Auf einem Ski, Ausgabe 2012

Es war alles dabei, was für einen groß­ar­ti­gen Ski­ur­laub not­wen­dig war: Viele nette Leute, guter Schnee auf und neben den Pis­ten, eine Menge Spaß …

Aber im Detail: Geplant habe ich erst recht spät — nur sicher, dass ich zum Jubi­lä­ums­tref­fen der mono-Ski.Org nach Gal­tür fah­ren wollte, war ich schon früh. Irgend­wann war dann aber doch alles gere­gelt: Ein Zim­mer gebucht, die Fahr­karte für den Zug nach und von Landeck-Zams gekauft (erstaun­lich bil­lig war das, dafür, dass ich erst 10 Tage vor­her reser­viert habe) und die Pack­liste für Ski­ur­laube her­vor­ge­sucht. Und der Mono­ski wurde end­gül­tig präpariert …

Frei­tags ging es dann los, gegen 8 Uhr ver­ließ mein Zug den Main­zer Haupt­bahn­hof. Das war aber auch früh genug, mei­nen Wecker habe ich näm­lich etwas knapp gestellt, um noch eine kleine Lauf­runde unter­zu­be­kom­men. Aber es hat noch gereicht … Über Stutt­gart, Lin­dau und Bre­genz erreichte ich auf die Minute pünkt­lich Landeck-Zams, war­tete auf den Bus, der mich nach Gal­tür brachte. Das Stück von Feld­kirch auf den Arl­berg ist immer wie­der schön zu fah­ren: Wie der Zug — die­ses Mal ein neuer, sehr beque­mer Rail­Jet, sich lang­sam in die Höhe schraubt, wie die Schnee­wände neben dem Gleis immer höher wer­den, bis der Zug hin­ter St. Anton wie­der im Tun­nel ver­schwin­det und in Rich­tung Lan­deck noch ein­mal eine Menge Höhe ver­liert. „Meine” Pen­sion kannte ich schon, das Haus Val­lüla, für die­sen Fall stra­te­gisch sehr güns­tig — näm­lich in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zum Hotel Cas­sada, wo der Groß­teil der ande­ren logierte — gele­gen. Nach neun Stun­den Fahrt (inklu­sive unge­fährt 90 Minu­ten Auf­ent­halt auf den diver­sen Bahn­hö­fen) war ich ange­kom­men, bezog mein Zim­mer (klein, aber aus­rei­chend) und schaute wenig spä­ter bei den ande­ren vor­bei, für die erste Runde Mono-Fachsimpeln. Und merkte schon, dass ich doch falsch gepackt hatte: Für das Handy hatte ich das fal­sche Lade­ka­bel mit­ge­nom­men. Aber Axel war so nett, mir auszuhelfen.

Am nächs­ten Tag, dem Sams­tag, klin­gelte mein Wecker zwar erst kurz vor acht, das hell­hö­rige Haus mit quiet­schen­den Was­ser­lei­tun­gen weckte mich aller­dings schon eine halbe Stunde zuvor. So hatte ich viel Zeit, mich in aller Ruhe auf die ers­ten Mono-Schwünge vor­zu­be­rei­ten. Nach dem Früh­stück ging es dann auch gleich auf die Piste — fast gleich, bis sich alle ver­sam­melt und den Ski­pass gelöst hat­ten war es doch schon näher an halb zehn als an neun Uhr. Aber für den Auf­takt war das noch ver­schmerz­bar. Die ers­ten Bögen waren — natür­lich — noch etwas steif, aber schon bald fühlte der Ski sich an mei­nen Füßen wie­der ganz nor­mal an. Dann wurde aber erst ein­mal das „Test­cen­ter” an der Faul­brun­nalm auf­ge­baut und die ers­ten Skier getauscht. Auch wenn ich eigent­lich nicht groß aus­pro­bie­ren wollte — ein paar Ski nahm ich dann doch in Augen­schein. Zum Bei­spiel den Snows­hark Pow­ders­hark von Tom, der vor allem außer­halb der Piste sehr viel Freude macht. Und weil Mar­tin mei­nen TT Ham­mer aus­pro­bie­ren wollte, bin ich auch noch mal aufs Monob­lade gestie­gen. Natür­lich blie­ben wir auch am ers­ten Tag nicht auf der Piste (vor­wie­gend Birk­hahn­bahn und Bal­lun­spitze waren unser Revier), son­dern muss­ten auch wie­der die Lift­trasse der Birk­hahn­bahn fah­ren: Schön, aber doch anstren­gend in den stei­len Stü­cken auf der engen Trasse mit dem etwas schwe­ren Schnee. Und trotz­dem ein­fach immer wie­der schön …

So kam doch gleich am ers­ten Tag eini­ges zusam­men, bevor ich mich noch ein­mal zum Lau­fen auf­machte (nur eine kleine Runde im Ort und in Rich­tung Wirl, das Sei­ten­tal war die­ses Mal lei­der über­haupt nicht gespurt). Abends gab das natür­lich wie­der eine nette, gemüt­li­che Runde im Cassada.

