Recht früh war ich heute am Bahnhof, schon kurz vor 14 Uhr. Das hat mir aber wenig geholfen. Denn es passierte: nichts. DIe Uhr zeigte 14.07 an, 14.08, 14.09 — nichts. Nun gut, zwischen Ober Ramstadt und Reinheim ist die Strecke an diesem Wochenende wegen Bauarbeiten gesperrt. Und der Zug ab Erbach kommt normalerweise kurz nach 14 Uhr in Erbach ab, aus Darmstadt, bevor er seine Rückfahrt antritt. Heute aber nicht. 14.15 — immer nohc nicht. Auch keine Durchsage. Auf dem Abstellgleis neben dem Bahnsteig läuft noch der Motor eines Triebwagens. Aber die beiden „Zugführer” im Inneren rühren sich nicht. SIe hätten ja nur ihr Fensterchen aufmachen müssen, um den bei Minusgraden und im mittlerweile einsetzenden Schneetreibenden Dutzend Fahrgäste Wartenden Bescheid zu geben. Irgendwann stellte auch dieser Triebwagen seinen Motor ab. Einige Minuten später aber ging das Getuckere wieder los. Und dann, tatsächlich, er bewegte sich in Richtung Bahnübergang. Immerhin, nur fünf Minuten später stand er schon am Bahnsteig ;-). Informationen gab es immer noch nicht. Einer der Zugführer warf mir auf meine Frage, warum denn die Abfahrt nicht pünktlich erfolgte, nur ein „Wenn das Ding nicht funktioniert …” hin und verschwand schnell. Nun, gegen 14.30 (!) setzte sich der Triebwagen doch noch in Bewegung. In Michelstadt stand er dann natürlich (der Gegenzug wartete dort) auf dem falschen Gleis — das hatte man den nun loshetzenden Fahrgästen offenbar auch nicht mitteilen können oder wollen.
Die restliche Fahrt dann weitgehend normal. Und in Reinheim dann der angekündigte Zugschluss und das Umsteigen auf den Schienenersatzverkehr — einen extrem knapp bemessenen Bus. Der tuckerte dann auch los, nach Ober Ramstadt. Das dauert natürlich erheblich länger als mit dem Zug, voraussichtlich zehn Minuten längere Fahrzeiten hatte die VIAS im Vorfeld angekündigt — das hätte noch wunderbar gereicht, um in Darmstadt meinen Anschluss nach Mainz zu bekommen. Aber so einfach ist das auf der Odenwald-Bahn ja nicht. Der Zug stand nämlich nicht in Ober Ramstadt, wo er eigentlich auf den Schienenersatzverkehr hätte warten sollen. Das war ihm aber offenbar zu langweilig, also ist er einfach mal losgefahren. Und die extrem intelligenten Helfer der VIAS ließen uns erst einmal aus dem Bus austeigen und im Schneetreiben auf dem Bahnsteig stehen, bevor ihnen einfiel, dass ja gar kein Zug mehr da war. Und der Bus uns also weiter nach Nieder Ramstadt/Traisa fahren müsste, weil der Zug dort immerhin eine Pause einlegte. Also durften alle wieder zurück in den Bus hetzen, der dann eben ins Mühltal kurvte. Tatsächlich, da stand auch wirklich eine Triebwagen der Odenwald-Bahn. Und der fuhr wirklich bis zum Darmstädter Hauptbahnhof (in Nord hielt er dafür naturgemäß auch auf einem ganz anderen Gleis als sonst). Um 15:47 kam er im Hauptbahnhof an — im leeren. Denn die anderen Züge waren inzwischen logischerweise alle verschwunden, auf so einen lumpige Privatbahn warten die eben nicht.
Die Regionalbahn nach Wiesbaden kam dann auch noch einige Minuten verspätet in Darmstadt an. Da sie im Normalfall aber dort recht lange pausiert (u.a. wegen dem Richtungswechsel), betrug die Verspätung bei der Abfahrt nur noch vier Minuten — das kann ja mal passieren. In Mainz Hauptbahnhof war die Ankunft dann 17.17 statt 16.12 — mehr als drei Stunden hat es insgesamt gedauert …