„Nächstens mehr.“

Literatur, Musik, Theater – die Welt meiner Kultur. Und das Laufen.

Archiv für die Kategorie ‘bildung’

schule 2.0

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eine nett gemachte präsentation zur forderung der entschulung der schule (auch wenn sie es so nicht nennt):
Manifest für Schule 2.0 (V1.4)
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Geschrieben von matthias

14. Mai 2009 um 23:23

Abgelegt in bildung,medien

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warum veranstaltet eine universität einen tag der offenen tür?

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und warum gibt sie dafür noch eine menge geld aus? warum lockt sie tausende unbedarfte schüler auf den campus? lauter fragen, auf die ich partout keine antworten finde. denn heute ist „tag der offenen tür” an der mainzer universität. wenn man sich das anschaut, könnte man meinen, sie leide an akuter auszehrung und studentenmangel, wo doch das gegenteil der fall ist (und mittlerweile wahrlich überhaupt nicht mehr zu übersehen ist). wozu also immer noch mehr und mehr studenten hierher locken? den offiziellen grund, bei der wahl des faches zu helfen, wird man so wohl überhaupt nicht erreichen. denn was bekommt der schüler denn mit, wenn er sich jetzt, am ende des semesters, in eine vorlesung setzt und die vorletzte sitzung etwa der vorlesung „die grundlegung europas im frankenreich. i: politische geschichte” über sich ergehen lässt? fächerwahl und -beratung könnte man doch ganz bestimmt viel sinnvoller und ergebnisreicher dezentral organisieren …

Geschrieben von matthias

7. Februar 2008 um 11:45

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bildungswissenschaftliche seminare an der uni mainz – ein witz …

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wenn es nicht so traurig wäre, wäre es in der tat zum lachen. auch wenn das ein ganz schön blöder und abgestandener spruch ist – hier stimmt er ausnahmsweise einmal. denn was in dem seminar „lernumgebungen gestalten” so passiert, ist wirklich eine schande – eine schande für die bildungswissenschaft, für die universität und auch ein besorgnis erregender blick in die zukunft an den schulen. jede woche denke ich, dass niveau kann nun eigentlich nicht mehr fallen – aber das unglaubliche ist, bisher geschah immer wieder genau das. jede woche soll ja, so hat das unser dozent – der an der misere dieses „seminars” (ohne anführungszeichen kann ich den begriff für diese veranstaltung nicht mehr verwenden) wesentlichen anteil hat – eine gruppe studenten ca. 60 minuten der sitzung gestalten. und das ist grausam. jedem noch so laschen kriterium von wissenschaftlichkeit wird hier hohn gespottet. was übrig bleibt, sind versuche der überpädadgogisierung, die mich vor allem wegen ihres erbärmlichen inhaltlichen niveaus so ungeheuer aufregen. wahrscheinlich würde es überhaupt nicht auffallen, wenn ein mittelstufenschüler in dieser veranstaltung mitmachte – er könnte problemlos mitreden, so weit ist der anspruch inzwischen gesunken. von vorbereitung oder nachbereitung kann natürlich keine rede sein – dafür dürfen wir dann rollenspiele (!) oder theatralische aufführungen über uns ergehen lassen – als hätten wir nix besseres zu tun. die heutige sitzung z.b. widmete sich zum zweiten mal dem thema (problem-)schüler(-rolle). und was haben wir gemacht: über einen miniatur-ausschnitt eines textleins von alfred andersch gelabert und sind zu dem ergebnis gekommen, dass ordnungsmaßnahmen nicht streng nach katalog der vergehen angeordnet werden können. na toll. das kann ich in zwei minuten darstellen. und der dozent sitzt hinten und macht – was eigentlich? wofür bekommt der eigentlich sein geld? ah; ich kann gar nicht aufhören, mich über diesen blödsinn zu ereifern … ich habe ja große lust, in meiner gruppenarbeit das ganze mal zu konterkarieren und ein klassisches referat zu halten …

