Das aktuelle Zitat

Verse stel­len ihrem Sinn ein Bein oder ihrem Fuß einen Sinn.

—Franz Josef Czernin: Sätze (73)

Ins Netz gegangen (31.8.)

Ins Netz gegan­gen am 29.8.:

  • Strand: Wie Gold am Meer | ZEIT ONLINE -
    Es ist nicht nur das Meer, das den Sand vom Strand weg­holt, es ist auch der Mensch.

    span­nen­der text über den sand — am strand und im beton etc. und was der in den letz­ten jah­ren alles für pro­bleme berei­tet (weil der mensch herumpfuscht …)

  • Spen­den­ak­tion ǀ Ice Bucket Chal­lenge? Fuck off! — der Frei­tag — RT @derfreitag: Spen­den­ak­tion: #Ice­Bu­cket­Chal­lenge? Fuck off! »
  • Kolumne Luft und Liebe: Wahn und Schmod­der — taz.de — »Brea­king News: Die Welt ist kom­pli­ziert. Und im Inter­net gibt es gleich­zei­tig Femi­nis­tin­nen und krasse Por­nos« >
  • 50 — Na 1, 356 — Kor­re­spon­den­zen mit Her­bert Mar­cuse (p. V 118, 1 – 383) — Seite — Max Hork­hei­mer — Digi­tale Samm­lun­gen — RT @benni_b: Doof wenn man berühmt wird und dann im Nach­lass des Kum­pels der eigene Sexis­mus zu Tage tritt: #mar­cuse #horkheimer
  • Sim­ply Explai­ned — Geek&Poke — Sim­ply Explai­ned — Geek&Poke;
  • Deut­sche Poli­tik vor den Welt­krie­gen — FAZ — hein­rich august wink­ler über den kriegs­be­ginn 1914, die frage der schuld bzw. haupt­schuld und warum sei­ner mei­nung nach deutsch­land nicht ganz auf einer ebene mit den ande­ren euro­päi­schen staa­ten anzu­sie­deln ist:
    Schwe­rer noch wiegt die Aus­klam­me­rung der innen­po­li­ti­schen Vor­ge­schichte des deut­schen Weges in den Ers­ten Welt­krieg bei Clark und Münk­ler. Der Mili­ta­ris­mus war ein gesamt­eu­ro­päi­sches Phä­no­men, aber nir­gendwo waren die Gesell­schaft und das poli­ti­sche Den­ken so mili­ta­ri­siert wie im Deut­schen Reich. „Kriegs­par­teien“ gab es über­all, aber nir­gendwo ver­füg­ten sie über einen so brei­ten gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Rück­halt wie in Deutsch­land. Er reichte vom ost­el­bi­schen Rit­ter­guts­be­sitz über die Schwer­in­dus­trie und Teile des gebil­de­ten Bür­ger­tums bis zu den Ver­bän­den des gewerb­li­chen Mit­tel­stan­des und der kauf­män­ni­schen Ange­stell­ten. Deutsch­land war eine kon­sti­tu­tio­nelle, keine par­la­men­ta­ri­sche Mon­ar­chie. Der Reichs­kanz­ler war dem Kai­ser, nicht dem Reichs­tag ver­ant­wort­lich. Die mili­tä­ri­sche Kom­man­do­ge­walt des Königs von Preu­ßen, der zugleich Deut­scher Kai­ser war, bedurfte nicht der minis­te­ri­el­len Gegen­zeich­nung — ein Relikt des Absolutismus.

     — und zur kon­ti­nui­tät von 1914 und 1939 (was alles zusam­men bei den faz-lesern nicht auf große gegen­liebe stößt …)

  • In Rede­si­gned Room, Hos­pi­tal Pati­ents May Feel Bet­ter Alre­ady — NYTimes.com — die new york times über die rolle von archi­tek­ten im gesund­heits­we­sen, hier am bei­spiel eines neu­baus des »Uni­ver­sity Medi­cal Cen­ter of Prin­ce­ton«:
    But the real eye-opener was this: Pati­ents also asked for 30 per­cent less pain medication.

  • Es geht ums Lesen — taz.de — johan­nes thum­fart in der der taz über das befrei­ende poten­zial von ebooks (und warum es schein­hei­lig ist, dem gedruck­ten buch so sehr nach­zu­wei­nen):
    Kern der ableh­nen­den Hal­tung gegen­über dem E-Book ist, dass es eben nur den eigent­li­chen Zweck von Büchern erfüllt, näm­lich das Gele­sen­wer­den. Dage­gen ist das gedruckte Buch in unse­ren Brei­ten­gra­den vor allem ein Dummy für den Gaben­tisch, das man geschenkt bekommt, im Bücher­schrank abstellt, als Acces­soire neben den Latte mac­chiato legt, aber auch — etwas sel­te­ner — an Freunde ver­leiht und wei­ter­ver­kauft. Für all diese Neben­as­pekte der Buch­kul­tur taugt das E-Book nicht.

    Anstatt also dem gedruck­ten Buch nach­zu­wei­nen oder gar zu ver­su­chen, es durch Orna­mente im bis­lang herr­lich redu­zier­ten E-Book zu imi­tie­ren, muss E-Book-Kultur davon han­deln, den Pro­zess der Demo­kra­ti­sie­rung, Säku­la­ri­sie­rung und Ratio­na­li­sie­rung der Schrift, der schon mit der Erfin­dung des Alpha­bets begann, zu beschleu­ni­gen. In dem Sinne fin­det sich die Speer­spitze der Buch­kul­tur heute in den tri­via­len Ecken fernab der Bücher­mes­sen und ähn­li­cher Ver­an­stal­tun­gen: In der »Fan Fic­tion« zum Bei­spiel, wo mas­sen­weise Schmud­del­li­te­ra­tur for the people by the people gemacht wird, die auch noch in der U-Bahn voll­kom­men unsicht­bar gele­sen wird und in kei­nem Regal als Tro­phäe aus­ge­stellt wer­den muss.

    Buch­ge­stal­ter, Ver­lage, Kri­ti­ker, Buch­de­ckel und Dru­cker­schwärze ste­hen die­ser neuen, auf das Wesent­li­che redu­zier­ten Ästhe­tik der sich lite­ra­risch eman­zi­pie­ren­den Masse nur im Wege.

  • Warum ich die Peti­tion gegen Ama­zon nicht unter­schreibe — Süddeutsche.de — ich finde, ste­fan weid­ner hat durch­aus recht, auch wenn er sich in details irrt (wann/womit bitte ist es bes­ser, auf dem tablet als auf dem ebook-reader zu lesen? und natür­lich ist es nicht egal, wo ich meine ebooks kaufe, weil ama­zon sie ein­sperrt. aber das sind neben­säch­lich­kei­ten, die hier nichts zur sache tun)
    Aggres­si­vi­tät und einen unsen­ti­men­ta­len Blick nach vorn. Ama­zon hat das, der deut­sche Buch­markt nicht, nichts ande­res belegt der Pro­test gegen Ama­zon. Ich ver­stehe die Gründe für den Pro­test und die Angst, aber das ändert nichts an der Ver­knö­che­rung und Refor­mun­wil­lig­keit des Buch­mark­tes. An sich ist er, ich sagte es, per­fekt. Aber das Sys­tem hat den Kon­takt zur Außen­welt ver­lo­ren. Und da diese, wie Außen­welt oft, unbe­kannt und böse ist, will man sich nur umso mehr von ihr abkap­seln. So sind schon viele Spe­zies ausgestorben.

