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	<title>„Nächstens mehr.“</title>
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	<description>Literatur, Musik, Theater - die Welt meiner Kultur. Und das Laufen.</description>
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		<title>Dem Geheimnis des Laufens auf der Spur: Eine Psychologie des Laufens</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 09:56:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[B&#252;cher &#252;ber das Laufen gibt es haufenweise. Fast alle beschr&#228;nken sich aber auf psychologisches und das ganze drumherumg wie Ausr&#252;stung, Training, Wettkampf. Arbeiten zu einer origin&#228;ren Psychologie des Laufens, die &#252;ber die Beschreibung oder Sammlung von sch&#246;nen Geschichten zum runner&#8217;s high hinausgehen, sind dabei eher selten zu finden. Immer wieder taucht aber ein Titel auf: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>B&uuml;cher &uuml;ber das Laufen gibt es haufenweise. Fast alle beschr&auml;nken sich aber auf psychologisches und das ganze drumherumg wie Ausr&uuml;stung, <a href="http://matthias-mader.de/tag/training/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with training">Training</a>, <a href="http://matthias-mader.de/tag/wettkampf/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with wettkampf">Wettkampf</a>. Arbeiten zu einer origin&auml;ren <a href="http://matthias-mader.de/tag/psychologie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with psychologie">Psychologie</a> des Laufens, die &uuml;ber die Beschreibung oder Sammlung von sch&ouml;nen Geschichten zum runner&#8217;s high hinausgehen, sind dabei eher selten zu finden. Immer wieder taucht aber ein Titel auf: Andreas M. Marlovits Buch &#8222;Lauf-<a href="http://matthias-mader.de/tag/psychologie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with psychologie">Psychologie</a>. Dem Geheimnis des Laufens auf der Spur&#8220;. In Bibliotheken aber trotzdem sehr selten zu finden &#8211; dank Booklooker kam ich aber dennoch recht g&uuml;nstig an ein Exemplar, das extra den weiten Weg aus der Schweiz zu mir machte.</p>
<p>Worum geht es Marlovits? Eben nicht nur um die angebliche (er zweifelt da offenbar, ohne das aber weiter zu verfolgen, weil es nicht sein eigentliches Thema ist) Aussch&uuml;ttung von k&ouml;rpereigenem Endorphin als &#8222;Gl&uuml;ckshormon&#8220; beim Laufen, sondern um eine origin&auml;r psychologische Betrachtung des Laufens als reichlich monotonem Sport mit ausgesprochen gleichm&auml;0igem, lange Zeit gleichbleibenden Bewegungsablauf. Und die psychologischen Folgen des fortgesetzten Dauerlaufes. Denn er geht davon aus: &#8222;Wenn das Laufen nicht psychisch wirksam werden w&uuml;rde, dann w&auml;re es l&auml;ngst nicht so popul&auml;r.&#8220; (16) F&uuml;r seine Untersuchung dieser Wirksamkeit bedient er sich zun&auml;chst der Literaturumschau, vor allem Tiefen-Interviews mit 100 L&auml;ufern.</p>
<p>Weit ausholend f&auml;ngt er an, beleuchtet &#8211; ingesamt aber eher knapp und in der &Uuml;bersicht &#8211; das Laufen in verschiedenen Kulturen, die kultische und kulturelle Bedeutung des Laufens ind er Geschichte und beginnt dazu selbstverst&auml;ndlich in der Antike, d.h. in Griechenland &#8211; inkl. Philippides, dem &#8222;<a href="http://matthias-mader.de/tag/marathon/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with marathon">Marathon</a>&#8220;-L&auml;ufer &#8211; und macht dann einen gro&szlig;en Sprung in die Moderne, um sich vor allem der zweiten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts in mehreren Dekaden n&auml;her zu widmen. Wirklich viel kommt dabei aber nicht herum, denn: </p>
<blockquote><p>Die Ergebnisse aus mehr als 40 Jahren Laufforschung machen deutlich, wie fragmentarisch sich die Erkenntnislage zum Laufen und seiner wohltuenden Wirkung bislang darstellt. Weder die immer wieder aufgew&auml;rmte These von der Suche nach dem Endorphin-Kick noch &Uuml;berlegungen, dass dem L&auml;ufer eine bestimmte Pers&ouml;nlichkeitsstruktur zuzuschreiben sei (Introvertiertheit), noch &Uuml;berlegungen, dass das Laufen antidepressiv oder Stress reduzierend wirkt, lie&szlig;en sich bis heute eindeutig wissenschaftlich best&auml;tigen. (56)</p></blockquote>
<p>Dann geht es n&auml;her zum Kern, um das Laufen. Das hei&szlig;t, zun&auml;chst um den Anfang, den Beginn des Laufens, der Aufnahme des Dauerlaufens in den Lebensvollzug des modernen Menschen, der sich deutlich von dem fr&uuml;herer Epochen unterscheidet, weil er anderen Notwendigkeiten unterliegt: &#8222;Es geht also um mehr oder weniger wichtige Dinge des pers&ouml;nlichen Lebens. [&#8230;] Es scheint, als h&auml;tte sich das Laufen der heutigen Zeit seiner existentiell-kulturellen Fuktionalit&auml;t entledigt. Vorherrschend ist die Not des Individuums, die ihn zum Laufen bewegt.&#8220; (30) Und genauer: &#8222;Vom Laufen [&#8230;]erwartet man eine pers&ouml;nlich [sic!] Bereicherung im Sinne einer heilsamen Wirkung, die sich sp&uuml;rbar, am besten psychologisch sp&uuml;rbar, manifestieren sollte.&#8220; (32) Deshalb kommt Marlovits zu dem Schluss: &#8222;Die Doppelwirkung von Entspannung und Aktivierung ist dem modernen Menschen Laufmotiv genug.&#8220; (32)</p>
<p>Die Gr&uuml;nde des Laufens k&ouml;nnen f&uuml;r ihn dabei immer auf zwei (ganz allgemeine) Motive bzw. deren Wahrnehmung und Problematisierung zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden, auf Stagnation oder Hypermobilit&auml;t: &#8222;Wir behaupten also, dass s&auml;mtliche Beweggr&uuml;nde zum Laufen auf dieser Grundspannung verortet werden k&ouml;nnen.&#8220; (40) Ausgehend von dieser Diagnose, dass das Laufen also als ein Art Gegenmittel f&uuml;r diese zwei defizit&auml;ren Zust&auml;nde des modernen Menschen angegangen wird, kann er feststellen: </p>
<blockquote><p>Das Laufen erscheint also als eine Art heilendes L&ouml;sungsmittel f&uuml;r seelsiche Problemzust&auml;nde, die zum einen aus Verl&auml;ufen des pers&ouml;nlichen Lebens, zum anderen aber auch aus jenen der gesamtkulturellen Entwicklung resultieren k&ouml;nnen. (42)</p></blockquote>