Geschrieben von matthias

27. November 2007 um 22:47

Abgelegt in bildung,wissenschaft

endzeitstimmung an der universität

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so, die erste woche des wintersemesters ist geschafft ;-). mir ist etwas interessantes aufgefallen, weil ich viele vorlesungen des historischen seminars besuche und die dozenten in den vorlesungen ja gerne in der ersten sitzung so einige grundsätzliche ausführungen machen, zu methode und inhalt, entstehung und verlauf ihrer veranstaltung. und auffällig viele, nämlich gefühlte 90 % der dozenten (die nicht alle professoren sind, aber zumindest habilitiert) machten mehr oder weniger ausführliche bemerkungen zur umstellung der studiengänge auf bachelor & master. die mainzer universität will das ja bereits im nächsten wintersemester komplett geschafft haben (worauf ich schon sehr gespannt bin, bis jetzt ist davon noch nicht allzu viel zu merken). und so langsam scheint bei den professoren anzukommen, dass die universität, wir wir sie momentan kennen, damit der vergangenheit angehören wird. sie merken so langsam und allmählich, dass sie sich mit der radikalen umstellung auf diese pseudo-studienabschlüsse die größte reform der universität eingehandelt haben, die seit 1900 passiert ist – dagegen waren die vond en 68ern angestoßenen umbauten ein klacks. denn inzwischen realisieren sie, dass es mit der freiheit der lehre dann nicht mehr weit her ist – wenn alles schön im stundenplan vorgeschrieben ist, muss das ja auch erledigt werden. und dann ist – davon kann man getrost ausgehen – für vorlesungen wie „Von der Bildungsreform Karls des Großen zur Universität. Schriftlichkeit, Wissen und Bildung im lateinischen Mittelalter (8.-13. Jahrhundert)” sicherlich kein platz mehr. aber jetzt ist das kind halt in den brunnen gefallen …

Geschrieben von matthias

26. Oktober 2007 um 23:00

die akkreditierung der bildungswissenschaften ist vorerst gescheitert

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die mainzer uni hat es tatsächlich geschafft – oder eben nicht. dem bachelor-studiengang „bildungswissenschaften” ist die akkreditierung verweigert worden. bei der begehung letzte woche, so berichtete gestern prof. seiffge-krenke in der psychologie-vorlesung, waren die – eigentlich offensichtlichen – mängel sowohl der konzeption als auch der umsetzung und ausstattung des studiengangs offenbar doch immer noch zu groß. wesentliche kritikpunkte waren offenbar: die fehlende bzw. unsichere verankerung und (personelle und finanzielle) ausstattung der beteiligten fächer soziologie und psychologie in den bildungswissenschaften (die durften bei der konzeption offenbar auch gar nicht groß mitreden). die unzureichende raumsituation. die mangelhafte betreuung des studiengangs durch das pädagogische institut. die ungenügende kommunikation dieses institutes. das ganze ist ja insofern besonders dramatisch und erschreckend, ja geradezu schockierend, als der übergangsstudiengang, in dem ich mich gerade befinde, ja eigentlich schon den bachelor-studiengang vorbereiten sollte. und aus den missständen, den unzähligen protesten, vor allem aber dem organisatorischen und leider auch inhaltichem chaos der letzten jahre haben die beteiligten aber offenbar – wenn ich das richtig verstanden habe – überhaupt nichts gelernt. jedenfalls sind sie jetzt erstmal kräftig auf die nase gefallen und müssen das ganze noch einmal überarbeiten – eine eigentlich ziemlich peinliche schlappe nicht nur für die beteiligten institute, sondern auch für die universitätsleitung – schließlich ist die mainzer universität nach meinem kenntnisstand bisher ganz allgemein noch überhaupt nicht sehr weit gekommen mit der akkreditierung ihrer bachelor-studiengänge – und das sollte doch eigentlich schon bald erledigt sein …

Geschrieben von matthias

4. Juli 2007 um 11:08

Abgelegt in bildung,politik

eine „theorie der unbildung“?