Twitterlieblinge August 2014

Der Erste Weltkrieg: Die Modefarben 1914

die mode­far­ben von 1914 waren
Blu­men­feld (Berlin/New York) zufolge,
waren die­sem sprachen-fotograf zufolge
ziem­lich zuerst:

nil.
ein grün natür­lich, ano­ri­en­ta­li­sier­tes abend–
land, das groß­bür­ger­tum hin­ter schwe­ren
por­tie­ren, bei indi­rek­ter beleuch­tung trägt
Ber­lin auf, was Paris trägt.

tango.
das orange, die trauer
früchte die den blick ver­kan­ten.
süd­früchte wur­den kaum gekannt
sie kamen im beam­ten­tume vor:
auf dem weih­nachts­tei­ler, auf dem
bör­sen­par­kett tango, schiff­bau
stahl bes­tens notiert, und:

ciel.
ist der ver­drehte him­mel.
blue pills und stahl­par­kett,
zur früh­jahrs­sai­son natür­lich
von marne gar noch nicht
die rede, ab herbst war dann
das kleine schwarz natür­lich
ange­sagt.
*
gesag­tes klei­nes schwarz.
gesagte schwarz­töne, die all­ge­mei­ner wur­den;
besagte zunah­men, zunah­men in dem maße wie die herz­gru­ben und
–töne schwä­cher, dann weg– und abge­schal­tet wur­den, und
die lis­ten (»ciel«) sprach­über­la­gert von namen und
aber­sprachn. noch war die grippe
nicht in sicht
*
lauf­steg lauf­gra­ben.
*
den toten wie den wit­wen, immer in den nach­rich­ten,
immer voll drauf, voll zwi­schen die beine gefilmt und -

[…]

*
gesprächs­un­ter­bre­chung durch
unrhyth­mischn his­to­ri­ker. zer­streut
wirkt die­ses durch­ge­suppte spre­cher­chen und
bam­mel­mann, fidel wie die erhäng­ten­lei­che,
mit sei­nem:
»nix nil, nix tango. ohne ciel oder unter freiem
him­mel. oder-oder, oder nich mehr so jetzt, spr–
rache über pro­jek­tile blue pills, blaue boh­nen wohin
man tritt, das is spra­che! oder
was and­res.«
*

[…]

wei­tere und wei­tere auf­fal­tun­gen:
die auf­dru­cke (parol) auf den eiser­nen rationen;

die auf­wer­fun­gen von erde, etwa die que­rung
stei­ni­ger bach­bet­ten, gebü­sche. buchen, birken,

tan­nen­wäl­der. beschuß an rei­ßendn flüssn. im
lehm­bett, in nässe: wie die gestam­melte briefschaft

durch­weicht, diese zei­len, die­ses zie­hen in der
Schul­ter: die­ses wer­fen, diese abzieh-gräbm, soweit

rei­chen die — wie weit rei­chen die ohren? wie­weit
rei­chen meine ohren: meine augn festgefressen.

[…]

*
rhyth­mi­sche his­to­ria.
nicht weni­ger absent ist diese spre­che­rin:
das war, mit pho­tos von Blu­men­feld,
der far­be­n­an­fall für 1914; ent­schul­di­gen
möch­ten wir uns für den
*
totalbildausfall.

—Tho­mas Kling: Der Erste Welt­krieg: Die Mode­far­ben 1914 (gekürzt, nach dem Abdruck in: Mer­kur 53 (1999), Heft 600, S. 266 – 268).

Tanz mit dem Saxophon

Wie geil ist das denn: Eine ganz groß­ar­tige Solo­per­for­mance von Mats Gustafs­son mit sei­nem Bari­ton­s­axo­phon (und zwi­schen­durch auch mit dem Sopran) in Rek­ja­vik gibt es auf YouTube zu sehen. Eines der bes­ten Sets, die ich in letz­ter Zeit in die Ohren und vor die Augen bekom­men habe. Und das Schauen lohnt sich, beim Betrach­ten der Bewe­gung und der Arbeit im Moment des Ent­ste­hens die­ser groß­ar­ti­gen Musik erhält sie noch eine ganz andere Tiefe. Das ist so — selbst in die­ser eher beschei­de­nen Auf­nah­me­qua­li­tät — schon beein­dru­ckend und fas­zi­nie­rend. Und aus Erfah­rung weiß ich, dass das live noch viel mit­rei­ßen­der und über­wäl­ti­gen­der sein kann. Die Ener­gie, die sol­che Momente frei­set­zen, ist es, die den Free Jazz immer wie­der so span­nend, berüh­rend und ein­fach groß­ar­tig machen — und so loh­nend! (Ich bin gerade ein­fach ziem­lich begeistert …)

Play­list: Mats Gustafs­son @ Rek­ja­vik 2013-08-16

Ins Netz gegangen (21.8.)

Ins Netz gegan­gen am 21.8.:

  • »Geburt der Gegen­wart«: Wenn der Mond den Fri­seur­ter­min bestimmt | Ber­li­ner Zei­tung — stef­fen mar­tus hat achim land­wehrs »geburt der gegen­wart« gele­sen:
    Der Düs­sel­dor­fer His­to­ri­ker Achim Land­wehr geht die­sen Fra­gen bis in jene Epo­che nach, als die Kalen­der die Welt erober­ten. Die Vor­ge­schichte unse­rer zeit­li­chen Ver­stri­ckung in Ter­mine und Daten ist dabei nur ein Bei­spiel für jene „Geburt der Gegen­wart“, von der er anschau­lich, anek­do­ten­reich und klug erzählt: In der Frü­hen Neu­zeit büßte die Ver­gan­gen­heit in bestimm­ten Berei­chen ihre Auto­ri­tät ein, wäh­rend die Zukunft noch nicht als Objekt mensch­li­cher Ver­fü­gung wirkte. In einer Art Zwi­schen­phase dehnte sich die Gegen­wart als „Mög­lich­keits­raum“ aus und bahnte damit jenes Zeit­re­gime an, dem wir heute unterstehen.

  • Lite­ra­tur­de­batte : Der Buch­preis ist keine Geschlechts­um­wand­lung wert — Lite­ra­ri­sche Welt — DIE WELT — mar­lene stre­e­ru­witz über den buch­preis und seine struk­tu­ren und funk­tio­nen:
    Aber. Der Deut­sche Buch­preis ist das fröh­lichste Bei­spiel, wie die qua­si­re­li­giöse Ein­deu­tig­keit eines Mar­ke­ting­in­stru­ments her­ge­stellt wird. In einer kon­stru­ie­ren­den Vor­gangs­weise wird der Bör­sen­ver­ein selbst zum Autor der Ver­mark­tung der Auto­ren und Auto­rin­nen im Deut­schen Buchpreis.