Am Sonn­tag ging das, bei aller­dings ziem­lich neb­li­gem Wet­ter mit sehr beschei­de­ner Sicht, genauso wei­ter: Zunächst — vor allem wegen der schlech­ten Sicht — auf der Piste, auch unter der Alp­ko­gel­bahn, dann ab ca. 11 Uhr auf der Breit­spitz­seite in der herr­lichs­ten Sonne — der Rest des Ski­ge­bie­tes, also der Haupteil, lag wei­ter­him im Nebel. Und an dem Zweier-Sessel war auch nichts los. Natür­lich hielt es uns hier nicht auf der Piste — mit dem Neben­ef­fekt, dass ich direkt unter dem Lift einen „Matthias-Krater” anlegte: Beim Abbie­gen aus einem Steil­stück hatte ich eine kleine Boden­welle nicht gese­hen, die mir dann den Gar­aus machte. Aber Tief­schnee ist ja weich … So weich aller­dings, dass es eine Weile dau­ern kann, bis man sich da wie­der her­aus gear­bei­tet hat. Auch am zwei­ten Tag stand nach dem Ski­fah­ren trotz müder Beine natür­lich noch das Lau­fen auf dem Pro­gramm — ganz ein­falls­los wie­der auf dem Win­ter­wan­der­weg nach Wirl und etwas dar­über hin­aus. Im Cas­sada gab es dann im dich­test beset­zen Spiel­zim­mer die ers­ten Videos der ers­ten bei­den Tage zu bestau­nen, Tilo und Mar­tin hat­ten Helm­ka­me­ras dabei. Und Tile konnte gleich einen Sturz inklu­sive Schlit­ten­fahrt mit dem Duret Monstre aus der Ego-Perspektive zeigen …

Am Mon­tag über­raschte uns nicht nur herr­lichs­ter Son­nen­schein, son­dern auch die Ankunft von Franz & Jörg. Nach ganz wenig Piste blieb der Tag dem Tiefschnee-Fahren vor­be­hal­ten. Nur vor­mit­tags nicht ganz: Ein loka­les Fern­seh­team hatte sich ange­mel­det, die uns Exo­ten fil­men woll­ten. Nur so rich­tig in den Tief­schnee woll­ten sie lei­der nicht, es blieb bei kur­zen Off-Piste-Momenten. Ab unge­fähr 11.30 Uhr waren wir dann aber — end­lich — an der Breit­spitz­bahn, wo uns — ganz außen — noch unver­spur­ter Schnee und einige rich­tig gran­diose Stü­cke abseits der Pis­ten erwar­tete. Lang­sam kroch der Nebel aber wie­der aus dem Mon­ta­fon heran, immer höher, erreichte die Stau­mauer des Kopp­sees, bedeckte den See, zog wei­ter die Hänge hin­auf. Des­we­gen wech­sel­ten wir gegen halb drei noch ein­mal an die Birk­hahn­bahn, um dort unter dem Lift her­um­zu­to­ben — um zu bestau­nen, wie Bruno sei­nen Ski den hal­ben Hang vor­aus­schickt und ein­fach hin­ter­her läuft …: Ein­fach wun­der­bar, die­ser Ski­tag! Auch wenn das Lau­fen dann doch hart wurde, mit aus­ge­spro­chen kraft­lo­sen Bei­nen — schon mit­tags hat­ten sich Ermü­dungs­er­schei­nun­gen der Ober­schen­kel bemerk­bar gemacht, bei den letz­ten Abfahr­ten brann­ten die Ober­schen­kel. Im Cas­sada gab es dann noch ein­mal einige Videos, auch von Mar­tina, zu sehen — so dass man vie­les gleich noch ein­mal erle­ben konnte.