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soviel gleich vorweg: eine theorie der unbildung hat konrad paul liessmann nicht geschrieben – auch wenn er seinen groß-essay so übertitel hat. was er aber sehr schön und pointiert macht: mit dem mythos, eine wissensgesellschaft zeichne sich durch viel und hohe bildung aus, gründlich aufzuräumen. er tut dies durchaus sehr pointiert. wenn auch nicht außergewöhnlich originell.

am hervorstechendsten ist schon seine analyse der augenblicklichen misere (auch er muss natürlich anerkennen, dass sich das system der (aus-)bildung permanent in der krise befindet) als eine erscheinung der unbildung, die – im gegensatz zu den reformversuchen der nachkriegszeit – vollkommen auf den anschluss an den begriff der bildung verzichtet, auch in der negation nicht mehr auf ihn rekurriert (und damit unterschieden ist von dem, was liessmann in anschluss an adorno als halbbildung klassifiziert).

von dort aus ist es liessmann dann ein leichtes, einige der gröberen missstände anzuprangern und vorzuführen: das unentwegte schielen nach ranglistenpositionen etwa, dass mit bildung nie etwas zu tun haben kann, da diese als qualität prinzipiell nicht quantifizierbar sei und damit auch nicht in ranglisten oder ähnlich ordnungen überführt werden könne. oder die krankheit der evaluation, die auf dem gleichen missverständnis beruht, zusätzlich allerdings besonders deutlich auch noch geheime normative vorgaben (schon durch die art der fragen) entwickelt und etabliert. und immer wieder: der gegensatz von wissen als verfügbarkeit von informationspartikeln und bildung (im klassischen, humanistischen sinn, unter direktem rückgriff auf wilhelm von humboldts ideen und ideale).

der mangel an diesem versuch wie bei allen ähnlichen unternehmungen: sie kommen immer zu spät (ein vorwurf, der liessmann unbedingt treffen muss – er ist schließlich teil des missstandes), sie sind immer zu gebildet und speziell, um gehört zu finden. und hat durchaus auch einige lose enden (zum beispiel bei seinem angriff auf die rechtschreibreform – warum die neue rechtschreibung unbedingt weniger ästhetisch sein soll als die alte erschließt sich mir überhaupt nicht – vielleicht bin ich dafür aber auch zu sehr pragmatiker). alles in allem: eine lesenwerte streitschrift für bildung und gegen die verdummungsbemühungen der informierten wissensgesellschaft.

konrad paul liessmann: theorie der unbildung. wien: zsolnay 2006.

bei der taz gibt es online ein interview von robert misik mit liessmann.

und noch ein p.s.: wie fragil und flüchtig wissen auch in der sogenannten wissensgesellschaft (oder gerade hier) ist, lässt sich an liessmanns büchlein exzellent beobachten: das ist nämlich grottenschlecht gesetzt – unter missachtung der eigentlich immer noch gültigen satzregeln. zum beispiel habe ich selten ein buch eines immerhin renommierten verlags gelesen, in dem es dermaßen auffällig von schusterjungen wimmelt. und in dem es nicht nur einmal vorkommt, dass fußnoten nicht nur auf der falschen seite, sondern tatsächlich auf der falschen doppelseite platziert sind (also zwischen dem fußnotenzeichen und der fußnote ein zwangsweises umblättern liegt) – so ein mist sollte doch eigentlich jedem lehrling in der ersten woche abgewöhnt worden sein …

p.p.s.: ganz passend habe ich gerade auf telepolis ein artikel gefunden, der hier perfekt passt (vor allem zu liessmanns viertem kapitel, der wahn der rangliste): „die welt in zahlen – Rankings gehören zu den wirkmächtigsten Mythen des neoliberalen Alltags”. dort heißt es unter anderem: „Rankings formen die Wirklichkeit, die sie zu messen vorgeben”. ansonsten steht da (wie so oft) kaum etwas bemerkenswertes drin. aber die koinzidenz mit meiner lektüre war doch wieder einmal bemerkenswert …

Geschrieben von matthias

2. Juli 2007 um 12:23

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