<p> Darauf besteht er immer wieder: Dass das Laufen nicht nur ein individuelles Ph&auml;nomen sei, sondern auch Teil einer Kultur (aber gerade die zweite Seite bleibt im weiteren dann doch sehr blass &#8230;). Wesentlich ist auf jeden Fall der Zusammenhang zwischen <a href="http://matthias-mader.de/tag/leben/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with leben">Leben</a> und Laufen, den Marlovits immer wieder beobachtet: Laufen als so etwas wie eine Bew&auml;ltigungs- oder Verarbeitungsstrategier f&uuml;r das &#8222;<a href="http://matthias-mader.de/tag/leben/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with leben">Leben</a>&#8220; (was ja nur teilweise logisch ist, denn Laufen ist ja auch wieder Teil des Lebens &#8211; aber das soll hier nicht weiter st&ouml;ren): &#8222;Die Tendenz, das Laufen in einen engen Zusammenhang zum eigenen Lebens-Lauf zu bringen, ist bereits ein erster Begr&uuml;ndungszusammenhang dazu, warum wir davon ausgehen, dass in der uns so selbstverst&auml;ndlichen Bewegung des Laufens eine geh&ouml;rige Portion <a href="http://matthias-mader.de/tag/psychologie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with psychologie">Psychologie</a> steckt.&#8220; (68) Und zwar in diesem Sinne: </p>
<blockquote><p>Laufen formt das Seelenleben in einer ganz spezifischen, seiner Wirkung entsprechenden Form um. Diese Umformung geschieht bei allen Menschen in die gleiche Richtung. [&#8230;] Jeder Lauf ist der Versuch, so wie m&ouml;glich eine seelische Umformung voranzutreiben, denn je weiter sie vorangeschritten ist, umso intensiver wird die wohltuende Wirkung des Laufens f&uuml;r den Einzelnen sp&uuml;rbar. (71)</p></blockquote>
<p>Und dann gehts ans Eigentliche: Welchen Effekt hat ausdauerndes Laufen auf die Psyche des L&auml;ufers denn nun genau? Welcher Art ist denn nun diese &#8222;Umformung&#8220;? (Die umgekehrte Wirkrichtung, n&auml;mlich den Einfluss der Psyche auf das Laufen, der eine &#8222;Lauf-<a href="http://matthias-mader.de/tag/psychologie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with psychologie">Psychologie</a>&#8220; erst komplett machen w&uuml;rde, betrachtet Marlovits leider &uuml;berhaupt nicht. Dabei h&auml;tte gerade das mich besonders interessiert. Genauso fehlt eigentlich vollkommen eine Betrachtung des Laufens als Sport in psychlogische Hinsicht.)</p>
<p>Worin liegt also Wirkung, die &#8222;psychische Modulation des Ausgangszustandes&#8220; (75)?: Da ist zun&auml;chst etwa die &#8222;nivellierende Kraft&#8220; des Laufens: &#8222;Damit ist gemeint, dass sich w&auml;hrend des Laufens eine seelische Tendenz breit zu machen beginnt, die s&auml;mtliche erlebten Unterschiede und Differenzen vom L&auml;ufer zur Welt hin auszugleichen beginnt.&#8220; (82) &#8211; &#8222;Der Rhythmus [&#8230;] ist die zentrale Methode, mit der die Differenz und Gegen&uuml;bergestelltheit von Ich und Welt angegangen wird.&#8220; (97)</p>
<p>Das wesentliche psychologische (d.h. therapierendes) Moment des Laufens ist f&uuml;r Marlovits aber ein anderes: Seine &Auml;hnlichkeit mit dem (Tag-)Tr&auml;umen und der dort geschehenden Ver-/Bearbeitung des Unerledigten des Lebens: &#8222;Der Herrschaft der Traummechanismen im Lauf ist es auch zu verdanken, dass sich pl&ouml;tzlich unerwartete L&ouml;ungen f&uuml;r Probleme des Alltags einstellen.&#8220; (107) Oder, wie es etwas sp&auml;ter hei&szlig;t: &#8222;das Laufen schafft Bedingungen in der GEsamtorganisation &#8218;Mensch&#8216;, in der dr&uuml;ckende Themen und Probleme einer k&ouml;rperliche-psychischen Bearbeitung &uuml;berlassen werden.&#8220; (129). Und die Passivit&auml;t, das &Uuml;berlassen oder &Uuml;berantworten der &#8222;Probleme&#8220; an das &#8222;Es&#8220;, ist f&uuml;r in dieser Hinsicht erfolgreiches Laufen die entscheidende Grundbedingung.</p>
<p>Aus dieser Perspektive ist der &#8222;innere Schweinehund&#8220; des L&auml;ufers dann kein Energiespartrick oder Faulheitsanfall des geschundenen K&ouml;rpers mehr, sondern etwas anderes:</p>
<blockquote><p> Der L&auml;ufer scheut sich, die kultivierte Alltagsverfassung des Verf&uuml;gen-K&ouml;nnens zugunsten der traumanalogen Form der Laufverfassung einzutauschen. Was man also zu vermeiden sucht, ist weniger die M&uuml;hsal des Laufens selbst, als der de-kultivierende Aufwand der Seelenmodulation durch das Laufen. (110)</p></blockquote>
<p>Diese Stelle ist in gewisser Weise typisch f&uuml;r Marlovits: Deutlich wird hier nicht nur seine Methode, sondern vor allem deren Einseitigkeit. Denn, davon bin ich &uuml;berzeugt, sowohl die rein k&ouml;rperliche als auch die rein psychische Erkl&auml;rung des inneren Schweinehundes stehen nicht allein, sondern wirken zusammen. Gerade diese Mischung von physiologischen und psychologischen Aspekten des Laufens ignoriert Marlovits aber, ja, er verneint sie sogar. </p>
<p>Es bleiben mir also nach der Lekt&uuml;re diese B&uuml;chleins einige Fragen. Doch das, was Marlovits ausgearbeitet hat, scheint mir durchaus zutreffend zu sein. Nur vielleicht nicht so solit&auml;r und absolut, wie er es hier darstellt. Methodisch ist die &#8222;Lauf-<a href="http://matthias-mader.de/tag/psychologie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with psychologie">Psychologie</a>&#8220; f&uuml;r mich als <a href="http://matthias-mader.de/tag/psychologie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with psychologie">Psychologie</a>-Laien nur halb &uuml;berzeugend &#8211; die Literaturrecherche scheint mir eher oberfl&auml;chlich, ihre Darlegung ungenau, das Literaturverzeichnis ist fehlerhaft. Vor allem aber frage ich mich, wof&uuml;r Marlovits 100 Interviews gef&uuml;hrt hat &#8211; ausgewertet wird f&uuml;r das Buch praktisch nur ein einziges. Die anderen geben ihm nur irgendwie eine Art Hintergrundinformation &#8211; da h&auml;tte ich mir doch gerne mehr Details und intensivere Besch&auml;ftigung bzw. Darlegung der anderen Interviews und ihrer Aussagen gew&uuml;nscht. Aber immerhin, es ist ein durchaus interessanter Vorsto&szlig; in eine L&uuml;cke der Laufliteratur.</p>
<p>Andreas M. Marlovits: Lauf-<a href="http://matthias-mader.de/tag/psychologie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with psychologie">Psychologie</a>. Dem Geheimnis des Laufens auf der Spur. Mit 29 Zeichnungen von Rolf Jahn. 3. Auflage. Regensburg: LAS 2006. 192 Seiten. ISBN 978-3-89787-167-0.</p>
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		<title>Dietmar Dath dichtet Deutschland dicht</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 19:30:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[(sorry, die Alliterationskette musste sein &#8230;) Das also ist es, das neueste Buch von Dietmar Dath. Und es hinterl&#228;sst mal wieder das typische Dath-Gef&#252;hl nach dem Lesen: Begeisterung und freudiges Staunen, aber auch Irritationen, Unverst&#228;ndnis und Ablehnung. In vielerlei Hinsicht ist &#8222;Deutschland macht dicht&#8220; (mit passender Webseite) wirklich ein typisches Dath-Werk. Zum Beispiel wieder mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(sorry, die Alliterationskette musste sein &#8230;)<br />