    Das alles erfolgt im Archil­e­xem (der Ver­wen­dung der männ­li­chen Form der Bezeich­nung, unter der die weib­li­che Form mit­ge­meint ist): In den Aus­sen­dun­gen des Bör­sen­ver­eins gibt es nur Auto­ren und keine Auto­rin­nen. Auch das gehört zur Stra­te­gie der Ein­deu­tig­keit. Es gibt keine Geschlech­ter­dif­fe­renz, sagen sol­che For­mu­lie­run­gen. Stellt euch unter die männ­li­che Form und lasst dif­fe­ren­zie­rende Kin­ker­litz­chen wie die geschlech­ter­ge­rechte Spra­che sein. Nur in ein­deu­ti­gen For­mu­lie­run­gen gelingt ein umfas­sen­des Spre­chen, in dem Bücher ver­kauft wer­den kön­nen. Popu­lis­mus wird nicht nur in Kauf genom­men. Popu­lis­mus ist erwünscht.

  • Ste­fan Nig­ge­meier | Neues von Wert­her: Suizid-Häufung nach brei­ter Suizid-Berichterstattung — nig­ge­meier berich­tet über eine ame­ri­ka­ni­sche stu­die, die indi­zien für den werther-effekt beob­ach­ten konnte:
    Selbst­mord ist anste­ckend. Bericht­er­stat­tung über Sui­zide erhöht die Zahl der Sui­zide. Eine neue Stu­die aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten lie­fert wei­tere Indi­zien dafür, dass die­ser soge­nannte „Werther-Effekt“ tat­säch­lich existiert.

  • Algo­rith­men: Fer­guson zer­split­tert in den sozia­len Netz­wer­ken | ZEIT ONLINE — gün­ter hack:
    Der der­zei­tige Umgang mit der algo­rith­mi­schen Per­so­na­li­sie­rung ist die Voll­en­dung des Neo­li­be­ra­lis­mus auf Ebene der öffent­li­chen Kom­mu­ni­ka­tion. Wenn du etwas nicht gese­hen hast, dann bist du selbst Schuld, weil du den Algo­rith­mus von Face­book ent­spre­chend trai­niert hast oder dir die Profi-Version mit dem bes­se­ren Zugang zu den Daten nicht leis­ten kannst.

  • Inter­view mit Hei­ner Goeb­bels, dem Inten­dan­ten der Ruhr­tri­en­nale | Lesen was klü­ger macht — hol­ger pau­ler befragt hei­ner goeb­bels zu sei­nen erfah­run­gen in und mit der ruhr­tri­en­nale und vor allem der »freien szene« (und am schluss auch zu »cas­si­ber«). hei­ner goeb­bels:
    In Deutsch­land gibt es für eine bestimmte Liga von freien Künst­le­rin­nen und Künst­lern kaum Pro­duk­ti­ons­spiel­räume. Es gibt zwar ein welt­weit ein­zig­ar­ti­ges Thea­ter­sys­tem, das ist aller­dings einer gewis­sen Mono­kul­tur ver­pflich­tet, die sich auf das Opern-, Schauspiel-, oder Orches­ter­re­per­toire bezieht – dar­über hin­aus blei­ben wenige Mög­lich­kei­ten für freie Kunst. Diese Lücke wollte ich mit der Ruhr­tri­en­nale zu schlie­ßen versuchen.

  • [AMA] Ich bin Ste­fan Nig­ge­meier. Fragt mich alles! : de_IAmA — 
  • Intro­du­cing Tap­Path for Android — YouTubeIntro­du­cing Tap­Path for Android! — eine schöne kleine app, die das leben (und sur­fen) auf einem andro­iden ein­fa­cher und ange­neh­mer macht

Aus-Lese #35

Wolf­ram Malte Fues: InZwi­schen. Mit Zeich­nun­gen von Thitz. Mün­chen: Alli­tera Ver­lag 2014 (Lyri­ke­di­tion 2000). 127 Seiten.

fues, inzwischenEin durch­aus fei­ner Lyrik­band, der mir mit sei­nen oft sehr lako­ni­schen, auf bru­tale Kürze zusam­men­ge­dampf­ten Gedich­ten einige Lese­freude berei­tete. Fues beschreibt vor allem die Ding­haf­tig­keit der Welt und ihre Erschei­nun­gen, der Gegen­stände und Zustände, Dinge und Gesche­hen. Sein bevor­zug­tes Mit­tel ist es, Beob­ach­tun­gen oder Tat­sa­chen ein­fach unver­mit­telt auf­ein­an­der­pral­len zu las­sen. Das wird auch sprach­lich immer wie­der deut­lich: Fues bevor­zugt Kon­traste, das schwarz-weiß, den Vor­der– und Hin­ter­grund, jetzt und frü­her, unten oder oben und so weite. Die wer­den oft direkt gegen­über­ge­stellt, ohne Ver­mitt­lung, ohne ein Zwi­schen. Denn genau um die­ses »Zwi­schen« geht es, um den Raum, der von den Begrif­fen so eröff­net wird. Dazu pas­sen auch die Ver­tau­schun­gen, gerade der Kontrastpaare:

Ein Baum wie
eine Antenne.
Eine Antenne
wie ein Baum.
Dem­nächst
bot­schaf­ten Bäume
blü­hen Anten­nen. (44)

Manch­mal sind Sinn und Spra­che der kur­zen Gedichte der­ma­ßen ver­knappt und redu­ziert, dass nur noch Rät­sel blei­ben — Rät­sel, die ein lee­res Gerüst der Spra­che zei­gen, aus dem der Sinn aus­ge­trie­ben wurde ((z.b. 32). Dabei treibt ihn neben die­ser Arbeit an der Spra­che, die zwar redu­ziert, aber auch sehr kon­zen­triert wird, gerade die Frage der Kau­sa­li­tät oder nur der Kor­re­spon­denz, der zeitlichen/räumlichen (sprach­li­chen) Folge beson­ders um. Der Titel, das »Zwi­schen«, das ist auch in sei­ner Spra­che das Span­nende: Das da-/in-/-/zwischen in der Abfolge, der Kau­sa­li­tät, der Ent­wick­lung, der Kor­re­la­tion (oder auch nicht, der nur so schei­nen­den …). Auf die Strich­zeich­nun­gen von Thitz hätte ich gut ver­zich­ten kön­nen — für mich sind das bloße — oft genug schlechte, weil banale — Illus­tra­tio­nen des im Gedicht vor­kom­men­den, dabei aller­dings sehr oberflächlich.

