schluss machte und schon um 15:40 wie­der an der tal­sta­tion stand. danach noch schöne, aber sehr lang­same sie­ben lauf­ki­lo­me­ter im leich­ten schnee­ge­stö­ber und der tag war vollendet.

mitt­wochs zog es mich nach söl­den. nicht nur mich: aus­ge­rech­net an die­sem tag war der ski­bus so voll, dass ich um zehn vor neun gerade noch so ein­stei­gen konnte. in söl­den, an der gais­lach­kogl­bahn, die auf gut 3000 m hin­auf führt, durfte ich auch das erste mal anste­hen. über­haupt war in söl­den doch deut­lich mehr betrieb — auch wenn es für die dor­ti­gen ver­hält­nisse wohl sehr leer war. zumin­dest schien mir das so, wenn ich mir die rie­si­gen, lan­gen ein­gangs­gat­ter und –zäune an den lif­ten ansah. da muss wohl öfters mal ziem­lich viel los sein. das ski­ge­biet ist um eini­ges grö­ßer als ober­gurgl, vor allem recht weit­läu­fig. alles habe ich an einem tag gar nicht geschafft (und auch nicht gewollt), die glet­scher sparte ich mir gleich. sonst blie­ben aber recht wenig lücken: zunächst vom gais­lach­kogl hin­über zum gig­gi­joch (wo ein ziem­li­cher rum­mel herrscht), dort gibt es an der roß­kir­plbahn eine schöne schwarze piste und neben­dran eine aus­ge­wie­sene buckel­piste (etwas schwer & steil für mich …), auch einige nette rote abfahr­ten. und vor allem eine sehr schöne schwarze tal­ab­fahrt, die am spä­ten vor­mit­tag natür­lich men­schen­leer war. die gig­gi­joch­bahn brachte mich wie­der zurück ins ski­ge­biet, wo ich mich in rich­tung glet­scher wei­ter machte und an der genia­len piste am schwarz­kogl eine weile hän­gen­blieb: die konnte ich wun­der­bar am äußers­ten rand im kurz­schwung schön rhyth­misch abfah­ren — ein­fach herr­lich, genau die rich­tige mischung aus gefälle und losem, wei­chen schnee, den die ande­ren an den rand gescho­ben hat­ten. über einige zwi­schen­sta­tio­nen, u.a. die hei­de­bahn ganz außen, nahm ich dann die rote tal­ab­fahrt und wurde erneut über­rascht — dies­mal von einem ande­ren mono­s­ki­fah­rer, der lange kei­nen gleich­ge­sinn­ten mehr getrof­fen hatte. zusam­men sind wir dann wie­der auf den gais­lach­kogl hoch und zusam­men in rich­tung ret­ten­bach­tal abge­fah­ren. dort trenn­ten sich unsere wege wie­der: ich nahm die schwarze tal­ab­fahrt zurück in den ort, er kehrte noch ein­mal ein. zurück in gurgl bin ich dann mit dem ruck­sack nach ober­gurgl gelau­fen, etwas lebensmittel-nachschub ein­kau­fen — das gab immer­hin etwas mehr als sie­ben kilo­me­ter laufstrecke.

am don­ners­tag blieb ich mor­gens der piste zunächst ein­mal fern: die sicht war nahe null, das schien mir sinn­los. gegen elf uhr hielt es mich dann doch nicht mehr im zim­mer: inzwi­schen hatte der mäßige wind die wol­ken­de­cke etwas ver­scho­ben und auf­ge­lo­ckert, so dass zumid­nest hoff­nung best­nad. ich star­tete in hoch­gurgl mit eini­gen tal­ab­fahr­ten und den nicht so hoch gele­ge­nen pis­ten an der gro­ßen kar­bahn und dem kir­chen­kar­lift. gegen 13 uhr, als mit­tags­pause, trans­fe­rierte ich mich dann mit dem top-express hin­über nach ober­gurgl, um haupt­säch­lich die tal­ab­fahr­ten, ins­be­son­dere die schöne schwarze ver­sion, hin­un­ter­zu­brau­sen. viel mehr war dann auch nicht mehr mög­lich: nach und nach wur­den immer mehr lifte abge­stellt — der wind wurde recht frisch und stel­len­weise stür­misch, ski­fah­rer waren sowieso kaum wel­che unter­wegs. auch die fest­kogl­bahn lief nur noch in lang­a­mer geschwin­dig­keit — aber sie lief immer­hin. gegen halb vier reichte es mir dann doch, nach­dem ich mich noch­mal in den wei­chen schnee­an­we­hun­gen beim sturz über beide kör­pe­r­ach­sen über­schla­gen hatte und ich ging lau­fen. den abend ver­brachte ich dann noch sehr gemüt­lich im jagd­hof bei her­bert und gabriele.

und dann war auch schon wie­der frei­tag und damit schon fast schluss. also stand ich natür­lich wie­der um neun uhr an der tal­sta­tion, dies­mal wie­der am fest­kogl. mit­tags wech­selte ich wie­der nach hoch­gurgl hin­über, der vor­dere wurm­kogl reizte mich noch ein­mal. dies­mal flog ich gleich beim ers­ten mal schon recht weit unten aus dem lift — sogar der lift­wär­ter merkte es … aber die rest­li­chen male ging es dann. und die piste belohnte die mühe aufs herr­lichste: der leichte schnee­fall und der wind hat­ten sie wun­der­bar gemach — ein­fach herr­lich. auch wenn sich gerade im unte­ren teil einige anfän­ger her­um­trie­ben, die da wenig spaß hat­ten ;-). da mir das auf die dauer aber doch zu anstren­gend wurde, wech­selte ich wie­der an den wurm­kogl, der oben blöd­sin­nig hart gefro­ren war und kei­nen spaß machte und an den wesent­lich ange­neh­me­ren scher­mer. spä­ter, am kir­chen­kar­lift, als es schon wie­der anfing kalt zu wer­den, ver­lor ich dann auch noch meine rechte kon­takt­linse — ein­fach so. und als die sicht dann auch noch nach­ließ, wurde mir das in den feh­len­den kon­tras­ten zu blöd und ich machte mich wie­der auf den weg ins tal — immer­hin, es war doch wie­der kurz vor 16 uhr bis ich unten war. zum abschluss lief ich dann die straße noch hoch­gurgl und bis zur maut­sta­tion in rich­tung tim­mels­joch hin­auf: der wohl lang­samste der letz­ten jahre für mich: lang und erstaun­lich steil ging es da hoch (auch run­ter keine reine freude mit so aus­ge­power­ten ober­schen­keln nach einer woche ski­fah­ren und laufen …).

die heim­reise am sams­tag ver­lief dann nicht ganz so glatt wie der hin­weg. mor­gens hatte wie­der leich­ter schnee­fall ein­ge­setzt. und für den post­bus war das offen­bar der­ma­ßen über­ra­schend, dass er erst mit fast zwan­zig minu­ten ver­spä­tung abfuhr. bis ötztal bahn­hof hatte er zwar eini­ges wie­der her­aus­ge­fah­ren, aber es reichte trotz­dem nur dazu, dass ich den ic, der mich ohne umstei­gen nach mainz gebracht hätte, gerade noch abfah­ren sah. also durfte ich über inns­bruck — mün­chen — stutt­gart rei­sen — was gerade ein­mal eine halbe stunde län­ger dau­erte als die eigent­lich geplante ver­bin­dung und auch tadel­los klappte.