Das also ist es, das neueste Buch von <a href="http://matthias-mader.de/tag/dietmar-dath/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with dietmar dath">Dietmar Dath</a>. Und es hinterl&auml;sst mal wieder das typische Dath-Gef&uuml;hl nach dem Lesen: Begeisterung und freudiges Staunen, aber auch Irritationen, Unverst&auml;ndnis und Ablehnung. </p>
<p>In vielerlei Hinsicht ist &#8222;<a href="http://matthias-mader.de/tag/deutschland/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with deutschland">Deutschland</a> macht dicht&#8220; (mit passender Webseite) wirklich ein typisches Dath-Werk. Zum Beispiel wieder mal mit leicht verschl&uuml;sselten &#8222;realen&#8220; Personen &#8211; die &#8222;erhabene Zeitung&#8220; ist nat&uuml;rlich die FAZ, deren Redaktion Dath schlie&szlig;lich mal angeh&ouml;rte, Bernd Vollfenster, &#8222;Held des direkten begrifflichen Zugriffs&#8220; (58) (diese Namen, ihre gleicherma&szlig;en phantastische und doch imemr auch banale Gestalt, sind typisch f&uuml;r Dath &uuml;berhaupt) erinnert als Feuilleton-Chef nat&uuml;rlich an Frank Schirrmacher und so weiter und so fort.</p>
<p>Dazu kommen dann noch Hendrik Kilian, Clea Pinguin (deren Mutter ziemlich grandios charakterisiert wird: &#8222;Hilde Pinguin war alles andere als die Herrin ihrer eigenen Angelegenheiten. Im Gegensatz zu den ganz gro&szlig;en Verbrechern, die den Planeten zu der H&ouml;lle zugerichtet hatten, die er den meisten Menschen war, mu&szlig;te sie zusehen, da&szlig; si von ihrem vielen Gl&uuml;ck nicht hinterr&uuml;cks aufgefressen wurde.&#8220; (32)) und Rosalie Vollfester als beh&uuml;tete Kinder mehr oder weniger reicher Frankfurter B&uuml;rger im Beginn und Zentrum der &#8222;Mandelbaumiade&#8220;.</p>
<p>Und unterdessen sperrt der Kanzler (der fr&uuml;her mal eine Frau war und kopf&uuml;ber im B&uuml;ro h&auml;ngt) in Anwesenheit des Wirtschaftsministers und des &#8222;Geistes&#8220; Schumpeters das Land zu &#8211; der Monogenis-Plan: </p>
<blockquote><p>&#8222;Wenn wir das machen &#8230; hchhh &#8230;&#8216;, grunzte der Kanzler, &#8218;dann nat&uuml;rlich nicht f&uuml;r immer. Eher wie beim Kr&auml;merladen, wegen Inventur geschlossen &#8230; danach k&ouml;nnen wir dann filrter. Das <a href="http://matthias-mader.de/tag/problem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with problem">Problem</a> ist &#8230; doch nur .. dieses ungeregelte Rein und Raus [&#8230;]. Dieses Abschotten und Aufr&auml;umen, erst mal den eigenen Laden in Schu&szlig; bringen, und dann sortieren, wer sp&auml;ter irgendwann wieder rein kann, den ganzen Handel und Wandel, einerseits Einwanderere, andererseits Export &#8230; Monogenis-Plan. Internet abschalten. Prima.&#8220; (31)</p></blockquote>
<p>Ganz so einfach geht es dann doch nicht, der Moment der Abdichtung/Dichtmachung bzw. Plombierung fordert die Phantasie heraus &#8230; und hat Folgen, auch einige unerw&uuml;nschte bzw. ungeplante Nebeneffekte, z.B. &#8222;Involution[en] der Welterschlie&szlig;ungsfunktion des gesamtdeutschen Bewu&szlig;tseins&#8220; (62).</p>
<p>H&auml;ngen bleibt vor allem: Die Wirklichkeit ist aber ein Fluidum hier &#8211; es gibt sprechende Kunstwerke, stotternde, nicht-grammatische S&auml;tze bildende Professoren und redegewandt dozierende Stoffhasen mit dem Namen Mandelbaum <a href="http://matthias-mader.de/tag/leben/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with leben">leben</a> eintr&auml;chtig mit- und nebeneinander &#8211; dazu noch die seltsam anthopomorphischen Tiere und die &#8222;billigen&#8220;, unfertig aussehenden Menschen &#8211; und fertig ist auch schon wieder ein typischer Dath-Text.</p>
<p>Dazu tritt dann noch der &#8222;&auml;lteste Kommunist Deutschlands&#8220;, einige verr&uuml;ckte Begebenheiten geschehen, die zun&auml;chst v&ouml;llig zusammenhanglos nebeneinander stehen und erz&auml;hlt werden, mehr braucht es f&uuml;r einen echten Dath eigentlich gar nicht: &#8222;Es fing jetzt an, unterbezahlt zu regnen.&#8220; (43) &#8211; solche S&auml;tze gibt es hier haufenweise. Die Handlung dagegen ist reichlich wirr und irgendwie auch gar nicht so wichtig. Interessanter sind die Motive und ihre Verwendungen.</p>
<p>Etwa das verrotende <a href="http://matthias-mader.de/tag/geld/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with geld">Geld</a>, auch so eine typische Dath-Idee: Einfach mal die Redensart der &#8222;harten&#8220; und &#8222;weichen&#8220; W&auml;hrung &#8211; so in der Art eines Eulenspiegels &#8211; w&ouml;rtlich nehmen und die Menschen daran wie an einer ansteckenden Krankheit leiden lassen.</p>
<p>entweder alles vorbei oder aber gerade erst anfing, der Moment des Dichtmaches ist dann &#8211; nat&uuml;rlich &#8211; grausam sch&ouml;n, hinterl&auml;sst ein &#8222;reines&#8220; <a href="http://matthias-mader.de/tag/deutschland/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with deutschland">Deutschland</a> &#8211; alle irgendwie ausl&auml;ndischen Menschen &uuml;berstehen den Prozess nicht. Und dann, mit dieser Dichtmachung, beginnt nat&uuml;rlich der eigentliche Spa&szlig; erst &#8211; weil das nicht ganz so glatt l&auml;uft, dann treten nat&uuml;rlich wieder Zombies und &auml;hnliches auf, es wird gek&auml;mpft mit allen Mitteln, der K&auml;se gegen den Hase, die Tat gegen die Anschauung &#8211; und die Menschen mittendrin und dazwischen. Das <a href="http://matthias-mader.de/tag/geld/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with geld">Geld</a> nicht nur lebendig, sondern zum Akteur geworden und steht als solcher nat&uuml;rlich im Zentrum der Handlung und der ganzen Scharade &#8230;. </p>
<p>&Uuml;berhaupt tritt Allegorisches zuhauf in Erscheinung. Und dann wird, auch wieder typisch Dath, noch die eine oder andere Meta-Ebene eingezogen &#8211; z.B. die Figuren 15 Jahre sp&auml;ter an anderem Ort, die sich das gerade gelesene erz&auml;hlen und dar&uuml;ber &#8211; und &uuml;ber die Fiktionalit&auml;t dessen &#8211; reflektieren &#8211; was aber dann doch wieder nur ein Effekt der &#8222;&Uuml;bergangstrance&#8220; ist und damit sich selbst sozusagen wieder wiederruft.</p>
<p>Und mittendrin in diesem Gewusel gibt es aber auch durchaus &#8222;sch&ouml;ne&#8220;, d.h. eher nette, weil treffende Stellen &#8211; z.B. das &#8222;Sch&auml;ubleprinzip&#8220; &#8211; &#8222;Alles ist verd&auml;chtig!&#8220; (170) und &auml;hnliche Momente. Genau an dieser Stelle zeigt sich aber auch: Dath ist wieder mal hyperaktuell &#8211; das ist jetzt gerade ganz nett, aber ob das in 15, 20 Jahren auch noch tragf&auml;hig ist?</p>