Robert Seet­ha­ler: Ein gan­zes Leben. Ber­lin: Han­ser Ber­lin 2014. 77 Sei­ten (ebook)

seethaler, ganzes lebenDen Tra­fi­kant habe ich ja mit gro­ßem Ver­gnü­gen und Gewinn gele­sen. Des­we­gen hat mich Ein gan­zes Leben ziem­lich ent­täuscht. Meine Lek­tü­re­no­ti­zen sind spar­sam: reich­lich lahm fand ich das wäh­rend des Lesen, auch erzäh­le­risch ein­fach lang­wei­lig und cha­rak­ter­los. Der Text beginnt etwas wie Stif­ter (auch sachen wie der am Beginn und Ende auf­tau­chende Hör­n­er­han­nes und die sagen­hafte »Kalte Frau« wei­sen auf die Ver­wand­schaft hin), dann kommt noch ein biss­chen Wim­schei­der und eine gehö­rige Por­tion Franz Inner­ho­fer dazu. Seet­ha­ler erzählt ein Leben (aber ist das in irgend einer Hin­sicht ein gan­zes? Da sind viele Lücken …) eines Man­nes, der als Waise in ein öster­rei­chi­sches Gebirgs­tal kommt und dort — mit Aus­nahme des Zwei­ten Welt­krie­ges — und einem spä­ten, ver­si­ckern­den Aus­bruchs­ver­such nicht her­aus­kommt. Dafür arbei­tet er nach sei­nem Beginn als land­wirt­schaft­li­cher Tage­löh­ner am Ein­zug des Fort­schritts in das Tal in Form von Seil­bah­nen mit — eines Fort­schrit­tes, der aber min­des­tens so unmensch­lich ist wie das harte Leben zuvor. Das ist tat­säch­lich so kli­schee­haft und ein­falls­los, wie das hier klingt … Ich ver­stehe ehr­lich gesagt die Begeis­te­rung der Rezen­sen­ten nicht so ganz — das ist mir alles zu banal und zu behä­big erzählt.

Elfriede Jelinek: Rein Gold. Ein Büh­nen­es­say. Rowohl 2013. 223 Seiten.

jelinek, rein goldEine Art Streit­ge­spräch zwi­schen Wotan und Brün­hilde am Schluss des »Ring des Nibe­lun­gen«. Aber Gespräch ist fast schon zu viel gesagt: Die bei­den Stim­men mono­lo­gi­sie­rend mehr ankla­gend abwech­selnd auf ein­an­der zu oder gegen ein­an­der. Es geht um alles, näm­lich die gesamte Welt und ihre Geschichte. Dabei kom­men beide immerzu von einem zum ande­ren, vom Hölz­chen aufs Stöck­chen — manch­mal ist es der Klang bestimm­ter Wör­ter, der den Anschluss sichert, manch­mal ein the­ma­ti­scher Zusam­men­hang, manch­mal ein sys­te­ma­ti­scher oder ein per­so­na­ler. Das macht das Lesen so anstren­gend und schwie­rig: Wie eigent­lich immer bei Jelinek ist auch Rein Gold total über­frach­tet. Man muss sich selbst eine Schneise durch diese Text­land­schaft schla­gen, sei­nen Weg suchen und dabei so man­chen Irr­gang nicht in Kauf neh­men. Dafür bekommt man eine Anklage der Macht, des auf (unbe­dien­ten) Schul­den beru­hen­den Kapi­ta­lis­mus, der Aus­beu­tung über­haupt, dem Ver­hält­nist von Män­nern und Frauen und dem von Töch­tern und Väter im beson­de­ren. Das ist oft wit­zig, tref­fend und genau, manch­mal aber auch absurd und manisch, wie hier alles — also wirk­lich Gott und die Welt, schließ­lich ist Wotan ja nicht irgend­wer, wie er gerne betont, und Brün­hilde natür­lich auch nicht — durch den Text­wolf gedreht wird.

Ich ver­stehe noch immer nicht, was ich sage, muß es aber sagen. (210)

Die­ses ewige Tex­band hat mir den Zugang hier vor allem auf den ers­ten paar Dut­zend Sei­ten ziem­lich erschwert: Wenn man nicht rein­kommt in den Rhyth­mus der Gedan­ken und Worte, dann bleibt man aber auch wirk­lich drau­ßen. Die schlechte Typo­gra­phie macht das Lesen des unbän­di­gen Tex­tes aller­dings auch nicht leich­ter und ver­sagt damit total — die unpas­sende Type ohne Liga­tu­ren ist der Anfang, dann ist der Satzzeichen-Clash „!,“, der oft vor­kommt, erstaun­lich häss­lich und vor den Aus­rufe– und Fra­ge­zei­chen so viel Luft, dass man manch­mal kaum weiß, wo die hingehören.

Es gibt nichts vom Geld Ver­schie­de­nes, denn es gibt nur Geld, es gibt Ver­schie­dene, aber auch von ihnen kommt nur Geld, falls sie es schon vor­her hat­ten, sonst sind sie gar nicht so ver­schie­den. Sonst sind sie die glei­chen wie wir. (89f.)

Alles Geld ist nichts ohne Ware, und die Ware ist nichts als ein beschnit­te­ner Jude, unvoll­stän­dig, aber unbe­streit­bar tüch­tig, immer tüch­tig, das sehe ich vor­aus, bis auch er endet, ach, ich weiß nicht, das sage ich, ein Gott, und die Ware ist das Wun­der­bare, die Ware ist das Wun­der, die wun­der­bare Ver­meh­rung von allem, nicht nur Brot und Fischen, Jesus auch ein Pfos­ten, klar, ver­schenkt wird nichts, der hat das gemacht, aber er war ein Dillo, daß er geglaubt hat, das bringt ihm was, das bringt ihm Anhän­ger oder wie oder was, ich seh sie nicht, ich sehe sie noch nicht, was wollte ich sagen: Also die Ware ist das wun­der­tä­tige Mit­tel, um aus Geld, das wan­dern muß, das zu einem bestimm­ten Zweck, näm­lich die­sem, wan­dern muß, sonst kann man sich dafür nichts kau­fen, weil dann ja oft die Waren ganz woan­ders sind als das Geld, das eben wan­dern muß, um aus Geld mehr Geld zu machen, um mehr aus sich zu machen. Um aus Geld mehr Geld zu machen. Mehr Geld zu machen und aus. (125f.)

Mat­thias Naw­rat: Unter­neh­mer. Rein­bek: Rowohlt 2014. 137 Seiten.

nawrat, unternehmerDer Schwarz­wald in nicht allzu fer­ner Zukunft: dein­dus­tria­li­siert, auf­ge­ge­ben, ver­las­sen, nur noch eine Rest­be­völ­ke­rung schaut zu, wie die rie­si­gen Trans­por­ter auf der Auto­bahn vor­bei nach Nor­den don­nern, in die Städte. Da lebt auch die klas­si­sche Fami­lie — Vater, Mut­ter, Toch­ter, Sohn — von Liba, der 13jährigen Erzäh­le­rin in Naw­rats klei­nem, aber durch­aus fei­nen Roman Unter­neh­mer. Die Fami­lie, das ist der Witz, hat die Logik des Kapi­ta­lis­mus auf­ge­so­gen und über­nom­men, bis ins Letzte des Fami­li­en­le­bens hin­ein. Die Kin­der sind damit Teil des Unter­neh­mens — eines ziem­lich dürf­ti­gen Res­te­ver­wer­ters, der in ver­las­se­nen Fabri­ken und Kraft­wer­ken nach Wert­stof­fen sucht. Das ist eine nicht ganz unge­fähr­li­che Auf­gabe, der Sohn hat schon einen Arm ver­lo­ren und wird wäh­rend des Romans auch noch sei­ner Beine beraubt. Naw­rat führt hier also gewis­ser­ma­ßen die neo­li­be­ra­lis­ti­sche Spiel­art des Kapi­ta­lis­mus nach dem Ende der Pro­duk­tion vor. Und er zeigt wun­der­bar, wie hohl die Phra­sen der Ideo­lo­gie (gewor­den) sind. Dazu dient ihm eine fas­zi­nie­rende Spra­che, die — wie die Motive der Erzäh­lung — zwi­schen Nai­vi­tät und Raf­fi­niert­heit, zwi­schen Spiel und töd­li­chem Ernst, zwi­schen Locker­heit und Strenge (in Ton und Satz­bau glei­cher­ma­ßen) pen­delt. Gerade dadurch, dass nicht alles expli­ziert wird, sich der Leser eini­ges die­ser selt­sa­men Welt und Gesell­schaft und Fami­lie zusam­men­rei­men muss und auch oft genug auf Lücken stößt, bleibt Unter­neh­mer inter­es­sant. Schön auch, dass Naw­rat seine Idee dann auch nicht über­mä­ßig aus­walzt und sich mit 137 Sei­ten beschei­det — mehr ist auch über­haupt nicht nötig, der Punkt ist dann schon längst klar: »Unter­neh­mer­tum« ist eine leere Wort­hülle, die man noch als Spiel betrei­ben kann, die aber, wenn sie zur allei­ni­gen Ideo­lo­gie gewor­den ist, die Leere ihrer selbst vor­führt — und das Feh­len der »wah­ren« Werte wie Emo­tio­nen und Gefühle nur noch deut­li­cher wer­den lässt.