Am Diens­tag wurde es kalt. Eigent­lich war eine „Ski-Safari” geplant — die fiel aber wegen schlech­tem Wet­ter und Lawi­nen­ge­fahr aus. Auch am Mitt­woch, der als Aus­weich­ter­min für die­ses Ver­gnü­gen geplant war, konnte sie des­halb nicht statt­fin­den. Trotz des Nebels war ich um kurz vor Neun am Lift, über der ers­ten Abfahrt an der Birk­hahn­bahn hing noch dicker Nebel. Mit Bruno ver­zog ich mich dann gleich wie­der zur Breit­spitz­bahn — und dort war das Wet­ter wun­der­bar und die Pis­ten per­fekt prä­pa­riert, so dass wir erst ein­mal in den Speed-Modus schal­te­ten und die Hänge hin­un­ter ras­ten wie zwei Bekloppte — auch wenn die Ober­schen­kel am Lift jedes­mal zu plat­zen droh­ten ;-). Im Lift wurde es dann frei­lich sau­kalt — zumal diese Bahn ja auch eine Weile unter­wegs ist. Gegen Mit­tag ver­la­ger­ten wir — mit immer mehr Leu­ten — unsere Akti­vi­tä­ten zuneh­mend wie­der von den Pis­ten in den Tief­schnee und fan­den dort aber nur noch wenige Reste unzer­fah­re­ner Stel­len. Aber das Wet­ter wurde dann wie­der schlech­ter, der Nebel stieg auf, die obere Wol­ken­schicht sank her­un­ter, so dass wir schon gegen drei Uhr den Ski­tag been­de­ten: Das Licht wurde so dif­fus, dass es immer schwie­ri­ger wurde. Dann noch schnell das gesam­melte Test­ma­te­rial gepackt und mit der Raupe zum Park­platz trans­por­tiert: Es waren doch eine ganz schöne Menge Skier zum Aus­pro­bie­ren vor­han­den. Nach dem Lau­fen ging es dann — es war schließ­lich Diens­tag — noch zum Fass­dau­ben­ren­nen, wo uns Mar­tin zünf­tig ver­trat und auf den vier­ten Platz schlit­terte. Nicht des­halb, aber wegen sei­ner akro­ba­ti­schen Künste auf dem Ki-Mo-No-Carver und dem Crash mit einem Baum bekam er anschlie­ßend auch noch den Dropman-Award überreicht.

Mitt­wochs klin­gelte mein Wecker etwas frü­her, das war ja schon wie­der mein letz­ter Tag und ich musste noch eini­gen Kram zusam­men­pa­cken. Und vor dem Früh­stück noch eine kleine (eine sehr kleine …) Lauf­runde erle­di­gen, weil ich von der Piste sozu­sa­gen direkt nach Hause wollte. Der Ski­bus setzte mich trotz­dem wie­der kum 8:49 Uhr an der Birk­hahn­bahn ab — von den ande­ren war noch nie­mand zu sehen. Aber das ver­dross mich nicht. Auf der (fast) per­fekt prä­pa­rier­ten Piste sauste ich einige Male hinab und bestaunte aus dem Lift meine schöne Schwünge, die auf der Piste wun­der­bar zu erken­nen waren. Dann waren inzwi­schen auch die ande­ren ein­ge­tru­delt und wir ver­trie­ben uns noch etwas die Zeit bis zum zwei­ten Deh­ter­min für die Fernseh-Crew von topdestination.tv, weil die beim Über­spie­len von der Kamera die Auf­nah­men ver­nich­tet hat­ten. Beson­ders inspi­riert kam es mir nicht vor, weil wir vor­wie­gend auf der Piste rum­rutsch­ten. Aber das End­er­geb­nis ist immer­hin ganz pas­sa­bel gewor­den. Dann ging es — natür­lich — wie­der an den Hang unter und neben der Breit­spitz­bahn: Das Wet­ter war dort wie­der etwas bes­ser, unter der Bal­lun­spitze zogen nach dem son­ni­gen — aber kal­ten — Mor­gen wie­der die Wol­ken auf. Abseits der Piste war nicht mehr viel zu holen: Alle inter­es­san­ten und halb­wegs erreich­ba­ren Hänge hat­ten wir jetzt schon zer­fah­ren und die durch­pflüg­ten Hänge waren in den Steil­stü­cken, gerade weil der Schnee teil­weise auch etwas har­schig war, ziem­lich schwer und anstren­gend zu fah­ren. Nur noch ein paar fla­che Mul­den und unzu­gäng­li­che (oder zumid­nest so schei­nen­den bzw. den Anfahrts­auf­wand nicht loh­nende) Ecken hat­ten noch fri­schen Schnee. Auch heute wie­der ver­kürzte die tiefe, auf­zie­hende Bewöl­kung den Ski­tag etwas — die letz­ten Ver­su­che von Jörg und mir an der Alp­ko­gel­bahn brach­ten mir noch einen Beinahe-Crash mit einem Pis­ten­schild ein … So lie­ßen wir den Tag — und das 10. Tref­fen der mono-Ski.Org — in der Faul­brun­nalm ausklingen.

Nach dem frü­hen Schluss machte ich mich dann gemüt­lich auf die Rück­reise. Achim und Jörg nah­men mich net­ter­weise im Auto bis Mün­chen mit, dann fuhr mich die Bahn — mit nur noch einem Umstieg in Frank­furt — wie­der ganz ent­spannt nach Hause. Und schon wie­der vol­ler Vor­freude auf das nächste Mal — inzwi­schen bin ich auch wie­der erholt von den Stra­pa­zen des Urlaubs …

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