<p>Typisch Dath ist das alles, aber vor allem die Situation der &#8222;<a href="http://matthias-mader.de/tag/endzeit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with endzeit">Endzeit</a>&#8220; (nicht unbedingt die einer Apokalypse, aber doch nahe dran). Aber &#8211; damit einhergehend &#8211; schreibt Dath mehr oder weniger immer von Situationen der Ver&auml;nderung, eine Lage der &Auml;nderungen, der neuen Umst&auml;nde, des Anderssein (der Gesellschaft, des Lebens, der Menschen etc.) &#8211; also der Notwendigkeit der Entscheidungen. Hier in &#8222;<a href="http://matthias-mader.de/tag/deutschland/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with deutschland">Deutschland</a> macht dicht&#8220; wird das sozusagen noch potenziert, durch die st&auml;ndig instabil fluktuierende Wirklichkeit und das Hin- und Herreisen in der Zeit. Genau das unterscheidet ihn von vielen anderen Skribenten &#8211; und ich glaube, es macht f&uuml;r mich einen Gro&szlig;teil der Faszination (oder der zumindest der Anziehung) aus, die Daths Werke auf mich aus&uuml;ben: Die Idee, dass etwas anderes, eine andere Verfasstheit der Gesellschaft/Gemeinschaft, der politischen/kulturellen/wirtschaftlichen Gemeinwesen m&ouml;glich ist, &#8211; und das eben auch dann &Auml;nderungen, neue Kurse m&ouml;glich sind, dass &#8211; auch einzelne &#8211; Menschen das weitere Geschick, die Entwicklung gr&ouml;&szlig;erer, komplexere Gebilde beeinflussen k&ouml;nnen. &Uuml;brigens auch per Kunst. Und das ist ja nicht nur ein ungemein tr&ouml;stender, sondern auch ein zwar utopischer, aber positiver Akt der Zu-Mut-ung. Dagegen stehen die &#8222;Beschreiber&#8220;, Erfasser und Erz&auml;hler des status quo &#8211; ich sage nur Rainald Goetz &#8211;, die zweifellos auch wichtig sind, weil sie oft genug (wie gerade Goetz, aber auch z.B. in eher historischer Perspektive Reinhard Jirgl) nicht nur beschreiben, sondern auch erkennen und/oder durchschauen und/oder diese Erkenntnis dem Leser nicht nur vorlegen, sondern auch selbst erm&ouml;glichen &#8211; eine Seite, die bei Dath nicht so sehr ausgepr&auml;gt ist. </p>
<p>Genauso wenig &uuml;brigens auch die k&uuml;nstlerische Seite, die leider nicht ganz so anziehungskr&auml;ftig f&uuml;r mich ist: das ist (kunsthandwerklich) alles geschickt gemacht, aber ohne besonders herausragende Qualit&auml;ten &#8211; formal oder stilistisch zum Beispiel bleibt das im ungef&auml;hren &#8211; und im Mittelma&szlig;. </p>
<p><a href="http://matthias-mader.de/tag/dietmar-dath/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with dietmar dath">Dietmar Dath</a>: <a href="http://matthias-mader.de/tag/deutschland/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with deutschland">Deutschland</a> macht dicht. Eine Mandelbaumiade. Mit Bildern von Piwi. Berlin: Suhrkamp 2010. 201 Seiten. ISBN 978-3-518-42163-5.</p>
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		<title>Ein unb&#252;rgerlicher B&#252;rger? Eine Biographie Schubarts</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 21:23:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Christian Friedrich Daniel Schubart kennen viele. Bzw. seine zehnj&#228;hrige Haft auf dem Hohenasperg. Danach h&#246;rt es mit dem Wissen aber schon bald auf &#8211; je nach Gusto kann man dann vielleicht noch ein paar Takte zu seinen Liedern sagen, seine journalistischen Arbeiten erw&#228;hnen oder auf das eine oder andere Gedicht erw&#228;hnen. Bernd J&#252;rgen Warneken hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://matthias-mader.de/tag/christian-friedrich-daniel-schubart/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with christian friedrich daniel schubart">Christian Friedrich Daniel Schubart</a> kennen viele. Bzw. seine zehnj&auml;hrige Haft auf dem Hohenasperg. Danach h&ouml;rt es mit dem Wissen aber schon bald auf &#8211; je nach Gusto kann man dann vielleicht noch ein paar Takte zu seinen Liedern sagen, seine journalistischen Arbeiten erw&auml;hnen oder auf das eine oder andere Gedicht erw&auml;hnen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_J%C3%BCrgen_Warneken" rel="nofollow" class="liwikipedia">Bernd J&uuml;rgen Warneken</a> hat vor einiger Zeit eine <a href="http://matthias-mader.de/tag/biographie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with biographie">Biographie</a> dieses Mannes geschrieben, die ich jetzt endlich mal gelesen habe (auf der Liste stand sie schon lange &#8230;). &#8222;Der unb&uuml;rgerliche B&uuml;rger&#8220; hat er sein bei Eichborn in der &#8222;Anderen Bibliothek&#8220; im letzten Jahr erschienenes <a href="http://www.eichborn.de/index.php?id=96&#038;tx_commerce_pi1[showUid]=94928" class="liexternal">Buch</a> betitelt.<br />
Das gibt sich irgendwie schon als <a href="http://matthias-mader.de/tag/biographie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with biographie">Biographie</a>, ist dann aber doch als Lebensbeschreibung nur halbherzig umgesetzt. Denn Warneken liefert vor allem so etwas wie eine geistige <a href="http://matthias-mader.de/tag/biographie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with biographie">Biographie</a>, das simple &#8222;<a href="http://matthias-mader.de/tag/leben/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with leben">Leben</a>&#8220;, seine &auml;u&szlig;ere Gestalt spielt hier kaum eine Rolle, das Wissen darum (und nicht nur darum, aber dazu sp&auml;ter mehr) wird eigentlich vorausgesetzt: Eine <a href="http://matthias-mader.de/tag/biographie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with biographie">Biographie</a> ohne Bios, sozusagen (aber nat&uuml;rlich gilt das nicht absolut, sondern tendenziell). Wobei ich, wenn ich das so schreibe, auch schon wieder einschr&auml;nken muss: &#8222;Geistige <a href="http://matthias-mader.de/tag/biographie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with biographie">Biographie</a>&#8220; trifft es auch kaum. Denn Warneken beschr&auml;nkt sich recht stark auf die schriftlich-literarischen Zeugnisse Schubarts (und seines Sohnes). Wie Schubart wurde was wer war l&auml;sst er z.B. auch weitgehend im Dunkel.</p>