Die Garan­tie hier­für ist der Erfolg unse­rer täg­li­chen Arbeit. Also hängt alles vom Erfolg unse­rer täg­li­chen Arbeit ab, sagte Berti. Und die­sen wie­derum haben wir selbst in der Hand, sagte ich. Es han­delt sich um einen Erfolgs­kreis­lauf, den wir mit unse­rer Arbeit in Bewe­gung halten.

Kilian Jor­net: Lauf oder stirb. Das Leben eines bed­i­n­ungslosen Läu­fers. Mün­chen: Malik 2013. 222 Seiten.

jornet, lauf oder stirbZu die­sem schö­nen und tol­len Lauf­buch oder bes­ser: Läu­fer­buch eines außer­or­dent­li­chen Läu­fers habe ich drü­ben im Lauf­blog schon alles not­wen­dige gesagt: Viel Licht, ein biss­chen Schat­ten: Lese­emp­feh­lung für alle Ultra-Trail-Lauf-Interessierten.

außer­dem noch:

  • Fried­rich Höl­der­lin, Hype­rion oder der Ere­mit in Grie­chen­land (Re-Lektüre, weil August ist)

Aus-Lese #34

Joa­chim Lott­mann: End­lich Kokain. Köln: Kie­pen­heuer & Witsch 2014. 195 Sei­ten (ebook)

lottmann, endlich kokainFünf Kapi­tel zwi­schen Wien und Ber­lin, in denen Lott­mann sei­nen Prot­ago­nis­ten die Eupho­rie des Rausch­gifts und (weni­ger stark aus­ge­prägt) den Absturz des Ent­zugs anhand der als über­all ver­füg­bare und über­all genut­zen Mode­droge Kokain (der Titel macht ja kein Geheim­nis dar­aus) erfah­ren lässt. Dabei steht aber nicht der Rausch im Mit­tel­punkt (und am Ziel des Dro­gen­kon­sums), son­dern die »Neben­ef­fekte«: Das Abneh­men, das geän­derte Sozi­al­ver­hal­ten, die anders er– und aus­ge­lebte Sexua­li­tät — und das Geld. Die durch­aus komi­schen und amü­san­ten Schil­de­run­gen der Erleb­nisse, die dem Hel­den auf die­ser, nun ja, Irr­fahrt begeg­nen, ergänzt Lott­mann etwas moti­va­ti­ons­los (und für den Text auch aus­ge­pro­chen fol­gen­los) sowie nicht sehr geschickt mit dem »Wis­sen­schaft­li­chen Tage­buch« des Prot­ago­nis­ten, des­sen Ein­tra­gun­gen ganz ste­reo­typ mit »Lie­bes wis­sen­schaft­li­ches Tage­buch,« begin­nen, die vom Erzäh­ler brav zitiert wer­den und vor allem durch ihre unglaub­wür­dige Nai­vi­tät auf­fal­len. Ansons­ten besticht der hetero­die­ge­ti­sche Erzäh­ler vor allem durch sein ent­spann­tes, leicht dis­tan­zier­tes Plau­dern, das mit Sym­pa­thie für seine Haupt­fi­gur Ste­phan Brau­mer erzählt, dabei des­sen Neu­gier und auch Befrem­den ange­sichts der „Per­ver­sio­nen“ der ande­ren tei­lend. End­lich Kokain ist aber nicht nur ein Dro­gen­ro­man — das wäre Lott­mann wohl zu wenig. Zugleich will der Text auch noch eine Kunst­be­triebs­sa­tire sein. Das klappt so halb­wegs, ver­san­det aber in der net­ten Harm­lo­sig­keit. Und auch eine Anti-Entwicklungsroman (aller­dings mit ver­söhn­li­chem Happy-Ende soll das noch sein. Da aber über­haupt alles nett und flo­ckig bleibt, nir­gends hart (auch sprach­lich nicht), klappt das, was über den unter­halt­sa­men Bericht der täp­pi­schen Unter­neh­mun­gen Brau­mers hin­aus­geht, auch nur sel­ten. Bar­tels fasst das in sei­ner Rezen­sion ganz gut zuammen:

Am bes­ten ist es, »End­lich Kokain« wie im Rausch in einem Zug zu lesen, dann ist der Spaß am aller­größ­ten. Sonst könnte man leicht auf den Gedan­ken kom­men, schon bes­sere Dro­gen­ro­mane und Kunst­be­triebs­sa­ti­ren gele­sen zu haben.

Jens Ditt­mar: So kalt und schön. Ein Son­der­weg. Aus dem Nach­lass von Hil­de­gard Klein­schmidt (Temuco/Chile) her­aus­ge­ge­ben, kom­men­tiert und mit Anmer­kun­gen ver­se­hen von Jens Ditt­mar. Hohen­ems: Bucher 2014.

dittmarEinen post­mo­der­nen Schel­men­ro­man ver­heißt der Umschlag­text. Den bekommt man aller­dings nicht. Lesen kann man So kalt und schön am bes­ten als Ver­such, einen sol­chen zu schrei­ben — ein Ver­such, der nicht so rich­tig glückt. Denn auf bei­den Ebe­nen bleibt Ditt­mar vor dem Ziel ste­hen: Weder ist das ein gelun­ge­ner Schel­men­ro­man — die Ele­mente sind da, der Witz fehlt … -, noch kann der post­mo­derne Aspekt über­zeu­gen. Der erschöpft sich näm­lich im Auf– und Vor­füh­ren von mög­lichst vie­len Namen, die im Kul­tur­le­ben (vor allem im lite­ra­ri­schen Teil) der Bun­des­re­pu­blik eine Rolle spiel­ten. Das geschieht aber regel­mä­ßig ohne beson­dere Moti­va­tion, so dass es leere Geste bleibt. Typisch für diese Halb­her­zig­keit, die viel von dem Text durch­zieht, ist die Tat­sa­che, dass die Her­aus­ge­ber­fik­tion den Ver­lag über­for­derte oder der sie nicht mit­ma­chen wollte und sie des­halb gleich auf dem Titel­blatt »zer­stört« — dann kann man sich so etwas auch gleich spa­ren. Ähn­li­ches gilt für die »Anmer­kun­gen«, die bloß belang­los sind und will­kür­lich ein paar Fak­ten im Wikipedia-Stil hinzufügen.

