… Es ist ein bloßes nennen.”

das hier ist so etwas wie mein vir­tu­el­les ich oder meine hei­mat im netz. des­we­gen sind hier ganz ver­schie­dene sachen ver­sam­melt: fund­sa­chen, kuriosa, zitate, tee­pro­ben, meine tex­t­u­elle pro­duk­tion und vie­les andere mehr — viel spaß beim stö­bern!
und nicht wun­dern: ich bediene mich dabei oft (aber nicht immer) der von mir bevor­zug­ten (radi­ka­len) klein­schrei­bung. das ist also absicht und kein darstellungsfehler.

momen­tan liegt bei mir auf dem lek­tü­re­tisch:

  • Dante: Gött­li­che Komö­die. Über­tra­gun­gen von Ste­fan George. 1922.
  • Elke Erb: Meins. 2010.
  • Saul A. Kripke: Name und Not­wen­dig­keit. 1980.
  • Tho­mas von Steina­ecker: Das Jahr in dem ich auf­hörte mir Sor­gen zu machen und anfing zu träu­men. .
  • Ber­nard Stieg­ler: Logik der Sorge. Ver­lust der Auf­klä­rung durch Tech­nik und Medien. 208.
  • Mozart und Paris

    Mozart und Paris, das war alles andere als eine innige Lie­bes­be­zie­hung. Und doch ist es sinn­voll, Mozarts Es-Dur-Quintett mit­ten in ein Kon­zert mit fran­zö­si­scher Musik zu plat­zie­ren. Denn auch wenn er über die Pari­ser und die Fran­zo­sen im all­ge­mei­nen in sei­ner unnach­ahm­lich direk­ten Art böse schimpfte – hin­ge­hört hat Mozart genau, als er an der Seine war. Blä­ser solo und im Ensem­ble hat er da zum Bei­spiel viel erlebt. Und viel­leicht wäre es ohne diese Bekannt­schaft nicht zum Es-Dur-Quintett gekom­men. Ganz sicher aber wäre es nicht dazu gekom­men, hätte Mozart nicht auch in Wien groß­ar­tige Instru­men­ta­lis­ten erlebt.

    Wie auch immer: Das Quin­tett für Blä­ser und Kla­vier ist jeden­falls ein ers­ter Höhe­punkt beim Kon­zert der Sti­pen­dia­ten der Villa Musica um die bei­den Dozen­ten Ingo Goritzki und Johan­nes Peitz. Fast ein Dut­zend jun­ger Musi­ker bevöl­kern in die­sem Kon­zert abwech­selnd die Bühne. Und alle sehr sou­ve­rän dabei. Das war auch dem Mozart-Quintett anzu­hö­ren: Hohe Anspan­nung und Kon­zen­tra­tion ist zu mer­ken. So geschmei­dig der Klang sich dar­bie­tet, blei­ben doch einige Kan­ten und eckige Phra­sie­run­gen, die gerade die Eck­sätze an man­chen Stel­len etwas schwer­fäl­lig wir­ken las­sen. Ande­rer­seits passt das auch ins Kon­zept, das die schwer­mü­tige Stim­mung, den etwas gedämpf­ten Opti­mis­mus die­ser Musik beson­ders her­vor­hebt. Schade nur, das der Kla­vier­klang hin­ter der schö­nen Klang­wand der vier Blä­ser etwas ver­steckt bleibt.

    150 Jahre spä­ter klang die Stadt Paris ganz anders. Wie ein Kom­po­nist sie in der Zwi­schen­kriegs­zeit erlebte, davon ver­mit­telt Fran­cois Pou­lencs Sex­tett für Blä­ser und Kla­vier ein unmit­tel­bar tönen­des Bild: Tru­bel und Ele­ganz, Läs­sig­keit und Hek­tik prä­gen die­ses Sex­tett, das in eini­gen Pas­sa­gen ein auf­re­gend rea­lis­ti­sches akus­ti­sches Abbild der Metro­pole zeigt, ohne ande­rer­seits die kunst­volle Fer­tig­keit ihres Schöp­fers zu ver­ber­gen. Vor allem in einer so plas­ti­schen Auf­füh­rung wie in der Villa Musica klingt das berau­schend. Da stört es auch kaum noch, dass diese Musik im inti­men Kon­zert­raum auf der Bas­tei eigent­lich arg beengt ist – das ver­langt nach Größe und Frei­heit. Unbe­küm­mert frisch, unver­braucht drän­gend spru­delt die reich­hal­tige Rafi­nesse Pou­lencs aber auch hier, von den Sti­pen­dia­ten mit Herz­blut ver­ge­gen­wär­tigt. Die vie­len prä­sen­ten Augen­bli­cke, die sich dank des Über­blicks der Inter­pre­ten zu grö­ße­ren Zusam­men­hän­gen for­men und beide Pole in einem auf­re­gen­den Gleich­ge­wicht hal­ten, sind genau so auf­re­gend, wie eben nur Paris sein kann.

    (geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung.)

    Taglied 20.5.2012

    weil ich das vor­hin bei einem Tauf­got­tes­dienst spie­len durfte/musste (und weil das Deutsch von Phil Collins so wun­der­bar schau­rig ist):

    Taglied 19.5.2012

    Ich höre gerade erst­mals — end­lich! — Mark And­res gro­ßes Büh­nen­thea­ter­werk „… 22,13 …” — im Ori­gi­nal übri­gens „A Music-Theatrical Pas­sion” unter­ti­telt. Und der Wahn­sinn ist: Das fin­det man auch auf Youtube. Aller­dings ist in sol­chen Fäl­len doch unbe­dingt die „offi­zi­elle” Vari­ante zu bevor­zu­gen: Bei Neos-Music (über­haupt ein emp­feh­lens­wer­tes Label) gibt es das in einer sehr guten Auf­nahme auf 2 SACD für schlappe 25 Euro (falls man nicht wie ich als Abon­nent Son­der­preise bekommt).