<p>Wer war also Schubart &#8211; oder wer war er f&uuml;r Warneken? Vor allem vieles zugleich. Immer wieder wird seine Multigenialit&auml;t betont, seine F&auml;higkeiten, die sich gleicherma&szlig;en auf das Gebiet der Musik wie der Literatur, auf den Journalismus wie die P&auml;dagogik, auf das Deklamieren Klopstock&#8217;scher Gedichte wie auf das Improvisieren an der Orgel erstreckten. Und Schubart scheint hier als Ekstatiker, der sein <a href="http://matthias-mader.de/tag/genie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with genie">Genie</a> gegen die beh&auml;bige, saturierte B&uuml;rgerlichkeit setzt. Und zwar auf allen Feldern, auf denen er t&auml;tig war: Als Literat, Journalist, Rhetor, Lehrer, Prediger, Musiker (Komponist, Pianist, Organist), Deklamator &#8230; &Uuml;berall begeistert sich Warneken mit Schubarts Zeitgenossen an der Schnelligkeit der Ideen, der Einf&auml;lle Schubarts &#8211; und der (oftmals improvisierten) Ausf&uuml;hrung, die &ouml;fters auch mal im unfertigen stecken bleibt.</p>
<p>Die Leidenschaft(en) sind Warneken also so etwas wie der zentrale Begriff zum Verst&auml;ndnis seines Subjektes: &#8222;Schubarts Engagement f&uuml;r die &#8218;Leidenschaften&#8216; ist ein Pl&auml;doyer f&uuml;r einen umfassenden b&uuml;rgerlichen Aufbruch: f&uuml;r das k&uuml;nstlerische Geniewesen, f&uuml;r wirtschaftlichen Unternehmungsgeist, f&uuml;r politische Reformatoren und Bewegungen; und es ist zugleich Gegenwehr gegen die andere Seite des b&uuml;rgerlichen Zivilisationsprozesses, die dem Individuum wachsende psychische Selbstzw&auml;nge, mehr Gef&uuml;hlskontrolle, mehr Askese auferlegt.&#8220; (91)</p>
<p>Oder, in anderem Zusammenhang: &#8222;Schubart ist nicht nur ein Kind, er ist ein Musterkind des &#8218;geselligen Jahrhunderts&#8216;, dabei niemals zufrieden mit distanzwahrender Konversation, sondern hei&szlig; bem&uuml;ht um Konvergenz, die auch die k&ouml;rperliche Zu-Neigung einschlo&szlig;.&#8220; (81)</p>
<p>Ein bisschen unklar bleibt dabei aber, ob Schubart nun typische Entwicklungen des B&uuml;rgertums im sp&auml;ten achtzehnten Jahrhundert in <a href="http://matthias-mader.de/tag/deutschland/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with deutschland">Deutschland</a> in sich konzentriert oder aus dieser Form eher hinausf&auml;llt: &#8222;Theologe, Lehrer, Kirchenmusiker, Adelsunterhalter, Privatsekret&auml;r, freier Autor: In Schubarts bis dahin (1773) elfj&auml;hriger Berufsbiographie verdichtet sich die ENtwicklungsgeschichte der fr&uuml;hb&uuml;rgerlichen Intelligenz in <a href="http://matthias-mader.de/tag/deutschland/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with deutschland">Deutschland</a>.&#8220; (109) &#8211; auf der einen Seite. Auf der anderen Seite dann die &#8222;Unb&uuml;rgerlichkeit&#8220; Schubarts: Der Schubart, den Warneken hier beschreibt, ist eigentlich im wahren Sinne nicht nur ein unb&uuml;rgerlicher B&uuml;rger, sondern &uuml;berhaupt keiner (was etwa seine Einstellungen zu den Leidenschaften angeht, die sich ja nicht nur literarisch, sondern auch handfest im Lebensvollzug &auml;u&szlig;ert &#8230;). Die Liebe und ausdauernde Hinwendung zum Wirtshaus und dar&uuml;ber hinaus zum Volk und seiner Masse als mehr oder weniger direkt avisiertem Ziel der &#8222;Deutschen Chronik&#8220; (Warneken w&uuml;rdigt Schubarts Bem&uuml;hungen um eine diesem Ziel angemessene Sprache ausf&uuml;hrlich) sind da eigentlich deutliche Zeichen. Aber auch die Tatsache, dass Schubart ein B&uuml;rger h&ouml;chstens im &Auml;u&szlig;eren ist (etwas nach der Haft als Theaterdirektor in Stuttgart) &#8211; und das auch nur geradeso, mit vielen &Uuml;bertretungen und Dehnungen der Moral/des (b&uuml;rgerlichen!) Anstands, der Zucht (im Kirchendienst!), des in der Gesellschaft eigentlich &Uuml;blichen &#8230;</p>
<p>Dazu passt nat&uuml;rlich recht eigentlich auch seine f&uuml;rstenkritische Haltung und die entsprechende Agitation. Aber alles in allem bleibt dann bez&uuml;glich Schubart vor allem der Eindruck ewiger Ambivalenzen h&auml;ngen, der Unklarheiten seiner Auffassungen und Ideen: War er z.B. Republikaner, gar Demokrat, oder Monarchist? Gl&auml;ubiger Christ oder Volksaufkl&auml;rer? Usw. (und da stellt sich mir &ouml;fters die Frage: Muss man wirklich bei der Ambivalenz Schubarts stehenbleiben? Soll hei&szlig;en: War er sich selbst wirklich unklar, so schwankend? Oder m&uuml;sste man nur noch genauer hinschauen und die Texte, in erster Linie nat&uuml;rlich die Jahre der &#8222;Chronik&#8220;, detaillierter analysieren? Mangels Quellenkenntnis mir nicht m&ouml;glich, aber immerhin denkbar &#8211; Warneke zitiert in der Regel nur offensichtliches bzw. schlie&szlig;t &#8211; so scheint es mir &#8211; recht umstandslos aus scheinbar offensichtilichen &Auml;u&szlig;erungen in der &#8222;Chronik&#8220; auf die Haltung Schubarts. Das m&uuml;sste man wohl noch pr&auml;zisieren &#8230;)<br />
Sagen kann Warneken immerhin: &#8222;Gewi&szlig; ist Schubart kein Sozialreformer. Er denkt &#8211; wie das aufgkl&auml;rte B&uuml;rgertum der Zeit allgemein &#8211; nicht im entferntesten an eine Aufhebung der st&auml;ndischen Ordnung, sondern fordert lediglich Respekt, R&uuml;cksicht, Milde im Ungang mit den Unterschichten ein. [&#8230;] Schubartscher Zorn also, der aber nur eine f&uuml;rsorgliche Herrschaft einfordert.&#8220; &#8211; und keine Abl&ouml;sung der Herrschaft (191)</p>
<p>Zur allgemeinen und speziellen Vielseitigkeit Schubarts geh&ouml;rt aber auch seine F&auml;higkeit der adaptiven Eigendarstellung: Gegen&uuml;ber der Ehefrau verh&auml;lt er sich anders (und berichtet denselben Vorfall anders) als zum Schwiegervater als zum Freund als zum Vorbild als zum Vorgesetzten.</p>
<p>Dieses Buch ist also einerseits v.a. eine Berufsbiographie und eine Beschreibung der Mentalit&auml;t, des diskursiven Feldes, in dem Schubart sich bewegte (also wenig &#8222;Lebensbeschreibung&#8220;), zum anderen aber genau in diesem Punkt zu wenig, zu zuf&auml;llige Einbettung und Verkn&uuml;pfung mit Geistesgeschehen udn politischen Vorg&auml;ngen/Entwicklungen seiner Zeit. Das alles geschieht durchaus, scheint aber irgendwie mehr oder weniger zuf&auml;llig, en passant, auf gut Gl&uuml;ck zu passieren (das Literaturverzeichnis gibt sich da auch extrem zur&uuml;ckhaltend &#8230;). In dieser Hinsicht setzt Warneken dann wieder ein durchasu solides Allgemeinwissen der politischen und kulturellen Geschehnisse der zweiten H&auml;lfte des 18. Jahrhunderts voraus, aber andererseits &#8211; vielleicht war das aber auch der Verlag &#8230; &#8211; werden in den langen Quellenzitaten unheimlich viel eher gel&auml;ufige W&ouml;rter per Anmerkung erkl&auml;rt: Allzuviel Wissen und Recherchef&auml;higkeit wird dann doch wieder nicht erwartet. Und irgendwie erschien mir diese Ambivalenz auch wieder typisch f&uuml;r dieses Buch, das &#8211; so mein Eindruck &#8211; nicht genau wei&szlig;, was es sein will: <a href="http://matthias-mader.de/tag/biographie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with biographie">Biographie</a> oder Werkanalyse, umfassende Kulturgeschichte oder spezielle Analyse eines Einzelfalls.</p>