Der Erzäh­ler ist ein pene­trant dozie­ren­der Erzäh­ler, der mehr erklärt (und vor­führt, gerade an Büchern und Gestal­ten und Auto­ren) als er erzählt: »Und Andrea ver­suchte, sich das vor­zu­stel­len, aber es ging nicht.« (67) heißt es ein­mal — so ähn­lich geht es dem Leser (d.h. mir) auch.

Horst Brun­ner (Hrsg.): Von acht­zehn Wach­teln und dem Fin­ken­rit­ter. Deut­sche Unsinns­dich­tung des Mit­tel­al­ters und der Frü­hen Neu­zeit. Stutt­gart: Reclam 2014. 163 Seiten.

wachtelnDie­ses schmale Reclam-Bändchen ist wun­der­bare lus­tige und lust­volle Lek­türe für zwi­schen­durch: Kuriosa aus der Lita­tur­ge­schichte des Mit­tel­hoch­deut­schen und vor allem der Frü­hen Neu­zeit. Brun­ner schreibt im Nachwort:

Auch im Mit­tel­al­ter und in der Frü­hen Neu­zeit gab es Men­schen, die gern und ent­spannt gelacht haben, weder dach­ten sie unaus­ge­setzt an das Jen­seits, noch an den Sinn ihrer stän­di­schen Exis­tenz, noch an Rebel­lion und Auf­rü­her­tum. Die Texte, die ihnen gefal­len haben, kön­nen durch­aus auch uns heute noch erfreuen. (163)

In der Tat, die Dich­tun­gen über Tiere, Unmög­lich­kei­ten und ver­kehrte Wel­ten sind erfreu­lich, im wahrs­ten Sinne des Wor­tes. »Das Schlau­raf­fen Landt« von Hans Sachs ist wohl der bekann­teste Text die­ser Samm­lung. Sehr schön aber auch der »Fin­ken­rit­ter« in der Tra­di­tion des Rit­ter­ro­mans und mit Ver­wand­schaf­ten zum Schel­men­ro­man (Chris­tian Reu­ter könnte sich hier durch­aus bedient haben, denkt man beim Lesen manch­mal, zum Bei­spiel bei der Schil­de­rung der Geburt, die doch einige Ähn­lich­kei­ten zum Schel­muffsky auf­weist). Ansons­ten: Viel Umkeh­rung des Sinns, ohne dass immer und unbe­dingt neuer Sinn dar­aus wird und auch nicht wer­den soll — also Un-Sinn im wahrs­ten Sinn des Wor­tes. Die Mit­tel sind zum Bei­spiel die ver­kehrte Sprach­welt, in der kon­se­quent Sub­jekt und Objekt der Verse ver­tauscht wer­den. Oder ein­fach Unmög­lich­kei­ten der Welt, in denen immer wie­der der Tri­umph der Schwa­chen über Starke, der Gejag­ten über Jäger her­vor­blitzt. Sprach­lich spie­len natür­lich auch Mit­tel der Ver­keh­rung wie die con­tra­dic­tio in adiecto, das Para­do­xon oder der ad absur­dum getrie­bene Reim­zwang eine große Rolle.

Ein Bei­spiel aus dem anony­men »Puch von den Wach­teln«, ca. 1380:

geflo­gen kam ain regen­wurm,
der hub den aller grös­ten sturm
mit ainem igel, der waz plos
herr diet­rich von pern schoz
durch ain alten enuen wagen,
herr hil­de­prant durchn kra­gen,
herr Ekk durch den schüz­zel­kre­ben -
Chriem­hilt ver­loz da ir leben,
da plut gen mainz ran.
herr vasolt kaum entran,
des leibs er sich ver­wak.
sibent­ze­hen wah­teln in den sak!

Mar­lene Stre­e­ru­witz: Nach­kom­men.. Frank­furt: Fischer 2014. 432 Seiten.

Sie musste durch­set­zen, dass das ein Roman war und kein Buch und dass es rich­tig war, dass es Romane gab, und dass es um die Wahr­heit ging. Um die vie­len Mög­lich­kei­ten davon. (313)

streeruwitz, nachkommen.Stre­e­ru­witz schreibt wei­ter an ihrem Pro­jekt zu Wahr­heit und rich­ti­gen Leben, zum Ver­hält­nis der Geschlech­ter, und, hier sehr deut­lich, zum Pro­blem der Aus­beu­tung. Im Gegen­satz zu so man­chen Rezen­sio­nen geht es in Nach­kom­men. gar nicht so sehr um den Lite­ra­tur­be­trieb — das ist kein Schlüs­sel­ro­man. Der Betrieb um die Ware Buch, gemacht aus Roma­nen und ande­ren Tex­ten (der Unter­schied ist schon ent­schei­dend, für Stre­e­ru­witz und ihre Prot­ago­nis­tin Nelia Fehn), ist eigent­lich nur das Set­ting, der Rah­men, vor/in dem sich das Ent­schei­dende abspielt.