<p>Dessen ungeachtet liest es sich aber angenehm fl&uuml;ssig. Die fast &uuml;bervielen, oftmals erfrischend ausf&uuml;hrlichen Quellen-Ausschnitte und Zitate aus dem Werk Schubarts und seinen Briefen sowie die reichhaltige Ausstattung mit ausreichend sorgf&auml;ltig reproduzierten Abbildungen pr&auml;gen deutlich das durchaus sch&ouml;n gemachte Buch (nat&uuml;rlich, ist ja Teil der Anderen Bibliothek, das ist ja immer noch eine gewisse Restverpflichtung, auch wenn der Standard nicht mehr ganz so hoch ist wie bei den fr&uuml;hen B&auml;nden).</p>
<p>(Das ist jetzt weder eine ausreichend gerechte W&uuml;rdigung des Buches von Warneke noch des Lebens von Schubart, sondern nur eine Ansammlung einiger loser Gedanken und Einf&auml;lle oder Assoziation, die mir beim Lesen untergekommen sind und sich festgesetzt haben, aber &uuml;berhaupt keinen weitergehenden Anspruch haben.)</p>
<p>Literatur von <a href="http://matthias-mader.de/tag/christian-friedrich-daniel-schubart/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with christian friedrich daniel schubart">Christian Friedrich Daniel Schubart</a> gibt es &uuml;brigens auch im Netz, etwa bei <a href="http://de.wikisource.org/wiki/Christian_Friedrich_Daniel_Schubart" class="liexternal">Wikisource</a>, bei <a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/Schubart,+Christian+Friedrich+Daniel" class="liexternal">Zenodot</a> oder beim <a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=19&#038;autor=Schubart,%20%20Christian&#038;autor_vorname=%20Christian&#038;autor_nachname=Schubart" class="liexternal">Projekt Gutenberg</a>.</p>
<p>Bernd J&uuml;rgen Warneken: Schubart. Der unb&uuml;rgerliche B&uuml;rger. Frankfurt am Main: Eichborn 2009 (Die Andere Bibliothek 294). 419 Seiten. ISBN <a href="http://www.worldcat.org/oclc/377787500" class="liexternal">978-3-8218-4598-2</a>.</p>
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		<title>Perfektion</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 20:24:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8222;Makellose Perfektion, bei Menschen, wie bei Pflanzen, hei&#223;t, sie sind aus Plastik.&#8220; (Benjamind von Stuckrad-Barre, Auch Deutsche unter den Opfern, 174)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Makellose Perfektion, bei Menschen, wie bei Pflanzen, hei&szlig;t, sie sind aus Plastik.&#8220; (Benjamind von Stuckrad-Barre, Auch Deutsche unter den Opfern, 174)</p>
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		<title>Online</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 20:03:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8222;Ach, w&#228;ren wir nur immer online. Die echte, alte Welt, sie ist so anstrengend, unattraktiv und voller unbeantworteter Fragen.&#8220; (Benjamin von Stuckrad-Barre, Auch Deutsche unter den Opfern, 116)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Ach, w&auml;ren wir nur immer online. Die echte, alte Welt, sie ist so anstrengend, unattraktiv und voller unbeantworteter Fragen.&#8220; (Benjamin von Stuckrad-Barre, Auch Deutsche unter den Opfern, 116)</p>
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		<title>Jesus Christus</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 22:05:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8222;Jesus Christus hatte ein Hobby: Er interessierte sich aus Liebe zum Nochniedagewesenen stets f&#252;r die bestm&#246;glichen Menschen.&#8220; (Dietmar Dath, Deutschland macht dicht, 12)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Jesus Christus hatte ein Hobby: Er interessierte sich aus Liebe zum Nochniedagewesenen stets f&uuml;r die bestm&ouml;glichen Menschen.&#8220; (<a href="http://matthias-mader.de/tag/dietmar-dath/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with dietmar dath">Dietmar Dath</a>, <a href="http://matthias-mader.de/tag/deutschland/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with deutschland">Deutschland</a> macht dicht, 12)</p>
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		<title>Italienische Musik franz&#246;sisch gespielt</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 12:17:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[bläserquintett]]></category>
		<category><![CDATA[italien]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[musiksommer]]></category>

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		<description><![CDATA[5, 4, 3 &#8230; Nein, im Kreuzgang von St. Stephan wird keine Rakete gestart. Denn das ist kein Countdown, sondern nur die verschieden starke Besetzung, in der das Quintett Aquilon hier beim Mainzer Musiksommer auftritt. Abwechslung ist also garantiert. Dabei h&#228;tte das Bl&#228;serquintett das gar nicht n&#246;tig, denn auch in voller Besetzung k&#246;nnen die f&#252;nf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>5, 4, 3 &#8230; Nein, im Kreuzgang von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/St._Stephan_(Mainz)" rel="nofollow" class="liwikipedia">St. Stephan</a> wird keine Rakete gestart. Denn das ist kein<br />
Countdown, sondern nur die verschieden starke Besetzung, in der das <a href="http://www.quintette-aquilon.com" class="liexternal">Quintett Aquilon</a> hier beim<br />
Mainzer <a href="http://matthias-mader.de/tag/musiksommer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with musiksommer">Musiksommer</a> auftritt. Abwechslung ist also garantiert. Dabei h&auml;tte das Bl&auml;serquintett<br />
das gar nicht n&ouml;tig, denn auch in voller Besetzung k&ouml;nnen die f&uuml;nf Franz&ouml;sinnen n&auml;mlich mit<br />
klanglicher Vielfalt &uuml;berzeugen – das ist alles andere als Langweile.</p>
<p>Professionell und gekonnt ziehen sie ihre Linien und lassen sich auch vom Hubschrauberl&auml;rm<br />
oder der ausfallenden Beleuchtung nicht st&ouml;ren. Ansonsten verl&auml;uft das Konzert allerdings ohne<br />
gr&ouml;&szlig;ere &Uuml;berraschungen: Sehr geschmeidig und glatt gelingt ihnen eigentlich alles, ob das eine<br />
fr&uuml;he Triosonate von Antonio Vivaldi ist oder, ganz am Schluss, das erst wenige Jahre alte „Piccolo<br />
Quintetto“ von Francesco Chiari. Und pl&ouml;tzlich erscheint die Differenz zwischen 17. und 20.<br />
Jahrhundert gar nicht mehr so gro&szlig;. Denn das Aquilon-Quintett versteht diese und alle Musik<br />
vor allem aus dem Klang heraus, dem Klang der Instrumente und dem Sound des Ensembles.<br />
Und da macht es wenig Unterschied, ob das eine barocke Sonate, das Arrangement der Ouvert&uuml;re<br />
zu einer romantischen Oper oder ein Bl&auml;serquintett der sehr gem&auml;&szlig;igten Moderne ist. Stets sind<br />
die wesentlichen Komponenten die gleichen. Vor allem der warme Klang, das von Noblesse<br />
und Eleganz gepr&auml;gte Zusammenspiel pr&auml;gt das gesamte Konzert, auch die Quintette von Giulio<br />
Briccialdi und Giuseppe Cambini. Das ist typisch franz&ouml;sisch, k&ouml;nnte man sagen, diese weiche<br />
H&uuml;lle, die sich um alles schmiegt und die auch manche H&auml;rte &uuml;berdeckt.</p>
<p>Dabei stehen ausschlie&szlig;lich Italiener auf dem Programm: Neben Vivaldi sorgt Gioacchino Rossini<br />
mit der Ouvert&uuml;re zu „Il barbiere di Siviglia“ nicht nur f&uuml;r einen ausgesprochen frischen Auftakt,<br />
sondern vor allem mit seinem Bl&auml;ser-Quartett f&uuml;r einen H&ouml;hepunkt. Hier, in dieser ausgesprochen<br />
nett unterhaltenden Musik tritt das Aquilon-Quintett nicht nur als Ensemble, sondern auch als<br />
Quasi-Solisten auf: Die flatternde Fl&ouml;te, das weich grundierende Horn, die zart tupfende und<br />
schmeichelnd singende Klarinette und das fundamentale Fagott &uuml;bergeben sich die Motive im<br />
permanenten Spiel, formen st&auml;ndig neue Allianzen und Klangbilder.</p>
<p>Doch auch wenn alle Musik aus <a href="http://matthias-mader.de/tag/italien/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with italien">Italien</a> stammt, verr&auml;t sie nichts von ihrer Herkunft. Zumindest<br />
nicht so gepflegt und zivilisiert, wie das Aquilon-Quintett sie spielt: Mit klassischer, feiner<br />
Nuancierung und immer mit einer kleinen Mindestdistanz. Das ist durchweg sehr angenehm<br />
zu h&ouml;ren, aber selten &uuml;berraschend und nie &uuml;berw&auml;ltigend. Denn die Schwerkraft h&auml;lt auch das<br />
Aquilon-Quintett am Boden. </p>
<p>(geschrieben f&uuml;r die <a href="http://www.rhein-zeitung.de" target='blank' class="liexternal">Mainzer Rhein-Zeitung</a>.)<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/d20e8655be8443c6acd11c47d846506c" width="1" height="1" alt=""><br />
</img></p>
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		<title>Das Hoch des L&#228;ufers. Oder Ein Hoch auf das Laufen</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 09:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[laufen]]></category>
		<category><![CDATA[erlebnis]]></category>
		<category><![CDATA[natur]]></category>
		<category><![CDATA[training]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Lust zu laufen ist das gro&#223;e und einzige Thema dieses B&#252;chleins. Andreas Butz, der wie so viele als Freizeitl&#228;ufer zur Steigerung der allgemeinen Fitness angefangen hat, irgendwann der erste Marathon (inklusive Scheitern am eigenen Ziel), und das dann auch weiter getrieben bis zum Ironman (Ultras eher nicht), ist inzwischen einer der r&#252;hrigen Vermarkter des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Lust zu laufen ist das gro&szlig;e und einzige Thema dieses B&uuml;chleins. <a href="http://www.andreasbutz.com/" class="liexternal">Andreas Butz</a>, der wie so viele als Freizeitl&auml;ufer zur Steigerung der allgemeinen Fitness angefangen hat, irgendwann der erste <a href="http://matthias-mader.de/tag/marathon/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with marathon">Marathon</a> (inklusive Scheitern am eigenen Ziel), und das dann auch weiter getrieben bis zum Ironman (Ultras eher nicht), ist inzwischen einer der r&uuml;hrigen Vermarkter des Laufens und Betreiber des <a href="http://www.laufcampus.com" class="liexternal">Laufcampus</a>.<br />
&#8222;Runners Hight&#8220; ist eine Ode an das Laufen &#8211; insbesondere die sch&ouml;nen Seiten (und das muss nicht immer der im Titel zitierte &#8222;runner&#8217;s high&#8220; sein), die Morgenl&auml;ufe, das Erleben der Natur etc. pp.<br />
Nett, unterhaltsam und treffend plaudert Butz in knappen Kapitel beziehungsweise einer Reihe von kleine Erz&auml;hlungen mit sp&uuml;rbarer Begeisterung von seiner Leidenschaft. Es geht aber auch mal ein bisschen ums Laufen selbst &#8211; die Bekehrung Butz zum Strunz-Anh&auml;nger und Vorfu&szlig;l&auml;ufer etwa, nat&uuml;rlich auch der erste &#8222;richtige&#8220; Laufschuhkauf sind ebenso Themen wie die Vereinbarkeit des Laufens mit Beruf und vor allem Familie &#8211; irgendwo muss die Zeit, die der L&auml;ufer mit der Erfahrung des Hochgef&uuml;hls verbringt, ja herkommen &#8230; Insgesamt deckt Butz so ziemlich alle &uuml;blichen Themen ab: Laufschuhe, Laufkleidung, Laufstrecken, Tempo im <a href="http://matthias-mader.de/tag/training/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with training">Training</a>, Ern&auml;hrung, Lauftechnik, Lauftreffs, der innere Schweinehund, die kleinen und gr&ouml;&szlig;eren Wettk&auml;mpfe auch, aber nicht so wichtig.<br />
Ein B&uuml;chlein, das sehr sch&ouml;n die Faszination des &#8222;normalen&#8220; Laufens vermittelt &#8211; also nicht so sehr &#8222;besondere&#8220; Momente wie irgend einen Berglauf, Ultra, Etappenlauf oder &auml;hnliches (wie es in Bonings &#8222;<a href="http://matthias-mader.de/laufen/wigald-boning-laeuf-nachts-und-bekennt-sich-dazu/" class="liinternal">Bekenntnissen eines Nachtsportlers</a>&#8220; zum Beispiel ganz stark ist), sondern das Gl&uuml;ck des allt&auml;glichen Laufens vor der Haust&uuml;r, die Befriedigung, die der L&auml;ufer daraus zieht, den Luxus <a href="http://matthias-mader.de/tag/genie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with genie">genie</a>&szlig;en zu k&ouml;nnen, einfach mal eine oder zwei Stunden laufen gehen zu d&uuml;rfen und zu k&ouml;nnen.</p>
<p>Andreas Butz: <a href="http://www.stiebner.com/controller.php?cmd=detail&#038;isbn=9783767908208&#038;verlag=1" class="liexternal">runners high. Die Lust zu laufen</a>. M&uuml;nchen: Copress 2002. 191 Seiten. ISBN 3-7679-0820-4</p>