Das Ent­schei­dende, um dem es in Nach­kom­men. geht, ist in mei­ner Les­art auch nicht das, was der Klap­pen­text ver­heißt, näm­lich »ein Roman über die Ord­nung der Gene­ra­tio­nen«. Eigent­lich — und ich finde das so deut­lich, dass es schon fast über­trie­ben ist ist Nach­kom­men. ein Roman über Aus­beu­tung. Es geht darum zu zei­gen, wie eine junge Frau (das Geschlecht ist nicht unwich­tig!) das kapi­ta­lis­ti­sche »Funk­tio­nie­ren« (ein-)übt, erkennt und — an sich, ihren eige­nen Hand­lun­gen und denen ande­rer Men­schen wie dem schmie­ri­gen Ver­le­ger, den Mäze­nen, den Kri­ti­ke­rin­nen etc — reflek­tiert und kri­ti­siert. Wobei »Kri­tik« viel­leicht schon zu viel ver­spricht, näm­lich die Idee einer Alter­na­tive, einer ver­hei­ßungs­vol­len Idee oder so. Darum geht es aber nicht, das weiß Nelia Fehn (die eigent­lich Cor­ne­lia heißt) auch. Es geht aber darum, erst ein­mal zu zei­gen, wie die An-/Einpassung in ein (über­mäch­ti­ges) öko­no­mi­sches Sys­tem funk­tio­niert und was das für Fol­gen für das Indi­vi­duum hat, wenn die­ses Sys­tem (nur) nach öko­no­mi­schen Kri­te­rien funk­tio­niert und nicht ein sinn­haf­tes, men­schen­freund­li­ches ist. Die Hand­lung — die Buch­preis­ze­re­mo­nie, die Frank­fur­ter Buch­messe, die Inter­views, die Trauer um die Mut­ter, die Begeg­nung mit dem abs­en­ten Vater — zeigt also die Aus­beu­tung auf ver­schie­de­nen Ebe­nen, als Selbst-Ausbeutung, als Aus­beu­tung durch den Ver­lag, durch die Medien, durch die Fami­lie, aber auch die Aus­beu­tung ande­rer (etwa in Form bil­li­ger Abei­ts­kräfte, hier v.a. anhand der Tex­til­pro­duk­tion in Fern­ost, der Krise in Grie­chen­land etc.): Aus­beu­tung ist sozu­sa­gen ein omni­prä­sen­tes Motiv im Text. Das funk­tio­niert gerade des­halb so gut, weil der Roman eben kei­nen Aus­weg zei­gen will und kann: Er will das Pro­blem bewusst machen und nicht ein­fa­che Lösun­gen pro­pa­gie­ren. Die Absur­di­tät und Kom­ple­xi­tät und Unent­rinn­bar­keit der Schlech­tig­keit der Welt, die sich auch in der Gene­ra­tio­nen­un­ge­rech­tig­keit spie­gelt (nicht nur als ein Macht­pro­blem im direk­ten Ver­hält­nis, son­dern grund­sätz­lich!) kann der Text auf­zei­gen. Aber ein Schlüs­sel­ro­man des Lite­ra­tur­be­triebs ist das natür­lich nicht — höchest so, wie die Bud­den­brooks ein Schlüs­sel­ro­man des Getrei­de­han­dels sind. Es geht nicht um dem Lite­ra­tur­be­trieb. Lite­ra­tur ist unwich­tig (gewor­den) — gerade das erfährt und bemerkt und zeigt die Prot­ago­nis­tin ja immer wie­der: die Leere, die nur noch Betrieb und nicht mehr Lite­ra­tur ist. Vor allem geht es in Nach­kom­men. aber um ande­res: Frauen (und Män­ner) und ihre Rol­len, Gene­ra­tio­nen, und, ganz wich­tig, das Funk­tio­nie­ren in der kapi­ta­lis­tisch orga­ni­sier­ten und durch­drun­ge­nen Gesell­schaft als ein Funk­tio­nie­ren (der Men­schen bzw. ihrer jewei­li­gen der­zei­ti­gen Rol­len) im kapi­ta­lis­ti­schen Sinne, das trotz Krise die Ver-Wertung, also: die Aus­nut­zung nicht behin­dert. Oder anders gesagt: es geht darum, die totale Durch­drin­gung der kapi­ta­lis­ti­schen Nor­men in der Gesell­schaft mit all ihren Berei­chen (wie etwa der Kunst) zu zei­gen. Und das in der von Stre­e­ru­witz gewohn­ten prä­zi­sen, manch­mal har­ten, immer fas­zi­nie­ren­den Sprache.

Der Roman, so ist meine Erfah­rung, gewinnt unge­heuer, wenn man dazu sich (noch ein­mal) die Poetik-Vorlesungen der Auto­rin zu Gemüte führt, die Fischer gerade noch ein­mal zusam­men mit­ei­nem her schwa­chen Inter­view her­aus­ge­ge­ben hat — da steht eigent­lich schon alles drin, was man zur Ästhe­tik und den lite­ra­ri­schen Zie­len von Stre­e­ru­witz wis­sen muss.
Groß­ar­tig. Wie eigent­lich alles von Mar­lene Stre­e­ru­witz.

Warum wollte sie ein gutes Ergeb­nis sein. Über­haupt. Warum wollte sie schön aus­schauen. Es ging doch darum, dass es sie gege­ben hatte. Schon immer. Und lange bevor sie so groß und dünn gewor­den war. Sie war schon immer da gewe­sen, und es hätte gleich­gül­tig sein sol­len, wie sie aus­sah. Über­haupt. Sie war ja erst groß und dünn gewor­den, nach­dem die Mami. Es wäre schön gewe­sen. Schö­ner. Viel schö­ner. Es wäre über­haupt nicht zu ver­glei­chen gewe­sen. Sie hätte sich gewünscht, die Mami. Ihre Muter. Sie könnte sie sehen. Könnte etwas sagen. Dazu, wie sie aus­sah. Nur sehen. Sie anschauen. Es wäre schon genug gewe­sen. Es wäre das Schönste gewe­sen. Und selbst Marios ver­stand das nicht. Dass das so wich­tig gewe­sen wäre. Aber Marios wollte, dass er das Wich­tigste für sie war. Und sie wollte ja auch, dass Marios das wollte, und sie hat­ten bald auf­ge­hört, dar­über zu reden. Das war alles so weit innen. Das behielt sie da. Und warum fürch­tete sie sich vor dem Tref­fen. Warum hatte sie die­ses Chaos im Bauch. Fürch­tete sie sich vor die­sem Mann. Die­ser Mann. Er war sinn­los. Er war mehr als sinn­los. Er war nicht ein­mal ein Ersatz. (158)

Birk Mein­hardt: Brü­der und Schwes­tern. Die Jahre 1973 – 1989. Mün­chen: Han­ser 2013. 700 Seiten.

meinhardt, brüder und schwestern700 Sei­ten für 16 Jahre Fami­li­en­ge­schichte — kurz fas­sen ist offen­bar nicht die Stärke von Mein­hardt. Brü­der und Schwes­tern will ein breit erzähl­tes Pan­orama einer »Jahr­hun­dert­fa­mi­lie« sein (die­sen Anspruch merkt man auf fast jeder Seite), die mit Rück­blen­den bis in die Zeit vor dem Zwei­ten Welt­krieg zurück reicht, vor allem aber die »End­phase« der DDR im Blick hat. Dabei, das ist schon ein ers­tes Pro­blem, zer­fällt die Fami­li­en­ge­schichte aber in seri­ell erzählte Ein­zel­ge­schich­ten: von Willy Wer­chow, dem Dru­cker und Betriebs­lei­ter, der sich durch Kom­pro­misse immer mehr der Par­tei– und Staats­li­nie annä­hert und kom­pro­mit­tiert, sei­ner Söhne Erik und vor allem Matti, der sozu­sa­gen aus­steigt und »bloß« Bin­nen­schif­fer wird, dafür aber einen Roman schreibt (der hier auch mit­ge­teilt wird), den seine ehe­ma­lige Jugend­liebe, die inzwi­schen als Lek­to­rin in der BRD arbei­tet, im »Westend-Verlag« (soll wohl Suhr­kamp sein?) ver­öf­fent­licht, und Britta, die bei einem pri­va­ten Zir­kus lan­det und dort mit einer neu­ar­ti­gen Akro­ba­tik­num­mer Furore macht. Das alles ist umständ­lich und weit aus­ho­lend erzählt, ohne dass mir die Not­wen­dig­keit dafür klar würde. Vor allem ist es im Detail manch­mal — trotz der Recher­chen und dem Bemü­hen um his­to­ri­sche Authen­ti­zi­tät — eher schwach und nach­läs­sig, wirkt oft unge­nau (zum Bei­spiel in der zeit­li­chen Fixie­rung). Eine Ten­denz ins All­ge­meine, zum Aus­wei­chen ins irgend­wie gear­tete »Über-Zeitliche« macht sich öfters unan­gehm bemerk­bar. Dabei kann Mein­hardt durch­aus erzäh­len und beschrei­ben, detail­liert und vol­ler Fas­zi­na­tion für den eige­nen Stoff. Genau­ig­keit und Witz ste­cken da durch­aus drin — aber ein­ge­bet­tet in große Län­gen und dürre Stre­cken. Denn ande­rer­seits ver­liert er sich immer wie­der zu sehr im Detail. Es gibt ein­fach zu viel davon — und dabei wird nicht klar, warum (und wofür) das eigent­lich alles not­wen­dig sein soll, wo der Text hin­will (über die bloße Beschrei­bung hin­aus). „– wird fort­ge­setzt –“ steht auf der letz­ten Seite: soll das alles denn immer noch nicht genug gewe­sen sein?