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		<title>Kreuz und Quer: Mozart, Dvořák und Berg zusammen</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 16:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dieser Nachbarschaft w&#228;re wohl keiner der Drei wirklich gl&#252;cklich gewesen: Weder Mozart noch Dvořák noch Alban Berg haben sich mit diesen drei Streichquartetten viel zu sagen. Die Gr&#252;nde, die das Signum-Quartett bewogen, gerade diese drei Komponisten in ein Programm zusammenzuspannen, erschlossen sich auch beim H&#246;ren nicht. Vielleicht auch wegen der Reihenfolge, die Bergs erstes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dieser Nachbarschaft w&auml;re wohl keiner der Drei wirklich gl&uuml;cklich gewesen: Weder Mozart noch Dvořák noch Alban Berg haben sich mit diesen drei Streichquartetten viel zu sagen. Die Gr&uuml;nde, die das <a href="http://www.signum-quartett.de" class="liexternal">Signum-Quartett</a> bewogen, gerade diese drei Komponisten in ein Programm zusammenzuspannen, erschlossen sich auch beim H&ouml;ren nicht. Vielleicht auch wegen der Reihenfolge, die Bergs erstes Streichquartett zwischen Mozart und Dvorák schob und die wohl eher &Auml;u&szlig;erlichkeiten wie der L&auml;nge der jeweiligen Quartette geschuldet war als konzeptionellen &Uuml;berlegungen. Das ist zwar schade, aber – und das ist ein gro&szlig;es Aber – es beeintr&auml;chtigt die Einzelleistungen letztlich kaum. </p>
<p>Am Beginn des Gastspiels des Signum-Quartetts beim Mainzer <a href="http://matthias-mader.de/tag/musiksommer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with musiksommer">Musiksommer</a> stand Mozarts D-Dur-Quartett KV 499 – na klar, etwas leichtes am Anfang, zum Aufw&auml;rmen und Kennenlernen. Damit ist es in der <a href="http://www.villamusica.de" class="liexternal">Villa Musica</a> aber nicht weit her. Denn das junge Signum-Quartett ist vom ersten Ton an sehr pr&auml;sent. Und die vier bem&uuml;hen sich nicht nur um leichte Genauigkeit und filigrane Emotionalit&auml;t, sondern vor allem um strukturelle Klarheit. Das Hoffmeister-Quartett klingt so durchweg gelehrt und verspielt zugleich – sehr passend, wie das Signum-Quartett die Zwiesp&auml;ltigkeit dieser Musik, ihr Sowohl-als-auch, ihren Witz und ihre kompositorische Schl&auml;ue gleichzeitig realisiert.<br />
Dagegen scheint Antonin Dvořáks sp&auml;tes Streichquartett in G-Dur fast noch etwas leichtgewichtiger. Aber auch hier ist die heile Welt der nat&uuml;rlich-folkloristischen Musik nicht g&auml;nzlich ungetr&uuml;bt. Doch die Br&uuml;che verschwinden hinter der filmreifen Szenerie und &uuml;berw&auml;ltigenden Farbigkeit der Musik. Da l&auml;sst sich auch das Signum-Quartett gerne etwas gehen, gestattet sich deutlich mehr Hingabe und mehr reine Spielfreude – und ihr m&auml;chtiger Strich, ihre auftrumpfende Dynamik sprengt den nicht gerade gro&szlig;en Konzertsaal der <a href="http://www.villamusica.de" class="liexternal">Villa Musica</a> recht m&uuml;helos und l&auml;sst die Decke fast abheben.</p>
<p>Schon bei Alban Bergs Streichquartett war das beinahe zu so etwas wie einem <a href="http://matthias-mader.de/tag/problem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with problem">Problem</a> geworden: Die Gr&ouml;&szlig;e des Klangs im Raum. Dabei ging das Signum-Quartett eigentlich recht streng und um h&ouml;chste Genauigkeit bem&uuml;ht an den Klassiker der Moderne heran. Angesichts der Partitur, die vor Spielanweisungen &uuml;berquillt und eine gro&szlig;e Bandbreitn von Techniken verlangt, ist das keine leichte Herausforderung. Eine Herausforderung aber, die das Signum-Quartett aber sehr souver&auml;n l&ouml;st und daraus eine exzellente, kluge Mischung aus Klang und Struktur in Bergs hyperexpressiver Musik entwickelt. Und in der sich das Quartett wirklich als Einheit h&ouml;ren l&auml;sst, in der sich nicht mehr so sehr vier vern&uuml;nftige Leute untereinander unterhalten, sondern eine Stimme spricht – in vielen T&ouml;nen, aber in einem Sinn.</p>
<p>(geschrieben f&uuml;r die <a href="http://www.rhein-zeitung.de" target='blank' class="liexternal">Mainzer Rhein-Zeitung</a>.)<img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/3016390c3f0c49f0a8a1c02f1d7fcdac" width="1" height="1" alt=""><br />
</img></p>
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		<title>Wigald Boning l&#228;uf nachts &#8211; und bekennt sich dazu</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 11:36:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und er tut das, das Bekennen nat&#252;rlich, in einem netten Buch: &#8222;Bekenntnisse eines Nachtsportlers&#8220;. Das ist rundum unterhaltsam und am&#252;sant, aber eher schmunzelnd als &#8211; wie der Klappentext verhei&#223;t &#8211; im Sinne eines &#8222;Lachmuskeltraining&#8220;. Sooooo lustig finde ich seine autobiographische Schilderung seines sportlichen Lebens, der Versuche, das mit Beruf und Familie in Einklang zu bringen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und er tut das, das Bekennen nat&uuml;rlich, in einem netten Buch: &#8222;Bekenntnisse eines Nachtsportlers&#8220;.<br />
Das ist rundum unterhaltsam und am&uuml;sant, aber eher schmunzelnd als &#8211; wie der Klappentext verhei&szlig;t &#8211; im Sinne eines &#8222;Lachmuskeltraining&#8220;. Sooooo lustig finde ich seine autobiographische Schilderung seines sportlichen Lebens, der Versuche, das mit Beruf und Familie in Einklang zu bringen, auch wieder nicht. Aber es ist ein sehr lockerer Text. Und auch das Laufen geschieht eher nebenbei	, der <a href="http://matthias-mader.de/tag/marathon/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with marathon">Marathon</a> geschieht in ein paar Zeilen, der erste Ultra hat immerhin einige Seiten, in denen es aber nicht so sehr ums Laufen als um das Drumherum geht. Und um ganz viel Leichtsinn. Zumindest so wie Boning es erz&auml;hlt, ist er extrem unvorsichtig und draufg&auml;ngerisch, riskiert Leib und <a href="http://matthias-mader.de/tag/leben/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with leben">Leben</a> (&uuml;brigens nicht nur seines) &#8211; es sei mal dahingestellt, ob das der Realit&auml;t entspricht oder ob er nur gerne dramatisiert. Aber verf&uuml;hrererisch und eben leichtsinnig ist es doch &#8211; &#8222;Und zur&uuml;ck kammt man immer, irgendwie.&#8220; ist offenbar sien Hauptmotto geworden &#8211; und das ist schon grenzwertig, finde ich &#8230;</p>
<p>Mein Fazit daher: Das ist eher ein Laufbuch f&uuml;r Nichtl&auml;ufer &#8211; oder ein Sportbuch f&uuml;r Boning-Fans. Und eine ganz angenehm-nette Bettlekt&uuml;re &#8211; ohne gro&szlig;en Anspruch und besonderen Erkenntniswert.</p>
<p>Wigald Boning: Bekenntnisse eines Nachtsportlers. Reinbek: Rowohlt 2007. 299 Seiten. ISBN 9783-499-62192-5</p>
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