Hans-Jost Frey & Franz Josef Czernin: Sätze. Zürich, Ret­ten­egg, Solo­thurn: rough­books 2014 (rough­book 030). 132 Sei­ten.

sätzeDa hat rough­books mir wie­der etwas beschert. Einer­seits ist das fas­zi­nie­rend ohne Ende, kann man sich in die­sen »Sät­zen« wun­der­bar ver­lie­ren. Ande­rer­seits kann man aber auch aus dem Kopf­schüt­teln kaum noch her­aus kom­men … — ein typi­sches rough­book also, in gewis­ser Hin­sicht. Hans-Jost Frey und Franz Josef Czernin spie­len sich hier gegen­sei­tig Sätze zu — der jeweils andere muss dar­auf rea­gie­ren, mit Sät­zen, die Wör­ter des Aus­gangs­sat­zes ent­hal­ten. Und Sätze sind hier ganz buch­stäb­lich zu ver­ste­hen, es geht fast nur um ein­zelne Sätze. Und es sind »Sätze«, also Set­zun­gen. Die sind oft axio­ma­tisch, spie­len immer wie­der mit der Spra­che, mit der Ober­flä­che und ihren Bedeu­tun­gen, häu­fen (schein­bare) Para­do­xien, schmei­ßen mit Zita­ten und Allu­sio­nen und Ver­frem­dun­gen berühm­ter Aus­sa­gen berühm­ter Män­ner (Kant, Hegel, Nietz­sche, Lacan, Freud, Kafka und so wei­ter) nur so um sich. Manch­mal ver­selb­stän­digt sich das, dann sind die »Regeln« auch nicht mehr so wich­tig. Manch­mal läuft sich das auch ein biss­chen tot. Zumin­dest emp­fand ich das beim ers­ten Lesen so. Ver­mut­lich würde eine wie­der­holte Lek­türe ein ganz ande­res Ergeb­nis zei­gen, da wären ver­meint­li­che Dür­restre­cken dann ver­mut­lich reich an wun­der– und wert­vol­len Sät­zen. Davon gibt es aber immer schon genug, auch nach dem ers­ten Lesen fin­den sich unzäh­lige Anstrei­chun­gen in mei­nem Exem­plar. Wie­der ein Buch also, das mit ein­ma­li­gem Lesen nicht ansatz­weise abge­tan ist …

Voß, Flo­rian (Hrsg.): Welt­krieg! Gefal­lene Dich­ter 1914 – 1918. Mün­chen: Alli­tera 2014 (Lyri­ke­di­tion 2000). 70 Sei­ten.
Anz, Tho­mas & Joseph Vogl (Hrsg.): Die Dich­ter und der Krieg. Deut­sche Lyrik 1914 – 1918. Stutt­gart: Reclam 2014. 103 Seiten.

Zu die­sen bei­den Antho­lo­gien mit Lyrik aus den Jah­ren 1914 – 1918, dem Welt­krieg bezie­hungs­weise sei­nem Umfeld in Deutsch­land, habe ich kürz­lich schon ein paar Sätze geschrie­ben. Jeden­falls auch loh­nende Lek­türe — und gar nicht so schwer oder lang …

Sarah Schmidt: Eine Tonne für Frau Scholz. Ber­lin: Ver­bre­cher 2014. 217 Seiten.

schmidt, tonneUnd zum Schluss noch ein fei­nes Buch aus dem vor­züg­li­chen Verbrecher-Verlag: Eine Tonne für Frau Schulz ist ein aus­ge­zeich­ne­ter, prä­zise beob­ach­ten­der und beschrei­ben­der Roman vol­ler Witz und Esprit. Sicher, Gat­tungs– oder gar Lite­ra­tur­ge­schichte wird der nicht schrei­ben. Aber es ist vor­züg­li­che, niveau­volle Unter­hal­tung.
Neben dem schön tro­cke­nen, prä­zi­sen und unauf­dring­li­chen Humor der Erzäh­le­ring hat mir auch die Gewöhn­lich­keit des Set­tings und der Per­so­nen gut gefal­len. Das sind ganz nor­male Men­schen mit ganz nor­ma­len Pro­ble­men und ganze nor­ma­len Gedan­ken. Dabei wird das nicht ankla­gend oder vor­füh­rend erzählt, son­dern sehr sym­pa­thisch. Das Leben an sich reicht schon, ist schön und erfül­lend genug, da braucht es keine Beson­der­hei­ten, viel­leicht auch kei­nen Ehr­geiz nach Indi­vi­dua­li­tät oder Beson­der­heit: Das Sein reicht schon, kann auch schön sein und glück­lich machen (wenn man sich damit beschei­det, wie die Erzäh­le­rin). Die titel­ge­bende Frau Scholz, eine alte Dame, mit der sich die Erzäh­le­rin, die mit ihrer Fami­lie (Vater, Mut­ter, Sohn, Toch­ter — ganz nor­mal eben …) im glei­chen her­un­ter­ge­kom­me­nen Ber­li­ner Miets­haus wohnt, anfreun­det, ver­schafft sich dann aber doch noch eine Beson­der­heit, in dem sie sich einen Sohn erfin­det, der Flucht­hel­fer an bzw. unter der Ber­li­ner Mauer war — offen­sicht­lich eine Lüge, auch wenn das nie ganz ein­deu­tig geklärt wird. Unter ande­rem, weil sie vor dem ent­schei­den­den Inter­view mit der selt­sam (für die Ich-Erzählerin) ziel­stre­bi­gen Toch­ter ein­fach so stirbt … Den Freun­din­nen und Freun­den guter, niveau­vol­ler Unter­hal­tung jeden­falls wärms­tens empfohlen.

Mir feh­len zwar oft eigene Worte, so viel ver­schwin­det, wird absor­biert und zu häu­fig benutzt, und für vie­les in mir drin habe ich über­haupt keine Wör­ter, noch nie gehabt, aber »Lebens­qua­li­tät«, das gehört nicht zu mir. Ich will nur in der Küche sit­zen und rau­chen und wei­gere mich, dabei ein Lebens­ge­fühl zu ent­wi­ckeln. Ich will kei­nen Lebens­stan­dard, keine Lebens­lust, kei­nen Lebens­traum, keine Lebens­phi­lo­so­phie. (39)

außer­dem:

  • Tho­mas Meine­cke, Looka­li­kes (Re-Lektüre)
  • Hubert Fichte, Det­levs Imi­ta­tio­nen »Grün­span« (Re-Lektüre — und immer wie­der begeis­tert von die­sem gro­ßen Text!)
  • Mara Gen­schel, Refe­renz­flä­che #4
  • Spra­che im tech­ni­schen Zeit­al­ter, #210